Die Pittsburgh Steelers (9-7) haben die Partie bei den Cleveland Browns (4-12) mit 13:6 absolut verdient verloren und müssen damit weiter um den vermeintlich schon sicheren Divisionssieg zittern.
Eigentlich war die Ausgangsposition klar: Für die Browns ging es um nichts mehr und zudem waren einige Leistungsträger in den vergangenen Wochen verletzt ausgeschieden. Lediglich der eine noch fehlende Sack von Myles Garrett, um den ewigen Sack Rekord zu knacken war von größerem Interesse.
Die Steelers mussten "nur" gewinnen, um sich den Divisionssieg zu sichern und damit in die Playoffs einzuziehen. Andernfalls drohte ein Do-or-Die Spiel in Woche #18 gegen die Ravens.
Klingt einfach, war es aber dann zu keinem Zeitpunkt: Die Browns hatten von Beginn an keine Lust auf die Opferrolle gegen ihren großen Rivalen (das Verhältnis ist hier etwas einseitig) und ärgerten die Steelers immer wieder mit Pässen durch die Mitte zu Wide Receiver Jerry Jeudy. Gleich im ersten Drive gingen die Hausherren durch ein 50-Yard-Field-Goal mit 3:0 in Führung und erhöhten durch einen weiten Pass auf Rookie Tight End Harold Fannin Jr sogar auf 10:0. Der war angeschlagen in die Partie gegangen und prompt verletzte er sich bei dem Touchdown, so dass er nicht mehr weiterspielen konnte.
Die Verteidigung der Browns machte Aaron Rodgers und Co das Leben schwer und ließ in der ersten Hälfte keinen Touchdown der Gäste zu; mit dem zweiten Field Goal von Kicker Chris Boswell aus 40 Yards verkürzten die favorisierten Steelers zumindest auf 10:6.
Browns Quarterback Shedeur Sanders hatte bis dahin mit 12 / 17 für 164 Yards und einem Touchdown bei einer Interception durchaus solide gespielt. Myles Garrett hatte den ersehnten Sack noch nicht geschafft – Aaron Rodgers schien dessen jeweilige Seite aktiv zu meiden.
Die zweite Hälfte lief zunächst kaum anders: Die Steelers ließen nicht mehr viel Raumgewinn der Browns zu, waren aber auch selbst nicht in der Lage, nennenswert nach vorne zu kommen.
Zu Beginn des Schlussviertels verzog auch noch Pittsburghs Kicker Boswell aus 54 Yards nach rechts. Die Uhr wurde langsam zum Faktor; Safety Kyle Dugger fing einen Verzweiflungspass von Shedeur Sanders in Richtung Jerry Jeudy ab und ließ so die Hoffnungen der Steelers Anhänger wieder wachsen. Allerdings folgte auch hier schnell ein Punt und vertagte die endgültige Entscheidung. Das Muster wiederholte sich: Beide Teams waren mit ihrem Angriff der gegnerischen Defensive nicht gewachsen.
Die Steelers pinnten die Browns ein letztes Mal tief in deren eigener Hälfte und erhielten den Ball mit 2:16 auf der Uhr an der eigenen 20 Yards Linie zurück. In früheren Zeiten wäre man sich als neutraler Beobachter sicher gewesen, dass Aaron Rodgers kein Problem hat, den Sieg nach Hause zu bringen. Nach dem Auftritt bis dahin gab es doch erhebliche Zweifel daran.
Die stellten sich auch schnell als berechtigt heraus: Aaron Rodgers brachte vier Passversuche in Folge nicht einmal in die Nähe seiner Receiver und Cleveland erhielt zum Two Minute Warning den Ball an der Steelers 20. Die Jubelschreie aus Baltimore waren fast hörbar.
Die Browns erhöhten durch Kick von Szmyt aus 33 Yards aber nur auf 13:6, den Steelers blieben dadurch noch einmal 1:40, um die Verlängerung zu erzwingen. Zunächst überbrückten die Gäste schnell das Feld, aber an der 7 Yards-Linie war Schluss: Dreimal in Folge versuchte Rodgers einen Pass zu Wide Receiver-Valdes-Scantling, nur beim dritten Wurf war es auch tatsächlich knapp. Verdient hätten es die Steelers aber auch nicht gehabt angesichts der Ausgangslage und der folgenden Leistung.
Aus Browns-Sicht war lediglich ärgerlich, dass Myles Garrett weiterhin auf den Rekord warten muss. Aber nächste Woche wartet noch die löchrige Offensive Line der Bengals, um auch das zu schaffen.
Kommende Woche kommt es damit zu dem AFC-North-Duell schlechthin zwischen den Steelers und den Ravens (8-8) um den Einzug in die Playoffs - die Partie wurde umgehend als Höhepunkt des Spieltages auf den Sunday Night Slot terminiert und wird den Abschluss der Hauptrunde bilden. Die Browns treten vorher bei den Cincinnati Bengals an.
Carsten Keller - 28.12.2025

Aaron Rodgers verstand die Welt nicht mehr (© Getty Images)
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