Kanada bezwingt Deutschland

Kanada hat nach dem Sieg in Italien auch in Bochum gegen die deutsche Nationalmannschaft im Rahmen der Gridiron Nations Championship gewonnen. Nach einer vor allem in der zweiten Hälfte starken Vorstellung siegten die Kanadier mit 25:10. Vor der Pause hatten beiden Offense-Reihen ihre liebe Mühe. Dies galt nicht nur für den deutschen Angriff, in der ersten Hälfte geführt von Hendrik Scharnbacher, sondern gleichermaßen für die stärker eingeschätzten Gäste.

Doch Deutschlands Defense machte in Hälfte eins ein vorzeigbares Spiel und belohnte sich auch mit dem Pick Six zum einzigen deutschen Touchdown des Abends. Die Führung hielt lange und ließ Hoffnungen aufkommen, es könnte für die Deutschen diesmal nach dem enttäuschenden vierten Platz bei der EM-Endrunde doch wieder mal zu einem Sieg reichen. Die Verteidigung hatte die Kanadier im Griff, und selbst nach deren ersten Touchdown durfte man dank abgewehrtem Conversion-Versuch die Führung behalten und mit 7:6 in die Pause gehen.

Für die zweite Hälfte übernahm Niklas Gorny die Aufgaben des Quarterbacks im deutschen Team, und das ließ sich zunächst auch dynamischer an. Allerdings hatten wohl auch die Kanadier ihre Hausaufgaben in der Kabine erledigt. Ihre erste Serie hätte sie eigentlich in Führung bringen sollen, doch statt eines Field Goals wollte man unbedingt den Touchdown und spielte einen vierten Down an der 20-Yard-Linie aus. Das First Down zu verhindern, war einer der letzten großen Teilerfolge der deutschen Defense.

Doch es nutzte nichts - direkt im Anschluss warf ein Quarterback Sack Gorny und Co. so dicht an die eigene Endzone zurück, dass die Kontrolle über das Spiel in die Hände der Kanadier überging. Ein angetäuschter Wurf des Quarterbacks war so perfekt inszeniert, dass er über die über die linke Seite über 30 Yards an der verdutzten Abwehr Deutschlands vorbei zum 12:7 sprinten konnte.

Beim Conversion-Versuch war Deutschlands Verteidigung zwar wieder hellwach, doch der folgende Kickoff Return wurde zum endgültigen Wendepunkt der Partie. Niklas Schumm ließ den Ball an sich vorbeitrudeln, jagte ihm zwar hinterher und kam noch kurz zu einem Return. Doch endete der nach wenigen Yards mit dem Fumble, der die Kanadier an der 3-Yard-Linie gleich wieder in Ballbesitz brachte. Im ersten Spielzug scheiterten die Gäste noch mit einem False Start, im zweiten holten sie mit dem Pass auf die rechte Seite der Endzone das 18:7.

Auch der nächste Kickoff Return der Deutschen führte sie nicht weit aus der eigenen Gefahrenzone. Erst Matti Probst, dann zweimal Lorenz Rotermund arbeiteten sich und das deutsche Team Yard für Yard aus der Gefahrenzone, doch kostete dies bereits Zeit. Ein weiter Pass auf Zinedin Benjabou brachte die Deutschen schließlich in die Hälfte der Gäste. Doch den letzten Spielzug des dritten Viertels hätte man wohl besser nicht noch eine Zehntelsekunde vor der Wechselpause anspielen sollen, das Timing stimmte hinten und vorne nicht: Gorny musste wieder weit hinter der Line of Scrimmage zu Boden.

Der deutsche Spielmacher steckte den Nackenschlag aber weg und bediente postwendend Jonas Beumer, der zwei, drei halbherzige Tackle-Versuche der Kanadier abtropfen lassen konnte und für das vierte Down nur noch zwei Yards übrig ließ. Die erkämpfte sich Lorenz Rotermund und hielt Deutschland so in Ballbesitz an Kanadas 25-Yard-Linie. Doch von da ging es nicht mehr weiter vorwärts, Deutschland musste sich neun Minuten vor dem Ende mit dem 10:18-Anschluss durch ein 38-Yard-Field-Goal von Florian Finke begnügen.

Die Kanadier brachten sich anschließend selbst zunächst um eine günstigere Ausgangssituation, ihr langer Kickoff Return wurde wegen zweier übertriebener und unbeherrschter Körpereinsätze annulliert. Zwei lange Läufe brachten die Gäste allerdings danach fast ebenso fix ins Mittelfeld, Von dort schien ein kurzes Zuspiel mit langem Sprint des Fängers diagonal übers Feld schon das 24:10 zu bringen, doch kurz vor der Endzone hatte ein Kanadier dann doch zu sehr nachgeholfen, um einen potenziellen deutschen Tackler aus dem Weg zu räumen.

Zwei weitere lange Strafen nach Fouls warfen die Kanadier schließlich wieder bis fast an die Mittellinie zurück. Aber das Ganze hatte sie immerhin schon vier Minuten dem Ziel des Spielendes näher gebracht. Der Punt Return von Paul Terjung wurde sofort an der 8-Yard-Linie gestoppt. Deutschland suchte den Weg von dort mit Pässen, der erste hätte es nach vorbildlicher Blockarbeit der Linie und dem präzisen Timing von Gorny beim Wurf verdient gehabt, nur war auf die Distanz von über 20 Yards der kanadische Defensive Back mit aller Übersicht gesegnet, den Fang zu verhindern. Die nächsten Passversuche trudelten ins Nirgendwo. Deutschland musste aus der eigenen Endzone punten, und die Kanadier kamen viereinhalb Minuten vor dem Ende wieder da in Ballbesitz, wo sie sich vorher von ihm getrennt hatten.

Rund 45 Yards hatten sie von da bis zur Endzone vor sich, das Ziel wäre nun eigentlich gewesen, möglichst viel Zeit zu verbrauchen. Doch die Gäste brachten einen 15-Yard-Pass an und anschließend sofort den 30-Yard-Lauf zum Touchdown - Deutschlands Defense-Spielern steckte nun die harte Arbeit der zwei Stunden davor spürbar in den Knochen. Nun genügte den Kanadiern auch mal ein PAT-Kick. Mit dem 25:10 war dreieinhalb Minuten vor dem Ende die Entscheidung gefallen.

Auerbach - 16.11.2025

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