Die Detroit Lions haben im Kampf um die Playoffs einen herben Rückschlag erlitten. Durch die 24:29-Heimniederlage gegen die Pittsburgh Steelers im Ford Field kassierte das Team von Head Coach Dan Campbell erstmals seit Oktober 2022 wieder zwei Pleiten in Folge – und steht nun mit dem Rücken zur Wand.
Dabei schien Detroit im Schlussviertel bereits auf dem Weg zu einer spektakulären Aufholjagd. Nach einem zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Rückstand meldeten sich die Lions mit 14 Punkten im vierten Viertel zurück. Quarterback Jared Goff fand 25 Sekunden vor dem Ende Amon-Ra St. Brown per 1-Yard-Pass in der Endzone – doch der vermeintliche Ausgleich wurde durch eine Offensive-Pass-Interference-Strafe gegen Isaac Teslaa.
Noch bitterer wurde es wenige Spielzüge später. Beim vierten Versuch und Goal von der 9-Yard-Linie bediente Goff erneut St. Brown, der kurz vor der Endzone gestoppt wurde. Beim Zurückdrängen pitchte der Wide Receiver den Ball zu Goff, der in die Endzone lief. Doch erneut griff die Schiedsrichtercrew ein: Wieder lautete die Entscheidung Offensive Pass Interference gegen St. Brown – Spielende, Niederlage, kollektive Ernüchterung.
Dass Detroit überhaupt noch eine Chance auf den späten Sieg hatte, lag an einer starken Schlussphase der Offense. Dennoch offenbarte die Partie gravierende Schwächen, allen voran im Laufspiel. Mit lediglich 15 Rushing-Yards stellten die Lions einen Negativwert in der Ära von Dan Campbell auf. Die fehlende Balance machte es der Offensive über weite Strecken schwer, konstant Druck aufzubauen.
Die Steelers nutzten das konsequent aus. Besonders ein Moment erwies sich als spielentscheidend: Beim Stand von 15:10 aus Sicht Detroits zu Beginn des vierten Viertels musste die Lions-Offense tief in der eigenen Hälfte punten. Pittsburgh erhielt hervorragende Feldposition – und Running Back Jaylen Warren nutzte diese eiskalt. Mit einem 45-Yard-Lauf durch die Mitte der Lions-Defense baute er die Führung auf 22:10 aus, ein Vorsprung, den Detroit trotz aller Bemühungen nicht mehr vollständig egalisieren konnte.
Insgesamt dominierten die Steelers das Geschehen am Boden deutlich. 230 Rushing-Yards standen am Ende für Pittsburgh zu Buche, Detroit kam wie erwähnt kaum über symbolische Werte hinaus. Auch die Zeitkontrolle sprach klar für die Gäste (34:06 Minuten Ballbesitz gegenüber 25:54).
Quarterback Jared Goff zeigte trotz der Niederlage eine ordentliche Leistung. Er brachte 34 seiner 54 Pässe für 364 Yards an, warf drei Touchdowns und blieb ohne Interception. Auf Seiten der Steelers überzeugte Aaron Rodgers mit 266 Yards und einem Touchdown, ebenfalls ohne Ballverlust. Lions-Pass Rusher Aidan Hutchinson konnte Rodgers zweimal zu Boden bringen, doch insgesamt fand Pittsburgh meist die richtigen Antworten.
Für Detroit punkteten Isaac TeSlaa, Kalif Raymond und Running Back Jahmyr Gibbs per Touchdown. Gibbs schrieb dabei Geschichte: Mit seinem 48. Touchdown in den ersten drei NFL-Jahren überholte er Franchise-Ikone Barry Sanders und ist nun alleiniger Rekordhalter in dieser Kategorie.
Die Niederlage lässt die Lions auf 8:7 abrutschen. Um noch in die Playoffs einzuziehen, ist nun ein kleines Wunder nötig: Siege in den verbleibenden Spielen bei den Minnesota Vikings und den Chicago Bears sowie gleichzeitige Niederlagen der Green Bay Packers gegen Baltimore und ein entsprechender Ausgang bei Minnesota.
Hinzu kommen personelle Sorgen: Defensive Back Avonte Maddox musste das Feld im vierten Viertel verletzt verlassen und kehrte nicht zurück.
Für die Lions wird die Luft immer dünner – sportlich wie rechnerisch. Die bittere Niederlage gegen Pittsburgh könnte sich am Ende als der Moment erweisen, an dem der Traum von der Postseason endgültig zerplatzt ist.
Jan Sawicki - 22.12.2025

Jared Goff trotz fehlerloser Leistung steht Goff mit den Lions kurz vor dem Playoff aus. (© Getty Images)
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