Patriots-Duo für Hall of Fame?!

Bill Belichick steht als Coach zur Wahl für die Pro Football Hall of FameGut eine Woche nach der Bekanntgabe der 26 noch übrigen "Halbfinalisten" hat die Hall Of Fame die fünf Finalisten bei den Seniors (3), den Contributor und den Head Coach bekanntgegeben. Interessant ist vor allem die Konstellation mit Contributor und Head Coach, da hier die zwei wichtigsten Säulen ehemaliger Patriots-Erfolge abseits des Spielfelds, Besitzer Robert Kraft und Ex-Head-Coach Bill Belichick, zur Wahl stehen. Früher ein Erfolgs-Duo, mittlerweile absolut keine Freunde mehr. Bei den Senior Player wurden Ken Anderson, Roger Craig und L.C. Greenwood nominiert.

Seit dem Vorjahr ist die Auswahlprozedur anders als früher: Ein Kandidat braucht 80 Prozent der abgegebenen Stimmen (bei 50 Wahlberechtigten also 40), wobei jeder maximal für drei der fünf abstimmen kann, was auch die Möglichkeit lässt, dass niemand die 80 Prozent erreicht. In diesem Fall würde ausschließlich die Person mit den meisten Stimmen einziehen.

Angesichts der Auswahl ist es jedoch wahrscheinlicher, dass es zumindest zwei aus der Gruppe schaffen.

Bill Belichick dürfte ein sogenannter no-brainer sein, auch wenn ihn jetzt ausgerechnet Medienvertreter wählen sollen, die er früher ... "besonders" ... behandelt hat. Angesichts seiner Fülle an Titeln wäre es trotzdem überraschend, wenn ihn mehr als 10 der 50 nicht wählen würden.

Kaum anders verhält es sich bei Robert Kraft, der das Team in den 90ern erworben und durch Verpflichtungen von Head Coach und Glücksfall Tom Brady zur Dynastie (mit neuem Stadion) transformieren konnte. Aber auch seine Vermittlungen zwischen Liga und Spielergewerkschaft sowie Verdienste um die Liga an sich – wofür dieser Titel offiziell steht – sollten genug für ihn sprechen. Hinter vorgehaltener Hand wird immer wieder berichtet, dass er nicht verstehen kann, warum Jerry Jones (schon lange) in die Hall of Fame aufgenommen worden ist, er aber noch nicht. Womöglich wird das auch das Wahlkomitee so sehen.

Spannender wird es bei den drei Spielern: Ken Anderson absolvierte 192 Partien für die Cincinnati Bengals bis einschließlich 1986, wurde viermal zum Pro Bowl geschickt und einmal als Liga-MVP ausgezeichnet.

Roger Craig schaffte als erster eine 1.000 / 1.000 Saison (Rushing und Receiving), was nach ihm nur noch Marshall Faulk und Christian McCaffrey gelungen ist. Er lief vor allen für die San Francisco 49ers auf, wo er drei Super Bowls gewinnen konnte, und zum Ende noch ein Jahr bei den Los Angeles Raiders und zwei bei den Minnesota Vikings. 1988 wurde er als Offensive Player of the year ausgezeichnet.

Last but not least geht L.C Greenwood ins Rennen, der 13 Jahre bei den Pittsburgh Steelers auflief und mit diesen vier Super Bowl Siege als Teil des "Steel Curtain" gewinnen konnte.

Zu den genannten kommt noch die Wahl aus 26: Das komplette Auswahlkomitee für die Pro Football Hall Of Fame hatte vor einer Woche die Liste der zuvor 50 Spieler zusammengestrichen. Darunter befinden sich noch fünf Spieler, die im ersten Jahr als sogenannte "First Ballot Hall Of Famer" aufgenommen werden können: Quarterback Drew Brees, Wide Receiver Larry Fitzgerald, Running Back Frank Gore, Quarterback Philip Rivers und Tight End Jason Witten kann diese Ehre noch zuteil werden.

Es ist das "Halbfinale" im Hall Of Fame Auswahlprozess, das auch von den Verantwortlichen mittlerweile "Semifinal" genannt wird: Insgesamt 26 Spieler aus einem Pool von im vergangenen Sommer zunächst 167 Nominierten sind jetzt noch im Rennen für die Aufnahme im nächsten Sommer in die Ruhmeshalle des Football-Sports in Canton / Ohio.

Als nächstes darf das Komitee dann die nächsten Wochen eine Reduzierung auf die 15 Finalisten vornehmen.

Letztendlich werden die dann 20 Finalisten - 15 Spieler der modernen Ära, drei Seniors und je ein Coach und Contributor - vor dem Super Bowl einem letzten Auswahlkomitee zur Abstimmung präsentiert. Bis vor einigen Jahren fand dieses letzte Meeting immer am Tag vor dem Super Bowl statt und verlangte den Beteiligten – vorwiegend Medienschaffende aus jeder NFL-Stadt – viel Ausdauer ab an einem Tag, an dem sie auch viel Arbeit mit der Berichterstattung vor dem Endspiel gehabt hätten. Daher verlegte man diese Debatten gezwungenermaßen in der Corona-Zeit in den virtuellen Raum und zog auch den Termin in den Januar. Eine Tradition, die sich bewährt hat. Trotzdem halten sich die Teilnehmer an ein "Schweigegelübde" und plaudern vorher nichts aus.

Carsten Keller - 03.12.2025

Bill Belichick steht als Coach zur Wahl für die Pro Football Hall of Fame

Bill Belichick steht als Coach zur Wahl für die Pro Football Hall of Fame (© Carsten Keller)

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