Die Washington Commanders (4-12) haben ihr letztes Heimspiel gegen die Dallas Cowboys (7-8-1) mit 23:30 verloren. Obwohl es um nichts mehr ging, entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, die auch einige Verletzte als Tribut forderte.
Bereits vor Kickoff stand fest, dass die Cowboys auf Platz #2 der NFC East, aber weit weg von den Playoffs, abschließen. Fast ebenso sicher war der dritte Platz der Commanders.
Die Gäste waren vor der Partie bei den Buchmachern deutlich favorisiert und wurden dieser Prognose schnell gerecht: Nach nicht einmal fünf Minuten stand es 0:7 durch einen Pass auf Tight End Ferguson.
Allerdings ließ auch der 39-jährige 3rd String Quarterback Josh Johnson bei seinem erst zehnten Start – aber auch schon seiner 14. NFL-Station (oder 22, wenn man die mitzählt, die er mehrmals hatte) – seit 2008 durchaus Klasse aufblitzen. Einen kurzen Pass nutzte Deebo Samuel, um seinen Gegenspieler mit einem Stiff Arm von dessen Helm zu befreien und bis in die Red Zone zu laufen. Mehr als drei Punkte ließ die grundsätzlich schwache Cowboys D aber erst einmal nicht zu.
Cowboys Quarterback Dak Prescott, der bei diesem Spiel mit seinem 4.716 Passversuch Legende Troy Aikman überholte, führte sein Team erneut bis an die Endzone Washingtons.
Dort schlug einmal mehr Running Back Javonte Williams zu. Er hatte sowieso schon das meiste aus seiner Saison gemacht: Die mehr als 1.250 Yards und 13 Touchdowns bedeuten das Maximum an Boni für ihn und damit drei Millionen Dollar Gehalt. Der 25-jährige wird nach der Saison (wieder) zum Free Agent, falls die Cowboys ihn nicht vorher verlängern.
Die Cowboys spielten gleich vier Fourth Downs erfolgreich in der ersten Hälfte aus; das gelang außer ihnen nur den Saints im Jahr 2006 einmal.
Ein Free Play, als Frankie Luvu falsch aufgestellt war, nutzten die Cowboys für einen 86 Yards Touchdown Pass zu Wide Receiver KaVontae Turpin. Es war der drittlängste Touchdown-Pass in der Karriere von Prescott laut ESPN (2023 CeeDee Lamb – 92 Yards, 2018 Amari Cooper gegen Washington – 90 Yards).
Zumindest Deebo Samuel hatte noch nicht genug: Diesmal war es ein Trick Play, das die Commanders bis an die Dallas 31 brachte. Jacory "Bill" Croskey-Merritt erlief den Touchdown zum 10:21 Anschluss; nach einem Aubrey Field Goal ging es mit 10:24 in die Kabinen.
Head Coach Dan Quinn störten bis dahin vor allem die dritten und vierten Versuche der Gäste, die zu oft zu neuen First Downs geführt hatten.
Den nächsten Score erzielten dann auch die Commanders: Erneut war es Running Back Croskey-Merritt, der das meiste aus der verletzungsbedingten Abwesenheit von Nebenmann Chris Rodriguez machte: Sein 72 Yards Touchdown Run war der bisher längste seiner Karriere und verkürzte auf 17:24.
Bei den Cowboys war mittlerweile Malik Davis nach der Verletzung von Javonte Williams Fokus des Run Games. Das klappte grundsätzlich nicht schlecht, aber im dritten Viertel gab es nur ein Field Goal der Gäste. Mit 20:27 ging es in den Schlussabschnitt.
Dort verzog Kicker Aubrey einen Versuch aus 58 Yards nach rechts und so hatten die Commanders nach langer Zeit wieder einmal die Chance auf den Ausgleich. Brandon Coleman, deutscher Left Tackle, der für den verletzten Laremy Tunsil spielte, musste im Schlussabschnitt ausgewechselt werden. Kaum, dass er wieder zurück war, verhinderte er mit einem False Start das Ausspielen des vierten Versuchs.
Vier Minuten vor Schluss erhöhten die Cowboys durch ein Field Goal auf 30:20. Dak Prescott war zu diesem Zeitpunkt bereits sechsmal gesacked worden.
Als die Commanders noch einmal per Field Goal verkürzen konnten, mussten die Cowboys noch gut zwei Minuten überstehen. Das gelang und so verloren die Commanders auch zum sechsten Mal in dieser Saison, wenn sie zur Pause mit mindestens zehn Punkten zurücklagen.
Verletzte
Washington: Bereits im zweiten Viertel hatte sich Commanders Cornerback Jonathan Jones mit einer möglichen Gehirnerschütterung aus der Partie verabschieden müssen.
Auch Offensive Liner Tyler Biadasz, ehemals auch bei den Cowboys unter Vertrag, wurde im zweiten Viertel lange behandelt und konnte mit einer Knieverletzung ebenfalls nicht weiterspielen.
Dallas: Javonte Williams wurde mit einer Schulterverletzung genauso aus der Partie genommen wie Tight End Jake Ferguson (Wade).
Ausblick
Kommende Woche spielen die Cowboys zum Saisonabschluss bei den New York Giants. Die Commanders treten bei den Philadelphia Eagles an.
Die Kickoffzeiten werden von der NFL erst nach Abschluss des 17. Spieltags bekanntgegeben.
Carsten Keller - 25.12.2025

"Bill" Croskey-Merritts zwei Touchdowns reichten nicht gegen die Cowboys (© Getty Images)
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