Und dann waren es nur noch vier. Die lange College Football Saison 2025/26 hat sich auf nur noch vier Teams reduziert: Indiana, Miami, Ole Miss und Oregon. Es war ein wilder, unvorhersehbarer Weg bis hierher. Die letzten vier Teams haben alle das Potenzial, den nationalen Titel zu holen, doch jedes muss eine besondere Hürde überwinden, um den Triumph zu erringen.
Indiana dominierte die gesamte Konkurrenz, blieb ungeschlagen, widerlegte die Kritiker des Vorjahres und legte den Grundstein für die vielleicht ultimative Traumsaison der Hoosiers. Oregon verlor zwar ein einziges Spiel gegen die bereits erwähnten Hoosiers, scheint aber nach den Playoff Siegen gegen James Madison und Texas Tech nun in Topform zu sein. Miami startete mit enormen Erwartungen in die Saison, um dann nach Niederlagen gegen Louisville und SMU einen herben Rückschlag zu erleiden. Die Hurricanes schienen vor der letzten Woche der regulären Saison außen vor zu sein, schafften es aber als letztes Team in die College Football Playoffs. Miami hat seine Teilnahme mit überraschenden Siegen gegen die Nummer 2, Ohio State, und die Nummer 7, Texas A&M, gerechtfertigt. Ole Miss hat mehr durchgemacht als alle anderen, um in die Playoffs zu gelangen – von einer nahezu perfekten regulären Saison bis hin zum Drama um Lane Kiffin, der die sportlichen Erfolge der Rebels überschattete. Selbst nach Kiffins Wechsel zu LSU lastet sein Ruf weiterhin auf Ole Miss.
Alle vier Teams haben unterschiedliche Wege beschritten, um diesen Moment zu erreichen, aber eines haben sie nun gemeinsam: Jedes von ihnen ist nur noch einen Sieg vom Einzug in das National Championship Game, beziehungsweise nur noch eine Niederlage vom Ausscheiden aus dem Wettbewerb entfernt.
Indiana
Es gibt ein bekanntes Sportklischee: Es ist schwer, ein gutes Team zweimal zu schlagen. Indianas Trainer Curt Cignetti erwähnte dieses sogar Anfang der Woche, als er über das erneute Aufeinandertreffen mit Oregon in dieser Saison sprach. Das "Hinspiel" verlief für Indiana gut, ein 30:20-Sieg in Eugene, aber beide Teams haben sich seitdem verändert. Die Frage, die über dem Peach Bowl schwebt, ist: Wie viel schwieriger ist es, ein Team ein zweites Mal in einer Saison zu schlagen, im Vergleich zu einem neuen Gegner? Ole Miss hat in diesem Jahr bereits beides erlebt: Sie besiegten Tulane und Georgia in den Playoffs, nachdem sie in der regulären Saison gegen beide gespielt hatten. Ole Miss' einzige Niederlage in diesem Jahr war die Niederlage gegen die Bulldogs in der regulären Saison. Interessant wurde es vor allem am Mittwochabend während der Pressekonferenz zum Peach Bowl, als Indianas Defensive Coordinator Bryant Haines zugab, noch nie zuvor ein solches Revanchespiel erlebt zu haben. "Es ist das erste Mal, dass ich zweimal gegen dasselbe Team coache, obwohl ich das Gefühl habe, dass wir uns beide seit dem letzten Spiel weiterentwickelt haben. Aber es ist eine Premiere für mich", sagte Haines. "Ich weiß es also nicht genau, aber die Spielplanung war knifflig. Ich dachte: Das will ich nicht noch einmal machen. Ich habe den Quarterback doch schon unter Druck gesetzt und getroffen. Jetzt muss ich es anders machen. Aber warum? Beim ersten Mal hat es doch funktioniert. Es ist also ein schmaler Grat." Man kann sich also auch als sehr gut bezahlter Coach selbst verunsichern. Soll man an dem festhalten, was im ersten Spiel funktioniert hat? Oder versuchen, Änderungen vorzunehmen, um die möglichen Spielzüge von Oregon vorherzusehen? Wie Indianas Offensive Coordinator Mike Shanahan es ausdrückte: Es ist wie ein Schachspiel.
Miami
Miami ist momentan in Topform und formt endlich aus all seinen talentierten Spielern ein schlagkräftiges Team. Miamis Stärke in der Offensive Line könnte für Ole Miss in Arizona eine echte Herausforderung darstellen. Aber die größte Frage, die sich bei einem von Mario Cristobal trainierten Team immer stellt, ist: Vertraue ich ihm wirklich, dass er in den entscheidenden Momenten eines engen Spiels die richtige Entscheidung trifft? Cristobals strategische Fehlentscheidungen sind mittlerweile hinlänglich bekannt. Positiv anzumerken ist jedoch, dass er hinter den Kulissen hart daran gearbeitet hat, seine Entscheidungsfindung in solchen Momenten zu verbessern. Was gute von großartigen Trainern unterscheidet, lässt sich allerdings nicht lehren. Wenn der Druck am größten ist und alle auf ihre endgültige Entscheidung warten, wissen die Großen, was zu tun ist. Die weniger Guten hingegen agieren möglicherweise zu aggressiv oder verkennen die Situation zum Nachteil des Teams. In der Vergangenheit fiel Cristobal in diese Kategorie. Cristobal gebührt Anerkennung für Miamis knappen und nervenaufreibenden Auswärtssieg gegen Texas A&M in der ersten Runde. Ole Miss dürfte eine weitere große Herausforderung für ihn darstellen, insbesondere angesichts der aktuell starken Leistungen von Ole Miss Quarterback Trinidad Chambliss. Kann Cristobal in diesem entscheidenden Moment sein volles Potenzial abrufen? Kann er die wichtigen und schwierigen Entscheidungen treffen, wenn es am meisten darauf ankommt? Es könnte entscheidend dafür sein, ob Miami in zehn Tagen nach Hause zurückkehren und um die nationale Meisterschaft spielen kann.
Ole Miss
Wie bereits erwähnt, bestritt Ole Miss seine ersten beiden Playoff Spiele gegen Gegner, gegen die sie in dieser Saison schon gespielt hatten. Das brachte zwar die bereits erwähnten Herausforderungen mit sich, aber zumindest gab es eine gewisse Vertrautheit. Insbesondere gegen ein anderes SEC Team wie Georgia wussten Pete Golding und sein Trainerstab recht gut, was sie erwartete. Gegen Miami, ein Team, das sie bei Weitem nicht so gut kennen, muss Ole Miss auf Tight End Coach Joe Cox und Receiver Coach Cox verzichten. Es gab auch Probleme mit Offensive Coordinator Charlie Weis Jr., der zwischen Oxford und Baton Rouge pendeln musste, um sich auf den Fiesta Bowl vorzubereiten und gleichzeitig Lane Kiffin bei seiner Rekrutierungsstrategie zu unterstützen. Golding und sein Trainerstab bei Ole Miss haben die Situation bestmöglich gemeistert. Wenn es aber Auswirkungen geben sollte, dann in diesem Spiel. Es war ein kurzer Zeitraum zwischen dem späten Sieg im Sugar Bowl und dem heutigen Fiesta Bowl gegen Miami. Die Kiffin Abgang überschattet weiterhin die Gameday-Vorbereitungen, während man gleichzeitig versucht, Top Talente wie Kewan Lacy zu halten. Somit wird eine Menge von Golding und dem Rest seines Trainerstabs abgefordert.
Oregon
In der einzigen Niederlage gegen Indiana hatte Oregons Quarterback Dante Moore große Probleme mit Bryant Haines' talentierter Verteidigung. Moore brachte 21 von 34 Pässen für 186 Yards an, erzielte einen Touchdown und warf zwei Interceptions. Es war eines von zwei Spielen mit zwei Interceptions für Moore in dieser Saison; das andere Spiel fand in der ersten Playoff Runde gegen James Madison statt. Talentscouts halten große Stücke auf Moore – er könnte sogar der Nummer 1 Pick während der NFL Draft werden – doch seine Leistungen waren nicht immer konstant. Gegen Texas Tech warf Moore eine Interception und keinen Touchdown. In vier Spielen dieser Saison warf er weniger als 200 Yards, darunter eine schwache Phase in den aufeinanderfolgenden Siegen gegen Wisconsin und Iowa. Indiana hat es in dieser Saison hervorragend verstanden, gegnerischen Quarterbacks das Leben schwer zu machen. Dasselbe passierte Moore, dem Quarterback von Ohio State, Julian Sayin, im Big Ten Championship Game und ganz sicher auch dem Quarterback von Alabama, Ty Simpson, im Rose Bowl. Gerade bei diesen entscheidenden Third Down Situationen scheint Indianas Verteidigung am stärksten zu sein. Für Oregons Offensive Coordinator Will Stein wird es extrem wichtig sein, früh im Spiel Gelegenheiten zu finden, Moore Sicherheit zu geben und den Ball zu bewegen. Dem Laufspiel fehlt mit Running Back Jordan Davison ein wichtiger Spieler, was den Druck auf Moore, die Offensive zu tragen, noch erhöht.
Schlüter - 09.01.2026

Auch Oregon Ducks Head Coach Dan Lanning will das National Championship Game erreichen. (© Getty Images)
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