Zum letzten Mal in dieser regulären Saison wurden die Prognosen für die Bowl Spiele und die College Football Playoffs nach dem Rivalitätswochenende aktualisiert, kurz vor der Veröffentlichung der vorletzten Top-25-Rangliste des Auswahlkomitees am Dienstag. Diese Rangliste des Selection Committees wird für die Wackelkandidaten, darunter BYU, Miami, Vanderbilt und Texas, aufschlussreich sein.
Miami gewann in Pittsburgh überzeugend das vierte Spiel in Folge und gab dem Komitee damit etwas zum Nachdenken. Texas hingegen feierte am Rivalitätswochenende einen deutlicheren Sieg als Texas A&M, nachdem die Longhorns die ungeschlagene Serie beendeten. Somit sind folgende Teams vor dem Conference Championship Wochenende sicher in den Playoffs: Ohio State, Indiana, Georgia, Texas Tech, Oregon und Ole Miss. Zwei weitere Plätze gehen an die Gewinner der ACC und der Group of Five, wodurch vier Wild Card Plätze bis Dienstagabend noch offen sind. Oklahoma, Notre Dame und Alabama belegten letzte Woche die Plätze 8, 9 und 10, während BYU und Miami auf den Plätzen 11 und 12 quasi Platzhalter waren. Diese Plätze gehen an die beiden letzten Conference Champions, sodass der zehnte Platz die letzte, begehrte Wild Card erhält.
Der Sieg gegen Texas A&M war der dritte Sieg der Longhorns in dieser Saison gegen Gegner aus den aktuellen Top 15 der Playoff-Rangliste. Doch die Kehrseite der Medaille? Die Niederlagen! Zwar könnte das Komitee die Nominierung von Texas als erstes Team mit drei Niederlagen, das überhaupt erstmals eine Wild Card erhält, rechtfertigen, doch die Frage, wen die Longhorns dadurch ersetzen würden, ist das größere Dilemma. Sie kassierten vor kurzem noch eine 25 Punkte Niederlage gegen Georgia und verloren im Oktober gegen ein 3-9 Team aus Florida, dessen einziger Sieg seitdem gegen Mississippi State gelang – ein Team, das Texas besiegte, nachdem es im vierten Viertel mit 17 Punkten zurückgelegen hatte. Kentucky zwang die Longhorns in die Verlängerung, während Arkansas letzte Woche gegen Texas 512 Yards Raumgewinn und 37 Punkte erzielte. Die Razorbacks beendeten die Saison mit einer Bilanz von 2-10 und blieben in der SEC sieglos. Besonders bitter für die Longhorns ist die Tatsache, dass potenziell vier Teams aus Texas in das Bowl Feld einziehen, ohne dass eines davon die Nummer 1 der College Football Pre-Season war.
Anderswo benötigten mehr als ein dutzend Teams mit fünf Siegen vor dem Spiel am Samstag einen Sieg, um sich für einen Bowl zu qualifizieren und nur sieben schafften dieses Kunststück: Penn State, Kansas State, Army, Texas State, Arkansas State, Louisiana, Georgia Southern und Washington State. Kann also erwartet werden, dass Missouri State (7-5) und Delaware (6-6) die letzten beiden Plätze belegen, nachdem sie in dieser Saison von der FCS in die Bowl Serie gewechselt sind. Es ist nicht auszuschließen.
Die zwölf möglichen CFP Playoff-Teilnehmer 2025
1. Ohio State
Nachdem die Niederlagenserie gegen Michigan beendet ist und die Buckeyes um den ersten Platz im Big Ten Meisterschaftsspiel spielen, beginnt für Ryan Days Programm nun die "zweite Saison". Und wenn Ohio State nächsten Monat in der zweiten Playoff-Runde antritt, könnte Quarterback Julian Sayin bereits die Heisman Trophy gewonnen haben.
2. Georgia
Kirby Smart und die Bulldogs haben in Atlanta die Chance, sich für die Niederlage gegen Alabama in dieser Saison zu revanchieren und sich einen der ersten vier Plätze sowie ein Freilos in der ersten Runde zu sichern. Die Niederlage von Texas A&M gegen Texas eröffnete Georgia die Möglichkeit, sich gegen Georgia Tech in einem hart umkämpften Spiel durchzusetzen und nun vor der endgültigen Setzliste am nächsten Wochenende den elften Sieg einzufahren.
3. Indiana
Die Hoosiers mit einer Bilanz von 12:1 wahrscheinlich den dritten Platz belegen. Für Indiana zählt nur noch der Sieg in der ersten Playoff-Runde. Ohio State könnte mit einem Zweitrundenspiel gegen Notre Dame ein potenziell schwereres Los ziehen als Indiana, die möglicherweise auf einen bekannten Gegner, Oregon, treffen.
4. Texas Tech
Die Red Raiders spielten am Rivalitätswochenende wie ein Team, das sich einen der ersten vier Plätze sichern will und demütigten West Virginia auswärts mit einer weiteren überragenden Defensivleistung. Texas Tech, vor dem letzten Spiel der regulären Saison auf Platz vier in Sachen Spielkontrolle, erzielte in den ersten drei Angriffsserien Touchdowns. Ein Sieg gegen BYU nächste Woche sichert ein Freilos in der ersten Runde.
5. Texas A&M
Nach der Auswärtsniederlage in Texas ist die makellose Bilanz der Aggies dahin. Sie verpassen nicht nur die Chance auf ihren ersten SEC-Titel, sondern Texas A&M verpasst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die erste Playoff-Runde, nachdem sie bis dahin in jeder Top 4 Rangliste geführt wurden. Ein kleiner Trost für die Niederlage gegen Texas ist die ausverkaufte und mitreißende Atmosphäre im Kyle Field im Dezember.
6. Oregon
Dank zweier Touchdowns von Quarterback Dante Moore, der auswärts eine starke Leistung zeigte, sicherten sich die Ducks mit einem souveränen Sieg in Washington ein Heimspiel in der ersten Playoff-Runde im Autzen Stadium. Oregon kehrt unter Dan Lanning in die Playoffs zurück und will die frühe Niederlage des Vorjahres vergessen machen. Diesmal qualifiziert man sich als Wild Card-Team. Oregon ist das dritte Team der Big Ten, das unter den ersten sechs Teams gewählt wird.
7. Ole Miss
Komiteevorsitzender Hunter Yurachek räumte ein, dass ein Abgang von Lane Kiffin ein weiterer Faktor für die finale Entscheidung sein könnte. Doch angesichts des überzeugenden Sieges der Rebels in Oklahoma, würden sie am Ende wirklich hinter den Sooners zurückfallen oder gar schlechter dastehen? Nicht angesichts der aktuellen Form beider Teams.
8. Oklahoma
Seit dem Sieg gegen Alabama hat das Team aufgrund der eigenen Offensivleistungen geschwächelt. Doch mit einer so starken Defensive wie die von Brent Venables bleibt man im Rennen. Oklahomas hart erkämpfter Sieg gegen LSU am Samstag sollte den Sooners ein Heimspiel in den Playoffs sichern. John Mateer und Co. müssen im nächsten Monat jedoch deutlich offensiver agieren, um eine Chance auf das Weiterkommen zu haben.
9. Notre Dame
Nach dem Ergebnis am Samstag in Stanford können alle, die gegen die Fighting Irish und für Miami argumentieren, ewig streiten – das Auswahlkomitee lässt sich nicht beirren. Seit der ersten Rangliste Anfang des Monats wird Notre Dame in einer ganz anderen Kategorie – oder Gruppe – eingestuft, und kaum ein anderes Team im College Football ist zum Ende der regulären Saison so stark wie diese Mannschaft. Notre Dame und Oklahoma kämpfen um den letzten Heimspielplatz.
10. Alabama
Der letzte Wild Card Platz wird zwischen Alabama, Miami (10-2), BYU (11-2, falls die Cougars gegen Texas Tech verlieren) und Texas (9-3) verhandelt. Die Crimson Tide würden die Saison mit drei Niederlagen abschließen, wenn sie Georgia im SEC Championship Game am nächsten Wochenende nicht zum zweiten Mal in dieser Saison schlagen können. Alabama hat vor dem Rivalitätswochenende zwei Siege gegen Teams aus den Top 25 des Auswahlkomitees errungen und gewann am Samstagabend in letzter Sekunde sein Playoff-Ausscheidungsspiel gegen Auburn, um sich einen Platz in Atlanta zu sichern.
11. Virginia
Dank eines Sieges gegen Virginia Tech und der überraschenden Niederlage von SMU gegen Cal treffen die Cavaliers im ACC Championship Game auf Duke, die fünf Spiele verloren haben. Es gibt ein Szenario, in dem ein Sieg der Blue Devils in Charlotte den voraussichtlichen Sun-Belt-Champion James Madison in die Playoffs befördern und die ACC draußen lassen könnte. Absolutes Chaos.
12. North Texas
Das vierte und letzte Team aus Texas in den Playoffs sind die Mean Green, nachdem sie Tulane im American Championship Game am nächsten Wochenende besiegt haben. Tulane ist bisher das einzige Team der Group of Five, das vom Auswahlkomitee gerankt wurde, aber es kann weiterhin auf Drew Mestemaker und das formstarke North Texas, das die Green Wave im Kampf um die automatische Qualifikation schlagen wird, gesetzt werden. Der Head Coach von North Texas, Eric Morris, hat Anfang der Woche den Job bei Oklahoma State angenommen, wird aber bis zum Conference Championship Wochenende und den Playoffs – falls sie diese erreichen – bei seinem Team bleiben.
Schlüter - 01.12.2025

Head Coach Eric Morris (North Texas) wird nach den Playoffs zu Oklahoma State wechseln. (© Getty Images)
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