"No Zoom... lets go!" So meldete sich Quarterback Philip Rivers grinsend auf dem Podium anlässlich seiner Verpflichtung durch die Indianapolis Colts für eine viertelstündige Medienverfügbarkeit zurück. Er soll den verletzten Starter Daniel Jones, der sich am Wochenende die Achillessehne gerissen hatte, "würdig" vertreten.
Die Anspielung auf den Videocall zeigt denn auch, wie lange der zehnfache (!) Familienvater und (mindestens) einfache Opa nicht mehr gespielt hat. Als er im Januar 2021 – mitten in der Corona Pandemie – zurücktrat, waren Zoom- / Teams / Skype- Calls Tagesgeschäft in fast jedem Haushalt.
Vor der Saison 2020 war er der große Hoffnungsträger der Colts gewesen und in der Free Agency verpflichtet worden. Mit jetzt eben 44 Jahren wagt er ein Comeback.
Damals hatte er eine Serie von 240 Partien in Folge ab der Saison 2006 auf dem Feld gestanden, was natürlich an einen seiner Vorgänger in Indianapolis, Peyton Manning, erinnert hatte.
"Ich habe auch immer seine Serie verfolgt und das hat mir immer viel bedeutet. Da gehört so viel dazu. Ich hatte immer das Glück, gesund zu bleiben. Es gehört sicher auch eine Dosis Härte dazu und wie gut Deine Offensive Line Dich beschützen kann. Es sind so viele Sachen, die da mit rein spielen. Aber es war mir immer wichtig, da jeden Sonntag rauszukönnen und auf dem Spielfeld zu stehen. Ich hab das bei Peyton immer bewundert – und bei Brett Favre, Eli und einer Menge anderer Leute. Ich hab das immer bewundert und gehofft, dass ich auch dieser Gruppe angehören kann und jeden Sonntag einsatzbereit bin."
Das hofft er jetzt natürlich auch nach einer langen Pause, in der er unter anderem als High School Coach für seinen Sohn, der ebenfalls als Quarterback auflief, in Alabama tätig war.
Vor allem die Nähe zur Franchise habe ihn zu diesem Schritt bewogen; allerdings sind von den damaligen Entscheidungsträgern nicht mehr so viele an Bord: Owner Jim Irsay ist mittlerweile verstorben, Ex-Head-Coach Frank Reich mittlerweile Head Coach bei Stanford (wo Andrew Luck – ebenfalls in der Vergangenheit Quarterback der Colts – als General Manager angestellt ist). Einzig General Manager Chris Ballard war auch damals schon auf diesem Posten tätig. Insgesamt sind laut Rivers sogar noch 14 Spieler von damals bei der Franchise. Head Coach Shane Steichen und er waren wöchentlich in Kontakt, da Rivers laut JJ Watt bei seinem High School Team die gleiche Offense Taktik spielen ließ.
Bislang lief er 244 Partien in der NFL auf und wurde achtmal zum Pro Bowl geschickt. Einzig für einen Einzug in den Super Bowl hat es nie gereicht. Vielleicht kann sich das "trotz Trainingsrückstand" noch ändern.
Einen Nachteil hat seine Rückkehr für ihn aber: Momentan war er noch einer von 26 "Halbfinalisten" für die Aufnahme in die Pro Football Hall of Fame im nächsten August. Ein Komitee hätte über die Wahl im Vorfeld zu Super Bowl LX entschieden, wobei man einschränken muss, dass seine Chancen vielleicht nicht die allerbesten gewesen wären: Den ebenfalls noch im Rennen befindlichen Mitbewerbern Eli Manning (zwei Super Bowl Titel mit den Giants) und Drew Brees (Titel mit den New Orleans Saints, erheblich bessere Statistiken) werden allgemein höhere Chancen auf die prestigeträchtige Aufnahme eingeräumt.
Durch sein Comeback wird jetzt aber die imaginäre Uhr auf Null gestellt: Erst fünf Jahre nach einem Karriereende kann ein Spieler in die Hall aufgenommen werden. Für Rivers bedeutet das konkret, dass er für 2026 gestrichen ist und, wenn es bei der übersichtlichen Zahl an Spielen bis zum Saisonende bleibt, frühestens im Sommer 2031 aufgenommen werden könnte. Aber das war ihm wohl vor seiner Rückkehr bewusst.
Carsten Keller - 11.12.2025

Philip Rivers bei seinem letzten Spiel - der Playoffniederlage gegen die Bills 2021 (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
![]()
Die Houston Texans schließen den letzten regulären Spieltag mit einem 38:30-Erfolg gegen die Indianapolis Colts ab.
Manchmal liegen Glück und Pech, aber auch Zuversicht und Durchhaltevermögen, sehr nah beieinander. Für die Houston Texans verlief der Saisonstart alles andere als optimal. Mehrere Anläufe waren nötig, um als Team...
Spiele Indianapolis Colts
14.09.
Indianapolis Colts - Denver Broncos
29
:
28
21.09.
Tennessee Titans - Indianapolis Colts
20
:
41
28.09.
Los Angeles Rams - Indianapolis Colts
27
:
20
05.10.
Indianapolis Colts - Las Vegas Raiders
40
:
6
12.10.
Indianapolis Colts - Arizona Cardinals
31
:
27
19.10.
Los Angeles Chargers - Indianapolis Colts
24
:
38
26.10.
Indianapolis Colts - Tennessee Titans
38
:
14
02.11.
Pittsburgh Steelers - Indianapolis Colts
27
:
20
09.11.
Indianapolis Colts - Atlanta Falcons
31
:
25
23.11.
Kansas City Chiefs - Indianapolis Colts
23
:
20
30.11.
Indianapolis Colts - Houston Texans
16
:
20
07.12.
Jacksonville Jaguars - Indianapolis Colts
36
:
19
14.12.
Seattle Seahawks - Indianapolis Colts
18
:
16
23.12.
Indianapolis Colts - San Francisco 49ers
27
:
48
28.12.
Indianapolis Colts - Jacksonville Jaguars
17
:
23
04.01.
Houston Texans - Indianapolis Colts
38
:
30