"THE GAME" Faszination seit 1897

Das "Big House" in Ann Arbor wird gegen Ohio State natürlich ausverkauft sein. Wenn am kommenden Wochenende erneut das "THE GAME" in Ann Arbor zwischen den Erzrivalen Michigan und Ohio State ausgetragen wird, dann werden auch die Erinnerungen an die vergangenen Matches wach, die bereits Millionen von Football Fans in ihren Bann gezogen haben. Diese "Rivalry" zählt nicht ohne Grund zu den zehn wichtigsten Events, die American Football anzubieten hat.

Die beiden Teams trafen erstmals 1897 aufeinander und spielten seit 1918 – mit einer Ausnahme – jährlich gegeneinander. Die einzige Unterbrechung in über einem Jahrhundert erfolgte 2020 aufgrund eines Covid 19 Ausbruchs im Footballteam der University of Michigan während der Pandemie. Das Spiel findet seit 1935 am Ende der regulären Saison statt (mit Ausnahme der Jahre 1942, 1986, 1998 und 2020). Seit 1918 wechselt der Austragungsort des Spiels zwischen Ann Arbor, Michigan (in ungeraden Jahren) und Columbus, Ohio (in geraden Jahren). Seit 1922 findet es im Ohio Stadium und seit 1927 im Michigan Stadium statt. Der "Ten Year War" von 1969 bis 1978, in dem die legendären Trainer Woody Hayes von Ohio State und Bo Schembechler von Michigan aufeinander trafen, zählt noch heute zur gemeinsame Blütezeit beider Teams.

Bo Schembechler trainierte die Wolverines 21 Jahre, gewann 13 Big Ten Conference Titel und insgesamt 194 Spiele. In den ersten zehn Jahren musste er sich allerdings jedes Jahr mit Ohio State Head Coach Woody Hayes herum ärgern, der mit seiner impulsiven Art die Rivalry am Leben erhielt, am Ende seiner Karriere diverse Personen in regelmäßigen Abständen nieder boxte und dafür suspendiert wurde. Der Ten-Year-War" endete erst mit der Zwangspensionierung von Hayes. Somit war Wayne Woodrow "Woody" Hayes zu seinen Lebzeiten ein echter Draufgänger. Während seiner 28-jährigen Karriere (1951 bis 1978) als Head Coach in Columbus eroberte er für die Buckeyes fünf nationale Meisterschaften und 13 Big Ten Conference Championships. Er war ein besonderer Anhänger der Rivalität mit Michigan und als sein ehemaliger Assistent Coach Bo Schembechler Head Coach bei den Wolverines wurde, motivierte es ihn besonders, diese Fehde weiter zu führen.

Die Dominanz der Wolverines und der Buckeyes in der Big Ten war seinerzeit so ausgeprägt, dass Außenstehende schon von einer "Big Two – Conference" sprachen. In seiner 1989 veröffentlichten Autobiographie, schrieb Bo Schembechler, dass er glaubt, dass Hayes, der selbst ein Diabetiker Typ 1 war, wahrscheinlich zu oft einen hohen Blutzuckerspiegel gehabt hat und deswegen zu oft "neben sich stand, ohne etwas Böses jemals geplant zu haben". Bereits 1959 boxte Hayes den Journalisten Bob Shafer in den Rücken, obwohl der Hieb eigentlich für den Los Angeles Examiner Sportjournalisten Al Bine gedacht gewesen sein soll. 1965 begann er einen Boxkampf mit dem Athletic Director von Iowa, Forest Evashewski. Später vor dem 1973er Rose Bowl zerstörte er die Kamera eines Fotographen und wurde von der Big Ten für drei Spiele gesperrt, beziehungsweise musste eine Strafe von 2000 US-Dollar zahlen. Die gleiche Summe musste er 1977 erneut zahlen, da er während der Partie gegen Michigan, den ABC Kameramann Mike Freedman angriff. Hayes wurde für diese Aktion während des laufenden Spieles disqualifiziert. 1983 wurde Hayes für die College Football Hall of Fame nominiert und fand auch prompt Einlass. Doch trotz aller Eskapaden schuf Hayes bleibende Werte und coachte extrem erfolgreich und zeichnete sich auch auf anderen Schlachtfeldern aus. Im zweiten Weltkrieg kommandierte er Navy Schiffe sowohl im Pazifik, als auch auf dem Atlantik. Als Head Coach war er einer der ersten Trainer, die verstärkt afro-amerikanische Spieler rekrutierten. Er verpflichtete zum Beispiel Archie Griffin, der später ein Heisman Trophy Gewinner wurde und trainierte 58 Spieler zu All-American Würden. Bekannte Trainer, wie Lou Holtz, Bill Arnsparger, Bill Mallory, Dick Crum, Bo Schembechler, Ara Parseghian und Earle Bruce, erlernten bei ihm das Coachinghandwerk. Sein Playbook ist trotz aller Erfolge heute als konservativ zu betrachten. Er liebte das Aufeinanderpreschen der Linemen und erfand den prägenden Satz: "Bei einem Pass können drei Dinge passieren. Entweder wird der Pass gefangen, oder er wird vom Receiver nicht gefangen oder er wird von einem Defensespieler sogar abgefangen. In zwei von drei Fällen ist das Ende für dich schlecht. Deswegen mag ich kein Passspiel."

In sieben Begegnungen waren die beiden Mannschaften in den Top 10 der AP-Rangliste vertreten, obwohl keine von ihnen in dieser Ära die Spitze der Rangliste erreichte. Bis 2010 entschieden Ohio State und Michigan 22 Mal die Meisterschaft der Big Ten Conference untereinander und beeinflussten die Vergabe des Conference Titels weitere 27 Mal. Seit der Einführung des Big Ten Conference Championship Games im Jahr 2011 hat dieses Rivalitätsspiel mindestens zehn Mal die Vergabe des Divisionstitels beeinflusst, wobei es in sechs dieser Fälle de facto zu einem Division-Meisterschaftsspiel zwischen den beiden Universitäten wurde.

Zur Überraschung vieler College Football Fans hatte Michigan das prestigereiche Spiel gegen Ohio State 2024 und damit zum bereits zum vierten Mal in Folge gewonnen. Die Wolverines besiegten im Ohio Stadium das Team von Ryan Day mit 13:10 und erlaubten den Gastgebern nach der Pause keine Punkte. Für die bisher auf Platz zwei der CFP und AP Liste gerankten Liste bedeutete dieser Misserfolg gegen ein ungeranktes Team mehr als ein Desaster aus Sicht ihrer Offense. Sie eroberte nur insgesamt 252 total Offense Yards, obwohl vor dem Spiel sämtliche Prognosen einen Vorsprung der Buckeyes von über 20 Punkten vorhersagten. Aamir Hall und Makari Paige sorgten zudem für abgefangene Interceptions, die Ohio State völlig aus dem Konzept brachten.

Nach dem Abpfiff erlebten die über 100000 Zuschauer unschöne Szenen auf dem Spielfeld. Spieler von Michigan pflanzten ihre Fahne in der Mitte des Spielfeldes auf und Ohio State Spieler zerrten diese wiederum auf den Boden und traten darauf mehrmals. Erst die Einsatzkräfte der Ohio State Polizei konnte die Kontrahenten mit Pfefferspray von einander trennen, so dass eine Partie, in der Michigan durch seine Defense und Rushing Attack bestach, aber auch nur 62 passing Yards zustande brachte und Ohio State als hoher Favorit an seinen eigenen Ansprüchen scheiterte und auf beides Seiten des Balls nur minimale Erfolge nachwies, unwürdig endete. Beide Head Coaches schauten wiederum teilnahmslos und ungläubig diesem Treiben zu. "Ich kenne nicht alle Einzelheiten, aber ich weiß, dass diese Jungs aus Michigan eine Flagge auf unserem Feld setzen wollten, und unsere Jungs dieses nicht zulassen wollten", sagte der Cheftrainer von Ohio State während der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Ich werde herausfinden, was genau passiert ist, aber das ist unser Feld. Natürlich ist es uns peinlich, dass wir das Spiel verloren haben, aber es gibt einige stolze Jungs in diesem Team, die das einfach nicht zulassen wollten."

Schlüter - 24.11.2025

Das "Big House" in Ann Arbor wird gegen Ohio State natürlich ausverkauft sein.

Das "Big House" in Ann Arbor wird gegen Ohio State natürlich ausverkauft sein. (© Getty Images)

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