Overtime-Krimi in Berlin

Jonathan Taylor erzielt in der Overtime den entscheidenden Touchdown. Den ersten Gänsehaut-Moment gab es im ausverkauften Berliner Olympiastadion schon vor Kickoff, als des Mauerfalls genau vor 36 Jahren gedacht wurde und das ganze Stadion "Wind of Change" von den Skorpions schmetterte. Nach dem Coin Toss durch Katarina Witt und dem Vortragen der Nationalhymnen konnte das erste reguläre Saisonspiel der NFL in Berlin losgehen.

1. Quarter: Wildes Hin und Her

Die Colts legten mit Power los, hatten Glück bei einem Fumble von Jonathan Taylor, dass der Ball in den eigenen Reihen blieb. Kurz vor der Red Zone hieß es dann aber: vierter Versuch und zwei Yards - die Colts gingen volles Risiko. Der Pass von Daniel Jones wurde aber weggeschlagen.

Lange konnten sich die Falcons aber nicht über den Ballbesitz freuen. Bei einem Third Down gab es einen Strip Sack, und die Colts standen unmittelbar an der Red Zone. Nach einem 19-Yard-Lauf und einem Ein-Yard-Touchdown-Lauf stand es 6:0 für die Colts. Dann kam aber auch für die Colts etwas Neues, ihre Touchdown-Hymne wurde live von Scooter performt.

Beim nächsten Drive machten es die Falcons dann besser. Auch mit Hilfe einer Pass Interference gelangte man in die Red Zone. Drei Läufe von Tyler Allgeier sorgten für den nächsten Touchdown und dank PAT-Kick für die Führung der Falcons.

Fuß vom Gas nehmen gab es an diesem Tag aber nicht. Nach einem starken Lauf von Taylor war man schon wieder gefährlich nah in der Hälfte der Falcons, ein 37-Yard-Pass fand Adam Pierce in der Endzone und Scooters "Döp Döp Döp" knallte wieder aus den Boxen. Danach sahen die Zuschauer den ersten Punt der Party. Dieser ging bis an die 2-Yard-Linie der Colts. Der Safety-Gefahr zum Trotz gelang es den Colts, sich daraus zu befreien - dann war das erste Viertel auch schon vorbei.

2.Quarter: Viele Flaggen und wieder Führungswechsel

Etwas Zählbares sprang aber bei dem Angriff der Colts nicht heraus, der 60-Yard-Field-Goal-Versuch der Colts war zu kurz. Danach wurde das Spiel etwas zerfahrener, die Defense-Reihen begannen zu dominieren, und viele gelbe Flaggen bestimmten das Geschehen.

Als Erste besannen sich die Falcons wieder aufs Spielen. Mit Läufen bis an die 16-Yard-Linie und einem anschließendem Pass auf Drake London ging Atlanta mit 14:13 in Führung. Jetzt war die Two-Minute Offense der Colts gefragt. Ein Quarterback Sack brachte Indianapolis aber in arge Bedrängnis, und so war es Jason Bates, der einen Ball von Daniel Jones nach einem langen Passversuch abfangen konnte. Die Falcons konnten folglich mit einer knappen 14:13-Führung in die Kabinen gehen.

3. Quarter: Defense ist Trumpf

Dank des ersten Ballbesitzes in der zweiten Halbzeit konnten die Falcons ihre Führung auf vier Punkte ausbauen, denn ihr neuer Kicker Zane Gonzalez versenkte ein 46-Yard-Field-Goal. Als beim nächsten Drive sich schon fast vergessene Fehler von Daniel Jones erneut einschlichen und er zum dritten Mal an diesem Tag den Ball fumbelte, hatten die Falcons die Chance, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben.

Sauce Gardner war es aber, der mit einer "Fast-Interception" den Drive der Falcons beendete. So temporeich das Spiel zu Beginn war, so zäh wurde es streckenweise im dritten Viertel, so dass sich die Zuschauer mit einer La-Ola-Welle warm hielten. Die Colts gingen dann aber kurz vor der Endzone aufs Ganze. Doch die starke Falcons-Defense konnte den vierten Versuch stoppen.

4.Quarter: Spannung bis zur letzten Sekunde

Nach einem ordentlichen Beginn im letzten Abschnitt wurden die Colts erneut kurz vor der Red Zone gestoppt, diesmal sprang aber ein 34-Yard-Field-Goal von Michael Badgley heraus, und es ging mit 16:17 in die letzten zehn Minuten.

Dann brach es plötzlich aus Jonathan Taylor heraus. Mit einem unwiderstehlichen 83-Yard-Lauf brach er nicht nur den Franchise-Rekord für erlaufene Yards, sondern sorgte für die 22:17-Führung für die Colts. Die Two-Point-Conversion gelang zwar nicht, da der Pass von Jones auf Taylor nicht ankam, aber das Stadion bebte trotzdem.

Das Spiel endete, wie es angefangen hatte, mit einem wilden Hin und Her. Nach guten Pässen waren die Falcons urplötzlich an der 1-Yard-Linie. Kein Problem für Tyler Allgeier, inklusive Two-Point-Conversion stand es 25:22, die Colts waren wieder in Zugzwang. Tatsächlich führte Daniel Jones seine Offense mit einem eigenen 19-Yard Scramble (nach einem Quarterback Sack) und einem erfolgreichen vierten Versuch in Field-Goal-Reichweite. Michael Badgley verwandelte aus 44 Yards sicher zum 25:25 - es ging in die Verlängerung.

Overtime: Schnelle Entscheidung

Nachdem die Falcons schnell gestoppt wurden, reichten den Colts im Gegenzug ein zu kurzer Punt und Läufe von Jonathan Taylor für den Sieg. Am Ende brauchte man kein Field Goal, weil der Ausnahme-Running-Back die Lücken fand und letztlich über acht Yards in die Endzone zum 31:25-Sieg marschierte. Damit war das erste reguläre Saisonspiel in Berlin zu Ende. Sowohl die Stadt als auch die Teams präsentierten sich in großartiger Form.

Jan Sawicki - 09.11.2025

Jonathan Taylor erzielt in der Overtime den entscheidenden Touchdown.

Jonathan Taylor erzielt in der Overtime den entscheidenden Touchdown. (© Getty Images)

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