Playoff-Rennen nichts für schwache Nerven

Head Coach Curt Cignetti kam mit Indiana zu einem dramatischen 27:24-Erfolg bei Penn State.Vier Tage nach der Veröffentlichung der ersten Rangliste des Playoff Selection Committees in dieser Saison wäre diese an der Spitze beinahe umgehend kräftig durcheinander gewirbelt worden. Weil aber der Zweitplatzierte, Indiana, mit Hilfe des wahrscheinlich spektakulärsten Touchdown-Fangs dieser Saison 36 Sekunden vor Spielende zu einem 27:24-Erfolg bei Penn State kam und sich der Neunte, Oregon, bei Iowa mit einem Field Goal drei Sekunden vor Schluss zu einem 18:16-Sieg rettete, blieb das ganz große Beben aus. Die einzige Niederlage eines Teams aus den ersten Zwölf war zwangsläufig, weil der Siebte, BYU, und der Achte, Texas Tech, direkt gegeneinander spielten (29:7-Sieg für Texas Tech). Diese Ergebnisse plus die überraschenden Niederlagen von Virginia (9:16 gegen Wake Forest) und Louisville (26:29 nach Verlängerung gegen California) und der dramatische 45:38-Comeback-Erfolg nach Verlängerung von Vanderbilt gegen Auburn, zeigten, wie eng der Kampf um das Erreichen der Playoffs ist und dass die Teams mit Playoff-Ambitionen in den letzten Regular-Season-Spielen praktisch schon im KO-Modus spielen.

Insgesamt hatte die erste CFP-Rangliste keine großen Überraschungen gebracht: die beiden ungeschlagenen Big-Ten-Teams Ohio State und Indiana auf den Plätzen eins und zwei, gefolgt vom letzten ungeschlagenen SEC-Team, Texas A & M, dann Alabama, Georgia und Mississippi (je eine Niederlage) und, wie schon erwähnt, BYU (zu dem Zeitpunkt ungeschlagen), Texas Tech und Oregon (je eine Niederlage). Abgerundet wurden die Top-Zwölf von Notre Dame, Texas und Oklahoma (je zwei Niederlagen auf dem Konto). Das passte, auch vor dem Hintergrund der Ankündigung des Playoff Selection Committees, die Qualität der absolvierten Programme stärker zu gewichten. Davon profitiert vor allem die stärkste Conference, die SEC. Sie stellte die Hälfte der Teams in den Top-Zwölf und hat mit Vanderbilt (16.), das sich nach dem eigenen Sieg gegen Auburn und durch die Niederlagen von BYU, Virginia und Louisville in der zweiten Rangliste um ein paar Plätze verbessern wird, noch einen siebten Playoff-Kandidaten.

Natürlich werden am Ende nicht alle Sieben die Playoffs erreichen, allein schon wegen der noch ausstehenden Duelle untereinander. Texas spielt nächste Woche bei Georgia und am 28. November gegen Texas A & M, Alabama und Oklahoma treffen ebenfalls am kommenden Samstag direkt aufeinander, und dazu kommen dann noch weitere unbequeme Spiele wie Alabamas Lokalderby bei Auburn, Oklahomas Partien gegen Missouri und LSU, Vanderbilts Gastspiel beim Lokalrivalen Tennessee und Georgias Derby gegen Georgia Tech außerhalb der SEC. Am Ende könnte der SEC, wie auch im letzten Jahr, die eigene Stärke zum Verhängnis werden. Damals brachte die SEC nur drei ihrer Teams in die Playoffs durch - Georgia, Texas und Tennessee, während es drei weitere playoff-würdige SEC-Teams - Alabama, Mississippi und South Carolina - mit je drei Niederlagen in der Bilanz (alle gegen andere SEC-Teams) nicht in die Playoffs schafften. Wohl auch, weil seinem Team in diesem Jahr das gleiche Schicksal droht, hatte sich der Head Coach von Texas, Steve Sarkisian, kürzlich verbal dafür stark gemacht, dass SEC-Teams auch mit drei Niederlagen den Vorzug vor Teams aus den anderen Power Four Conferences mit weniger Niederlagen bekommen sollten. "Wie das Playoff Selection Committee mit den Teams aus unserer Conference umgehen wird, wird sich zeigen, aber ich weiß, dass unseren Conference richtig stark ist und wahrscheinlich mehr als drei Playoff-Teilnehmer verdient hätte. Ich denke, dass die SEC im letzten Jahr nur drei Playoff-Teilnehmer hatte, war, erhlich gesagt, ein bisschen lächerlich", sagte er dazu.

Kann man so sehen, ist aber in diesem Jahr vielleicht auch egal, weil es nicht unrealistisch ist, dass sich ohnehin mindestens ein SEC-Team mit drei Niederlagen für die Playoffs qualifiziert. Angesichts der Unberechenbarkeit in der ACC und der Big Twelve kann es gut sein, dass diese Conferences nur mit ihren Champions in den Playoffs vertreten sind. Dazu käme der bestplatzierte Champion aus den Group of Five Conferences plus Notre Dame, wenn es seine restlichen drei Spiele gewinnt. Blieben acht Plätze für die SEC und die Big Ten. Aktuell hat die Big Ten nur drei fast sichere Playoff-Kandidaten - Ohio State, Indiana und Oregon. Dazu könnten natürlich noch USC und Michigan kommen, wenn die ihre restlichen Spiele gewinnen sollten, was Siege gegen Ohio State (Michigan) und Oregon (USC) beinhalten würde. In diesem Fall, und mal unterstellt, dass sich Indiana in seinen letzten Partien gegen Wisconsin und Purdue keinen Ausrutscher leistet, könnten drei Niederlagen in der Bilanz tatsächlich zu viel sein für eine Playoff-Teilnahme. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Big Ten nur drei Playoff-Teilnehmer stellen wird und eventuelle SEC-Playoff-Kandidaten mit drei Niederlagen mit Playoff-Kandidaten aus der ACC und der Big Twelve verglichen werden müssten. Und dabei könnten die stärkeren absolvierten Programme dann den Ausschlag zugunsten der SEC-Teams geben.

Hoch - 10.11.2025

Head Coach Curt Cignetti kam mit Indiana zu einem dramatischen 27:24-Erfolg bei Penn State.

Head Coach Curt Cignetti kam mit Indiana zu einem dramatischen 27:24-Erfolg bei Penn State. (© Getty Images)

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