Die Chance auf einen Divisionstitel war nach den Siegen Seattles und San Franciscos davor bereits dahin, die Los Angeles Rams kassierten am Montagabend bei den Atlanta Falcons dann auch noch ihre fünfte Saisonniederlage. Nach einer verpatzten ersten Hälfte unterlagen sie den Atlanta Falcons mit 24:27, obwohl sie eine Aufholjagd kurz vor dem Ende noch zum 24:24-Ausgleich geführt hatte.
Die Rams haben ihren Wild-Card-Platz für die Playoffs allerdings ohnehin sicher, und an der Ausgangslage für die letzte Woche änderte sich durch die eigene Niederlage nichts. Mit einem Sieg in ihrem letzten Hauptrundenspiel gegen Arizona am Sonntag und einer Heimniederlage der 49ers gegen Seattle am Samstag wird es noch Rang zwei in der NFC West und damit der Top-Wild-Card-Platz der NFC, was den Playoff-Auftakt entweder in Carolina oder in Tampa bringt. Gewinnen die 49ers oder verliert Los Angeles am 18. Spieltag, geht es für die Rams entweder nach Philadelphia oder nach Chicago.
Die letzten Spiele der Bears und der Eagles laufen zeitgleich zur Partie der Rams gegen Arizona, Tampa Bay und Carolina spielen wie die 49ers und die Seahawks bereits am Samstag. Vor dem Kickoff am Sonntag wird man also in Los Angeles genauer wissen, was einem bevorsteht. Hätte San Francisco da den Sprung auf Rang eins der NFC mit dem Erfolg gegen Seattle bereits geschafft, kann man "austrudeln", da man ohnehin nicht beeinflussen kann, was in Philadelphia und Chicago passiert. Sonst dürfte es das klare Ziel werden, lieber in den Südosten der USA als in den Nordosten zum Titelverteidiger oder den Mittleren Westen zu einem bärenstarken Herausforderer zu reisen.
Dann sollte man zu Beginn keinesfalls schlafmützig agieren. In Atlanta kam die hochgelobte Offense der Rams nur sehr langsam in die Gänge. In der zweiten Angriffsserie schaffte man es immerhin an Atlantas 11-Yard-Linie, setzte dort im vierten Versuch auf Kyren Williams, und der scheiterte. Williams zog im Vergleich zweier der stärksten Running Backs der Liga auch insgesamt den kürzeren. Denn die Defense der Rams war nicht in der Lage, Bijan Robinson einzuhegen. Der hatte mit dem ersten seiner fünf Passfänge (für insgesamt 34 Yards Raumgewinn) Atlanta bereits mit 7:0 in Front gebracht und schon diesen Touchdown auch mit seinen Läufen vorbereitet.
In der nächsten Angriffsserie profitierte er auch von der Unterstützung von Tyler Allgeier, aber ein False Start verhinderte am Ende das nötige First Down im Mittelfeld. Dies machte aber fast gar nichts - denn die Falcons-Defense sorgte in Gestalt von Jessie Bates per Interception Return für das 14:0. Es war die erste von drei Interceptions für Rams-Quarterback Matt Stafford, der so wie Williams gegen Robinson auch das persönliche Duell der Quarterbacks gegen Kirk Cousins verlor. Xavier Watts fing die anderen beiden Interceptions für die Falcons, die erste in der Schlussphase der ersten Hälfte dicht vor der eigenen Endzone. Die hätte also folgenlos bleiben können, wäre da nicht Bijan Robinson gewesen: Mit einem 93-Yard-Lauf bis in die Endzone stellte er auf 21:0 zur Pause und hatte da schon die 100-Yard-Marke wieder einmal geknackt. Insgesamt holte er mit 22 Läufen 195 Yards Raumgewinn.
Nach der Pause holten die Rams auf, erst durch ein Field Goal, nachdem einer der drei Quarterback Sacks gegen Stafford die Touchdown-Chance vereitelt hatte, dann durch Staffords Touchdown-Pass auf Terrance Ferguson zum 10:24. Die Chance auf den Sieg eröffnete dann Jared Verse, der einen Field-Goal-Versuch von Zane Gonzalez blockte und den Ball über 76 Yards zum 17:24 zurücktrug. Nun hielt die Rams-Defense die Falcons auch in Schach, doch der Ausgleichs-Touchdown per Pass auf Puka Nacua kam erst, nachdem Stafford noch ein drittes Mal den Ball in falsche Hände geworfen hatte.
Rund drei Minuten blieben da zu spielen - und die Falcons machten dies ziemlich abgezockt, wobei es für sie ja auch um nichts mehr ging. Robinson brachte sie an die 35-Yard-Linie der Rams. Obwohl zuvor ein Field-Goal-Versuch schief gegangen war, befanden sie, dass dies reichen sollte, und ließen Tyler Allgeier dort vor allem den Ball festhalten und die Spielzeit verbrauchen. 25 Sekunden vor dem Ende traf Gonzalez tatsächlich aus 51 Yards Entfernung zum 27:24-Endstand, Matt Stafford und den Rams blieben nur noch vier vergebliche Passversuche aus der eigenen Hälfte.
Daniel Weber - 30.12.2025

Bijan Robinson steuert auf eine 1500-Yard-Saison zu. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: