Die Baltimore Ravens setzen ihre Aufholjagd fort: Drei Turnovers der Minnesota Vikings erzwangen die Ravens in Minneapolis und fuhren so mit einem 27:19-Erfolg nach Hause. Nach sämtlichen Turnovers erzielte Baltimore Punkterfolge: erst zwei Field Goals, im dritten Viertel dann den ersten Ravens-Touchdown der Begegnung. Mit Feldtoren hatten sich die Ravens nach dem Führungs-Touchdown Minnesotas in der ersten Vikings-Angriffsserie während der ersten Hälfte im Spiel gehalten. Aus 44 Yards und später drei Mal aus kürzerer Distanz war Tyler Loop insgesamt viermal erfolgreich.
Das erste Field Goal war die Antwort auf das 7:0 Minnesotas und Produkt vor allem der Laufarbeit von Derrick Henry und ein paar Pässen von Lamar Jackson. Das zweite folgte auf die erste Interception für J.J. McCarthy durch Malaki Starks und sah auch Keaton Mitchell als Henry-Entlastung im Einsatz. Kurz vor der Pause war schließlich das dritte Field Goal für die Ravens der starken Two Minute Offense von Lamar Jackson geschuldet, der binnen weniger als einer halben Minute drei First-Down-Pässe in Serie werfen konnte. Das Glück des Tüchtigen kam hinzu: Dallas Turner erwischte Lamar Jackson zu spät, der vermeintliche Quarterback Sack platzierte nach der Strafe wegen Roughing the Passer den Ball für Loop in komforbale Position.
Im vierten Spielzug nach der Pause ging der nächste Passversuch McCarthys auf Justin Jefferson schief. Diesmal fing Marlon Humphrey den Ball kurz vor der eigenen Endzone ab. Sein Return, eine Defensive Pass Interference und zwei weitere lange First-Down-Pässe Jacksons brachten Baltimore in Windeseile an die 4-Yard-Linie Minnesotas. Dass man sich mit dem vierten Field Goal begnügen musste, war nicht lange ärgerlich: Beim Kickoff Return verlor Minnesotas Myles Price den Ball an Keondre Jackson, und zwei Minuten später war Justice Hill zum ersten Ravens-Touchdown in der Endzone.
Ein weiterer Field-Goal-Versuch Loops scheiterte aus mehr als 50 Yards, Minnesota kam selbst durch ein Field Goal noch einmal heran. Doch bald darauf wurden die Seiten bereits zum letzten Mal gewechselt, Baltimore nutzte seinen Ballbesitz für 67 Yards mit elf Spielzügen in etwa sieben Minuten. Zehn Minuten vor dem Ende war es die Vorentscheidung fiel, als Baltimore im vierten Viertel mit dem kurzen Touchdown-Pass von Lamar Jackson auf Mark Andrews zum Abschluss der Serie 27:13 in Führung ging.
Minnesota erhielt noch einige Chancen. Erst ging es mit Hilfe von Defensive Pass Interferences in gute Ausgangslage, ein Fourth-Down-Pass zum Touchdown gelang aber nicht. Mit Hilfe eines Quarterback Sacks von Jonathan Allen gab es schnell die zweite Gelegenheit, bei der die Video-Referees die dritte Interception von McCarthy gnädig anullierten, sodass Jalen Nailor - mit fünf Passfängen und 124 Yards Raumgewinn auffälligster Spieler der Gastgeber - auf 19:27 verkürzen konnte.
Juston Jefferson war beim Conversion-Versuch nicht in der Lage, den Ball zu fangen, und auch nicht bei der allerletzten Gelegenheit der Vikings, die ohne Auszeiten rund 100 Sekunden vor dem Ende nochmal am Zuge waren. Quarterback McCarthy holte mit einem langen eigenen Sprint zwar noch ein First Down, aus der eigenen Hälfte kam man aber nicht mehr heraus, geschweige denn zum erfolgreichen Hail Mary Pass.
Für die Vikings zeichnet sich damit bei nun schon zwei Siegen Rückstand auf alle anderen Teams der eigenen Gruppe langsam das Playoff-Aus ab. Kommende Woche gegen Chicago und danach in Green Bay und Seattle wird es schwer, Niederlagen dabei darf man sich eigentlich nicht mehr erlauben. Baltimore hat dagegen den Rückstand in der AFC North nun auf nur noch einen Sieg hinter Pittsburgh verkürzt und spielt in den kommenden Wochen erst einmal ein vergleichsweise leichtes Programm: Nächsten Sonntag geht es nach Cleveland, danach warten drei Heimspiele in Serie, erst gegen die Jets, dann die vorentscheidenden der AFC North gegen Cincinnati und Pittsburgh.
Daniel Weber - 10.11.2025

Tyler Loop hielt die Ravens mit Field Goals im Rennen. (© Getty Images)
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