Indiana untermauerte seine Rolle als Nummer 1 der CFP Setzliste mit einem dominanten 38:3 Sieg über Alabama im Rose Bowl Viertelfinale in Pasadena der College Football Playoffs. Die Hoosiers treffen nächste Woche im Peach Bowl im CFP-Halbfinale auf die Nummer 5, Oregon. Auf dem Spiel steht dann der Einzug in das College Football Championship Game.
Indiana ist das erste Team im 12-köpfigen CFP Format, das nach einem Freilos in der ersten Runde ein Viertelfinalspiel gewinnen konnte. Zuvor hatten Teams nach einem Freilos alle sechs Spiele verloren, darunter Ohio State (Niederlage gegen Miami) und Texas Tech (Niederlage gegen Oregon) zu Beginn der Saison. Curt Cignetti gewann zudem als erst zweiter FBS Head Coach während seiner ersten beiden Saisons an einer Universität mindestens 25 Spiele. Ironischerweise folgte er damit Kalen DeBoer, dem Head Coach von Alabama, der vor seinem Wechsel nach Tuscaloosa nach Nick Saban dasselbe Kunststück in Washington vollbracht hatte. Indianas Sieg sicherte der Big Ten zudem zum dritten Mal in Folge einen Vertreter im nationalen Meisterschaftsspiel und mit 14 Siegen in Folge hat sich Indiana auch die längste Siegesserie in der FBS gesichert. Michigan gewann die Meisterschaft 2023 gegen Washington, und Ohio State besiegte Notre Dame im vergangenen Jahr im ersten CFP-Turnier mit zwölf Teams.
Heisman Trophy Gewinner Fernando Mendoza brachte 14 von 16 Pässen für 192 Yards und drei Touchdowns an den Mann. Alabamas Quarterback Ty Simpson musste im dritten Viertel nach nur 67 Yards und 12 erfolgreichen Pässen das Feld verlassen und wurde durch Austin Mack ersetzt, der DeBoer 2024 von Washington nach Alabama gefolgt war. Die Niederlage war Alabamas höchste seit 2000. Die Crimson Tide hatten zuvor 2018 im nationalen Meisterschaftsspiel mit 28 Punkten gegen Clemson verloren. Mit der Niederlage dauert Alabamas Durststrecke nach sechs Meisterschaften in zwölf Jahren unter Saban nun bereits fünf Saisons an.
Für Alabama gab es aber auch Lichtblicke in der Spielzeit 2025, darunter ein Auswärtssieg in den Playoffs gegen Oklahoma und ein Sieg in der regulären Saison gegen Georgia, doch die 31:17 Auftaktniederlage gegen Florida State (ein Team, das die Saison mit 5-7 beendete) und die vernichtende 38:3 Niederlage im Rose Bowl gegen die Nummer 1 Indiana werden die Saison 2025 prägen. In beiden Niederlagen war Alabama körperlich unterlegen. Sie wirkten in den entscheidenden Momenten schwach. Im Rose Bowl erinnerte Indiana an die alten Alabama Teams unter Nick Saban – sie liefen den Ball immer wieder souverän, bis es Zeit für einen langen Pass war. Alabama Fans kennen diesen Spielstil als "freudloses Gemetzel", und es muss bizarr gewesen sein, ihn diesmal so erfolgreich gegen die hilflosen Crimson Tide eingesetzt zu sehen. Unter Sabans ehemaligem Schützling Curt Cignetti ähnelte Indiana dem alten Alabama. Dieses neue Alabama unter Kalen DeBoer muss somit einige grundlegende Veränderungen vornehmen und diese verheerende, demütigende Niederlage muss zur Selbstreflexion anregen. Von der Kaderzusammenstellung über die Personalplanung bis hin zur kulturellen Identität sollte in dieser Offseason alles überprüft werden.
Die Augen in Tuscaloosa richten sich vor allem auf den Junior Qurterback Ty Simpson. Obwohl Simpson nach nur einem Jahr als Backup von Bryce Young und Jalen Milroe ein Stammspieler wurde, ist er bereits 23 Jahre alt. Sollte er frühzeitig positives Feedback erhalten, könnte es ihm schwerfallen, einen Wechsel in die NFL abzulehnen, insbesondere da mehrere Offensivspieler wie Germie Bernard und Kadyn Proctor das Programm verlassen haben. Es wird interessant sein zu sehen, wie Simpson wahrgenommen wird, insbesondere nach seinen schwachen Leistungen im Rose Bowl und im SEC Championship Game. Sollte Simpson das Team verlassen, muss Alabama aktiv nach einem geeigneten Quarterback im Transferportal suchen. Dieser Weg wird zwar teuer – ein Stamm-Quarterback für ein Power Four Conference Mitglied kostet mindestens zwei Millionen Dollar – ist aber angesichts der Alternativen wahrscheinlich eine notwendige Investition. Austin Mack wirkte zudem in Pasadena überfordert, nachdem er für den verletzten Simpson eingewechselt wurde. Freshman Keelon Russell ist ein ehemaliger Fünf-Sterne-Rekrut und genießt hohes Ansehen, doch in diesem entscheidenden Jahr für DeBoer und sein Alabama Programm wäre es zu riskant, keinen erfahrenen Quarterback zu verpflichten. DeBoer und Offensive Coordinator Ryan Grubb müssen die Situation nach dem Saisonende umgehend mit Simpson besprechen. Und wenn Simpson gehen sollte, muss Alabama energisch und entschlossen handeln, um einen neuen Spielmacher zu finden.
Schlüter - 02.01.2026

#15 Fernando Mendoza und #13 Elijah Sarratt (Indiana Hoosiers) feiern den Sieg im College Football Playoff Viertelfinale. (© Getty Images)
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