In ein ungewohntes Weihnachtsfest gehen die Kansas City Chiefs: Nach neun Divisionstiteln (und zehn Playoff-Teilnahmen) in Folge war seit Anfang Dezember schon klar, dass es mit dem zehnten Gruppensieg in Serie nichts werden würde, spätestens seit der Verletzung von Star-Quarterback Patrick Mahomes waren auch die schmalsten Rest-Aussichten auf die Playoffs dahin gewesen. Das Gastspiel der Chiefs in Nashville bei den Tennessee Titans, die im dritten Jahr in Folge quasi von Saisonbeginn an in einer solch aussichtslosen Situation waren, hatte damit keine wirkliche Bedeutung mehr.
Die Tennessee Titans nutzten es mit einem 26:9-Sieg aus - für sie der dritte Saisonsieg, mit dem sie sich aus dem "Rennen" um den ersten Draft-Zugriff verabschiedet haben dürften. Die beiden 2:13-Teams der Liga - New York Giants und Las Vegas Raiders - spielen nach Weihnachten in Las Vegas direkt gegeneinander, für den Verlierer ist Platz 32 der Gesamt-Liga damit so gut wie sicher. Obwohl - sowohl Giants als auch Raiders spielen am Schluss dann noch einmal Heimspiele gegen die ganz "großen Namen" ihrer jeweiligen Gruppe: Dallas und eben Kansas City, die beide ihren Ansprüchen 2025 nicht gerecht wurden, aber für gebeutelte Teams am letzten Spieltag noch Zielscheibe werden könnten, um einen Achtungserfolg zu landen.
Für die Spieler solcher Mannschaften geht es dabei ja auch um den Platz im Kader für kommendes Jahr. Das kann dann schon noch einmal anspornen, während Gegner wie die Chiefs es nicht mehr groß nötig haben, gegenzuhalten. Gegen die Chiefs machten bei den Titans Cam Ward und Tyjae Spears auf sich aufmerksam. Cam Ward warf bei 28 Versuchen 21 gültige Pässe (75,0 Prozent) für 228 Yards und zwei Touchdowns ohne Interception - was ein Passer Rating von 122,3 bedeutete. Bei fünf Passfängen markierte Tyjae Spears 53 Yards Raumgewinn, und er erlief 52 Yards und einen Touchdown.
Dass Kansas City nicht mehr bis zum Äußersten ging, dokumentierte sich deutlich bei den Third Downs. In neun von 17 Fällen kamen die Tennessee Titans bei Third Downs zum neuen First Down, bei den Kansas City Chiefs genügten die Anstrengungen bei neun Anläufen nur ein einziges Mal. Mit insgesamt 376 Yards Gesamtraumgewinn dominierte die Offense Tennessees dann auch die Partie. Der Angriff der Chiefs kam lediglich auf 133 Yards Gesamtangriffsleistung. Dies mag ein wenig natürlich auch damit zu tun gehabt haben, dass die Chiefs nach Mahomes nun auch dessen Ersatzmann Gardner Minshew mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss verloren.
Minshew hatte in seiner Rolle als Backup in der Vergangenheit öfter mal gezeigt, zu Überraschungen fähig zu sein. Insgesamt ist seine Laufbahn aber von Inkonsistenz geprägt, und in Nashville war er in der ersten Hälfte auch vor der Verletzung kein wirklich positiver Faktor. Die Chiefs fielen auch durch technische Unsauberkeiten auf, einer der False Starts des Angriffs warf sie so dicht an die Endzone zurück, dass die Titans danach per Safety zur ersten Führung kamen. Nach Minshews Verletzung übernahm Chris Oladokun die Führung des Star-Ensembles aus Missouri, kassierte allerdings vier Quarterback Sacks und konnte die Chiefs nur zu drei Field Goals führen.
Cam Wards zwei Touchdown-Pässe in der letzten Angriffsserie der ersten Hälfte und der ersten nach Wiederbeginn bescherten den Gastgebern bereits eine 16:6-Führung und damit ihr bestes Zwischenresultat der gesamten Saison für ein drittes Viertel. Die Entscheidung fiel, als Tennessee im vierten Viertel mit dem Touchdown-Lauf von Tyjae Spears 23:9 in Führung ging. Spears lief über die linke Seite außen in einem ersten Down in die Endzone. Auf dem Weg zum Touchdown-Lauf überbrückte Tennessee 64 Yards mit zehn Spielzügen in etwa sechs Minuten gegen einen Gegner, der sich wohl nicht mehr wirklich wehren wollte oder konnte. Bemerkenswert: Die Titans haben damit in den letzten zwölf Spielzeiten bei acht Aufeinandertreffen mit den Kansas City Chiefs sechsmal gewonnen! Eine 75-prozentige Erfolgsquote hatte in dieser Zeitspanne keine andere Mannschaft gegen die Chiefs.
Daniel Weber - 22.12.2025

Tyjae Spears und die Tennessee Titans feierten gegen Kansas City. (© Getty Images)
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Ein Teil der Erfolgsgeschichte der Kansas City Chiefs ist wieder zurück: Eric Bieniemy ist wieder Offensive Coordinator im Team von Andy Reid. Er war dort bereits bis 2022 tätig gewesen; Nachfolger Matt Nagy brachte anschließend nicht den gewünschten Erfolg, so dass sein ausgelaufener Vertrag nicht mehr verlängert wurde.
In der NFL war der eine Zeitlang...
Spiele Kansas City Chiefs
14.09.
Kansas City Chiefs - Philadelphia Eagles
17
:
20
22.09.
New York Giants - Kansas City Chiefs
9
:
22
28.09.
Kansas City Chiefs - Baltimore Ravens
37
:
20
07.10.
Jacksonville Jaguars - Kansas City Chiefs
31
:
28
13.10.
Kansas City Chiefs - Detroit Lions
30
:
17
19.10.
Kansas City Chiefs - Las Vegas Raiders
31
:
0
28.10.
Kansas City Chiefs - Washington Commanders
28
:
7
02.11.
Buffalo Bills - Kansas City Chiefs
28
:
21
16.11.
Denver Broncos - Kansas City Chiefs
22
:
19
23.11.
Kansas City Chiefs - Indianapolis Colts
23
:
20
27.11.
Dallas Cowboys - Kansas City Chiefs
31
:
28
08.12.
Kansas City Chiefs - Houston Texans
10
:
20
14.12.
Kansas City Chiefs - Los Angeles Chargers
13
:
16
21.12.
Tennessee Titans - Kansas City Chiefs
26
:
9
26.12.
Kansas City Chiefs - Denver Broncos
13
:
20
04.01.
Las Vegas Raiders - Kansas City Chiefs
14
:
12