Schaut man sich die neun College Football Spiele des kommenden Wochenendes an, haben drei davon direkte Auswirkungen auf die Teilnahme an den Playoffs. Dabei wird während des Conference Championship Weekend oft übersehen, dass sich zwar so gut wie alle Fans auf die Playoffs konzentrieren, aber immer noch jedes einzelne dieser Teams will seine Conference gewinnen. Man investiert nicht so viel Zeit und Mühe wie diese Spieler und Trainer, um dann nicht unbedingt eine Meisterschaft gewinnen zu wollen, selbst wenn es nicht noch die ganz große US-College Meisterschaft ist. Ungeachtet der Playoff Auswirkungen, spielen 18 Teams um neun Trophäen und wer einen Conference Titel gewinnt, kann darauf zu Recht stolz sein. Für die sechs interessantesten Matches haben wir jeweils eine Prognose gewagt.
Nr. 1 Ohio State gegen Nr. 2 Indiana
Indiana ist dieses Jahr ein besseres Team als letzte Saison und diese Hoosiers sind viel eher in der Lage, Ohio State zu schlagen als vor einem Jahr. Die US-Buchmacher glauben zwar, dass sich die Buckeyes vom Rest des Landes abgesetzt haben, aber sie sind in der Regel nur etwa ein Field Goal besser als Indiana. Berücksichtigt man, dass das Spiel in Indianapolis stattfindet, verschafft das den Hoosiers einen leichten Vorteil, selbst wenn die Fans von Ohio State das Stadion füllen werden. Berücksichtigt muss auch werden, dass Ohio State seine Spiele im Durchschnitt mit 6,3 Punkten Vorsprung gewonnen hat und ihre Defense hat in dieser Saison noch nie mehr als 16 Punkte in einem Spiel zugelassen. Indiana ist das beste Team, gegen das Ohio State seit Texas gespielt hat, aber es ist anzunehmen, dass das keine Rolle spielt. Indianas Offensive hatte gegen die besten Teams ihres Spielplans Probleme, erzielte gegen Iowa nur 20 Punkte und konnte trotz 30 beziehungsweise 27 Punkten gegen Oregon und Penn State nicht dominieren. Ohio States Verteidigung ist besser als alle drei.
Nr. 3 Georgia gegen Nr. 9 Alabama
Kein Team im Land hat sich im Spielverlauf so gut angepasst wie Georgia. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams war ein gutes Beispiel dafür. Alabama ging in der ersten Halbzeit mit 24:14 in Führung und erzielte dabei gleich zwei Touchdowns über 14 Spielzüge. Doch dann kam die Halbzeitpause, und das war es dann für die Offensive der Tide. Georgia ließ in der zweiten Hälfte keine Punkte mehr zu, was sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zieht. Georgia kassiert durchschnittlich 9,3 Punkte vor und 7,1 Punkte nach der Halbzeit. Sie gehen in die Umkleidekabine, identifizieren die Schwachstelle und beheben sie geradezu klassisch. Es kann in diesem Spiel eine ähnliche Herangehensweise erwartet werden. Die Geschichte spricht für Alabama, da die beiden Teams zum fünften Mal im SEC Championship Game aufeinandertreffen und Alabama die ersten vier sowie zehn der letzten elf Begegnungen insgesamt gewonnen hat. Georgia hat eindeutig ein Problem mit Alabama auch wenn es schwierig werden sollte, zweimal innerhalb einer Saison das gleiche Team zu schlagen. Ungeachtet dessen kann erwartet werden, dass die erste Halbzeit eher eine Abtastphase sein wird. Außerdem ist Alabamas Offensive seit etwa einem Monat nicht mehr in Bestform, was ein Vorteil für Georgia sein kann.
Nr. 4 Texas Tech gegen Nr. 11 BYU
Ein weiteres Rematch - und niemand erwartet, dass es sich großartig vom Original unterscheiden wird. Das erste Aufeinandertreffen in Lubbock endete mit 50 Punkten, wobei Texas Tech deutlich unter der erwarteten Punktzahl gewann. BYUs Offensive war chancenlos, da sie auf dem Laufspiel basiert und Texas Tech eine der besten Laufverteidigungen des Landes besitzt. Zudem dominierte die Defensive Line von Texas Tech BYUs Offensive Line in jeder Hinsicht, und BYU tritt mit derselben Offensive Line in dieses Spiel. Gleichzeitig war BYUs Verteidigung aber keineswegs schwach. Die Cougars Offensive leistete sich zwar drei Ballverluste und brachte die Verteidigung dadurch in Bedrängnis, doch sie hielt Texas Tech mit Field Goals statt Touchdowns auf dem Feld. Das war die ganze Saison über ein Schwachpunkt der Red Raiders.
Nr. 17 Virginia gegen Duke
Angesichts der langjährigen Tradition der ACC, sich selbst zu schaden, wäre ein Sieg von Duke in diesem Spiel und damit eine komplette Abstinenz bei den CFP-Playoffs durchaus möglich. Wer aber auf Duke setzt, muss bedenken, dass Virginia im Hinspiel nach drei Vierteln mit 31:3 führte, bevor Duke in den Schlussminuten noch zwei Touchdowns erzielte und das Spiel dadurch etwas spannender gestaltete. Virginias Offensive hat Duke im ersten Aufeinandertreffen regelrecht auseinander genommen und das war auch bei den meisten anderen Teams der Fall, gegen die Duke in letzter Zeit gespielt hat. Die Verteidigung der Blue Devils ließ im November 3,04 Punkte pro Drive zu, was landesweit nur Platz 120 bedeutete. Ihre Erfolgsquote von 51,8 Prozent war mit Platz 126 sogar noch schlechter. Virginia sollte den Ball auch im ACC Finale wieder gut bewegen können, aber die Blue Devils werden wohl auch hier ebenbürtig agieren können. Einige Experten sollen sogar das Gefühl haben, dass dieses Spiel wie ein Tennismatch aussehen wird.
Nr. 20 Tulane gegen Nr. 24 North Texas
Tulanes Jon Sumrall wechselt nach Florida. North Texas' Eric Morris geht zu Oklahoma State. Der Gewinner zieht in die College Football Playoffs ein. Beide Teams würden gerne noch ein Spiel an ihrem jeweiligen Standort bestreiten, aber nur einer bekommt die Chance. Die Quoten sehen Tulane im AAC Conference Championship Game als Favoriten, aber nur als Favoriten mit einem kleinen Vorsprung. North Texas wurde natürlich von USF in einem wichtigen Spiel deklassiert und die Mean Green sollten hier deutlich konkurrenzfähiger auftreten. North Texas führt die Nation mit 3,90 Punkten pro Ballbesitz an, und die Quote explosiver Pässe von 22,1 Prozent ist die zweithöchste. Tulanes Verteidigung hingegen liegt auf Platz 76 bei der EPA pro Dropback und auf Platz 55 bei der Quote zugelassener explosiver Pässe. Das ist keine ideale Ausgangslage für die Green Wave.
Western Michigan gegen Miami OH
Es gibt nicht viele offensichtliche Kandidaten für die Überraschung der Woche, aber Miami (Ohio) ist ein sicherer Tipp, Western Michigan im MAC Championship zu schlagen. Die Red Hawks wurden letzte Saison in diesem Spiel von Ohio mit 38:3 deklassiert, aber dies ist ihre dritte Teilnahme in Folge am Titelspiel auf dem Ford Field. Western Michigan hat seit 2016 nicht mehr im Meisterschaftsspiel gestanden, als Corey Davis den Broncos von P.J. Fleck zum Einzug in den Cotton Bowl verhalf. Die Broncos spielten eine starke Saison mit einer Bilanz von 7:1 in der MAC, verloren aber bereits Anfang des Jahres gegen Miami. Offiziell betrug der Unterschied nur neun Punkte, doch das Spiel wirkte deutlich einseitiger. Miami hat seitdem den Quarterback gewechselt, und das hat sich bewährt. Die Geschichte könnte sich durchaus wiederholen.
Schlüter - 05.12.2025

Im Ford Field wird das MAC Finale entschieden. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: