Nicht der Neue

Bill Belichick - hier vor zwei Jahren in Frankfurt - erteilt NFL-Interesse eine AbsageDer Head Coach der North Carolina Tar Heels hat ein Engagement in der NFL ausgeschlossen. Das wäre jetzt grundsätzlich nicht unbedingt erwähnenswert, aber da es sich um Erfolgscoach Bill Belichick und dessen ehemalige Wirkungsstätte in New York handelt, eben schon.

Nach der Entlassung von Brian Daboll, der seit 2022 als Head Coach bei den Giants beschäftigt war, begannen natürlich prompt die Spekulationen um einen Nachfolger. Dass der gedankliche Weg zu Bill Belichick nur kurz war, ist kaum verwunderlich: Ab 1979 war er in der Organisation der Giants beschäftigt, mit denen er im Stab von Bill Parcells bis zu seinem Wechsel nach Cleveland 1991 zwei Super Bowls gewinnen konnte. Bekannter ist er natürlich für seine sechs Titel mit den Patriots, wo er auch zweimal im Endspiel gegen eben die Giants um Quarterback Eli Manning als Verlierer vom Platz ging.

Belichick räumte jedoch schnell mit den Spekulationen in einem Instagram Post auf: "Ich habe großen Respekt und Zuneigung für die Organisation der New York Giants und die Familien Mara und Tisch. Die New York Giants spielten eine wichtige Rolle in meinem Leben und auf meinem Weg als Trainer. Es war ein Privileg für mich, für die Mara-Familie zu arbeiten und über ein Jahrzehnt lang Mitglied des Stabs von Coach Parcells zu sein. Trotz der kursierenden Gerüchte habe ich jedoch keine offenen Stellen als NFL-Cheftrainer angestrebt und werde dies auch nicht tun. [...]

We’re on to Wake Forest."


Ob das reicht, wird sich herausstellen. Zumindest bei den Titans, die als einzig andere Franchise ohne "richtigen" Head Coach dastehen, scheint er kein Thema zu sein. Im Winter gab es Gerüchte um ein Interesse der Las Vegas Raiders, die sich aber dann den noch ein Jahr älteren Pete Carroll holten.

Bill Belichick hatte erst im Dezember 2024 einen Vertrag in Chapel Hill bei den North Carolina Tar Heels unterschrieben, der ihm jährlich 10 Millionen Dollar für mindestens drei Jahre bringen soll. Die Unterschrift kam durchaus überraschend; andererseits hatte er im letzten Frühjahr nicht ein einziges ernsthaftes NFL-Angebot erhalten. Nicht erst seit einigen "No-Shows" bei anderen Franchises 2024 und folgenden Entlassungen fragte man sich, warum das so war.

2023 war der achtmalige Super Bowl Sieger auf die Medienseite gewechselt, was einen langjährigen NFL-Beobachter durchaus verwundern konnte. Oft schien es früher bei Pressekonferenzen so, als ob er die versammelten Medienvertreter als Feinde ansehen würde. Unvergessen sein fünfmal wiederholtes "we’re on to Cincinnati" nach einer krachenden Pleite gegen die Kansas City Chiefs kurz nach Ligaauftakt vor elf Jahren. Auch sonst reagierte er oft schmallippig und dünnhäutig bei den für ihn offensichtlich lästigen Verpflichtungen. So auch nach der schmerzhaften Niederlage der Patriots gegen die Indianapolis Colts in Frankfurt vor zwei Jahren.

Damals musste man sich nicht wundern – es hätte durchaus auch seine letzte Partie als Patriots Head Coach gewesen sein können. Dass sein Engagement länger als den Rest der Saison 2023 andauern würde, war zu diesem Moment schon kaum mehr vorstellbar, trotz aller Verdienste in den Jahren zuvor.

Belichick sah das anders. Trotz seiner damals knapp 72 Jahre hätte er weitergemacht. Schließlich war Coaching sein Traumjob, dem er spätestens seit Collegezeiten nachlief. "Das ist verdammt nochmal viel besser als ein Klempner zu sein" hatte er bei der Pressekonferenz nach dem Super Bowl Sieg im Februar 2019 in Erinnerung an eine frühe Begegnung mit Julian Edelman erklärt.

Auf der Medienseite schätzte man, dass ihm die verschiedenen Engagements auch ungefähr gut zehn Millionen Dollar für die Saison 2024 gebracht haben.

Die Passion war aber offensichtlich weiter auf der sportlichen Seite und so war es grundsätzlich wenig verwunderlich, dass er nach dem "Seitensprung" zu den Medien wieder an die Seitenlinie zurückkehren wollte. Dass es dann allerdings ein Collegeteam werden würde - inklusive bisher nicht gekannten Tätigkeiten wie An- und Umwerben herausragender High-School-Talente, überraschte dann doch.

Bisher läuft es dort auch nur bedingt erfolgreich: Die Tar Heels stehen nach zwei Siegen in Folge jetzt bei 4-5. Und sind in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Wake Forest.

Carsten Keller - 15.11.2025

Bill Belichick - hier vor zwei Jahren in Frankfurt - erteilt NFL-Interesse eine Absage

Bill Belichick - hier vor zwei Jahren in Frankfurt - erteilt NFL-Interesse eine Absage (© Carsten Keller)

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