Er hat es wieder einmal geschafft: Die NFL Welt versucht mit einer weiteren Aussage von US President Donald John Trump klarzukommen. Sein Wunsch ist, dass das im Plan befindliche Stadion der Washington Commanders seinen Namen tragen wird.
ESPNs NFL Insider Adam Schefter verbreitete die Nachricht in den sozialen Medien: "President Donald Trump will, dass die Washington Commanders ihr für 3,7 Milliarden Dollar geplantes Stadion nach ihm benennen, erklärten mehrere Quellen, die um die Situation wissen, gegenüber ESPN."
Es ist ein weiterer Kommentar, der die NFL-Bosse unruhig werden lässt – wie so viele in der Vergangenheit, die der 45. und 47. US-Präsident in Richtung Liga verlauten ließ. Adam Schefter nannte 2018 das Verhältnis von Trump zur NFL "seine eigene kleine Vendetta gegen die NFL."
In den 80er Jahren wollte Trump nämlich mehrmals ein Team erwerben, scheiterte jedoch jeweils. Stattdessen übernahm er die New Jersey Generals der United States Football League (USFL) und strengte im Namen der Liga eine juristische Auseinandersetzung mit der auch damals schon übermächtigen NFL an.
Die Hoffnung auf Schadenersatz oder eine erzwungene Fusion erfüllte sich trotz positivem Gerichtsurteil nicht: Der USFL wurde aufgrund des Monolpolverhaltens der NFL ein ganzer Dollar Schadenersatz zugesprochen, wenig später war die USFL nur noch eine Randnotiz der Footballgeschichte.
Im Gegensatz zu Trump, der vor allem in den letzten Jahren wenig Gelegenheit ausließ, die Liga mit Aussagen zu provozieren. Während seiner ersten Amtszeit als Präsident löste er 2017 mit seinen beleidigenden Aussagen zu knieenden Spielern eine Protestwelle aus, die nur mühsam wieder eingefangen werden konnte.
Rund um Corona begeisterte er die Ligaverantwortlichen ebenfalls wenig mit Anregungen; dass er der erste US-Präsident sein wollte, der bei einem Super Bowl live im Stadion ist, war da 2025 noch das kleinste Problem. Der Auftritt in New Orleans LIX klappte sogar mehr oder weniger geräuschlos, auch wenn beim Blick der Kameras in seine Loge während der US-Hymne im Stadion deutliche Buhrufe zu vernehmen waren.
Zuletzt waren es erstmals die Commanders, die seinen Unmut zu hören bekamen: "Also soll ich ein kontroverses Statement abgeben? Ich hätte den Namen nicht geändert. Es klingt einfach nicht... es klingt einfach nicht so gut für mich.
Aber, weißt Du, wenn man gewinnt, dann klingt alles gut. Wenn sie also gewinnen, dann klingt plötzlich auch ‚Commanders‘ gut, aber ich hätte den Name nicht geändert."
Er hätte also lieber den bis 2020 verwendeten Beinamen "Redskins" behalten, womit er allerdings auch vielen amerikanischen Hardcore-Fans der Franchise aus der Seele spricht.
Ausgerechnet diese Franchise soll jetzt auf eine hohe Anzahl an Millionen für die Namensrechte des Stadions verzichten und stattdessen ihre neue Arena nach ihm benennen. Der Wunsch dürfte den mehrheitlich republikanisch geprägten Ownern der Liga doch zu viel sein (oder zu wenig an Einnahmen).
Dass er die Kosten für die Rechte am "President Donald Trump Stadium" übernimmt, dürfte ausgeschlossen sein. Andererseits dauert es bis zur Eröffnung des Stadions noch einige Jahre und der Mann ist bereits 79 Jahre alt.
Stattdessen hofft man wohl eher darauf, dass er seinen Wunsch irgendwann wieder vergisst, da er es doch auch mit wichtigeren Dingen in seinem Leben zu tun hat.
Oder die Washington Redskins laufen 2030 wirklich im "President Donald Trump Stadium" auf. Unmöglich scheint auch das aktuell nicht zu sein und dann hätte der nachtragende Mann einen weiteren kleinen Sieg zu feiern.
Carsten Keller - 09.11.2025

Donald Trump bei Super Bowl LIX (© Getty Images)
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