Das Duell der Quarterback-Oldies ging an Joe Flacco: Die Cincinnati Bengals siegten gegen die Pittsburgh Steelers und Aaron Rodgers mit 33:31 und verhinderten so einen Rückstand von drei Siegen auf die Steelers in der Tabelle der AFC North. Bis zur Rückkehr von Stamm-Quarterback Joe Burrow und eventuellen Playoffs ist es noch lang hin - derzeit schaut es allerdings so aus, als ob Flacco einmal mehr der perfekte Vertreter für ein paar Wochen oder Monate werden kann.
Im Zusammenspiel mit Flacco blühten auch Chase Brown, Tee Higgins und vor allem Ja'Marr Chase auf. Brown kam mit elf Läufen über 100 Yards Raumgewinn, Higgins blieb bei sechs Fängen nur knapp darunter. Ja'Marr Chase überstrahlte mit 16 Fängen für 161 Yards Raumgewinn und einen Touchdown alles. Ihm verdankten die Bengals fünf Minuten vor der Pause ihre ersten Punkte zum 7:10, nachdem zuvor die Steelers einmal mehr schnell auf die Siegerstraße zu kommen schienen.
In der Tat hatte zunächst Aaron Rodgers mit seinem Angriff das Geschehen bestimmt. Am Ende hatten auch bei den Steelers sowohl Top-Running-Back Jaylen Warren als auch Top-Receiver Pat Freiermuth mehr als 100 Yards. Freiermuths fünf Passfänge brachten 111 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns, Jaylen Warren erlief 127 Yards mit 16 Läufen. Freiermuths Touchdowns zum 17:20 im dritten Viertel und zum 31:30 für die Steelers zwei Minuten vor dem Ende waren jedoch bereits Teil der vergeblichen Aufholjagd der Steelers.
Denn Aaron Rodgers hatte mit 23 gültigen Pässe für 249 Yards und sogar vier Touchdown-Pässen bei 34 Versuchen insgesamt eigentlich eine ordentliche Bilanz (und überholte damit auch Ben Roethlisberger in der ewigen Bestenliste der Quarterbacks nach Yards, um auf Rang fünf vorzustoßen) - wären nicht in der Schlussphase der zweiten Halbzeit zwei seiner Passversuche auf DK Metcalf in den Händen von Bengals-Verteidigern gelandet. Die erste Interception direkt nach dem 7:10-Anschluss der Bengals nutzte Cincinnati schnell mit einem langen Lauf von Brown und dem 29-Yard-Touchdown-Pass auf Higgins zur ersten Führung. Die zweite kam 40 Sekunden vor der Pause noch rechtzeitig genug für die Gastgeber, um mit einigen schnellen Pässen auf Chase und Noah Fant das Field Goal zum 17:10 vorzubereiten.
Insgesamt warf Flacco 31 gültige Pässe für 342 Yards und drei Touchdowns bei 47 Versuchen ohne Fehlpass. Bis auf die beiden Interceptions der Steelers gab es keine Ballverluste - dafür von beiden Seiten in der zweiten Hälfte blitzsauberes Angriffsspiel. Die Bengals erhöhten mit der ersten Serie der zweiten Hälfte mit einem weiteren Field Goal von Evan McPherson auf 20:10 und konterten zu Beginn des Schlussabschnitts auch Freiermuths ersten Touchdown mit einem eigenen per Pass auf Fant. Auf dem Weg zum 27:17 überbrückten die Cincinnati Bengals 67 Yards mit acht Spielzügen in etwa vier Minuten.
Das war zu diesem Zeitpunkt bereits eine gute Grundlage, um die Entscheidung vorzubereiten. Doch Rodgers und die Steelers hatten noch anderes im Sinn. Darnell Washington fing den nächsten Touchdown-Pass von Rodgers, Cincinnati konterte nur mit einem Field Goal, ehe beide Defenses erstmals in der zweiten Hälfte Punts erzwangen. Pittsburgh kam dank Return in guter Ausgangslage in Ballbesitz, wurde zwar wegen eines Holdings zurückgeworfen, doch Rodgers feuerte die nächste Granate auf Freiermuth ab, der über 68 Yards zum 31:30 für die Gäste sprintete.
Doch mehr als zwei Minuten blieben an Zeit für Flacco - beinahe zu viel. Denn mit zwei Pässen auf Chase und einem auf Higgins war man schon 99 Sekunden vor dem Ende an Pittsburghs 7-Yard-Linie angekommen. Zu früh, denn obwohl sich Flacco alle Mühe gab, spät anzuspielen und spät aufs Knie zu gehen, die Auszeiten genutzt wurden - nach dem 33:31 durch das Field Goal von McPherson blieben Rodgers zwei Gelegenheiten zu Passversuchen. Doch blieb das Wunder für ihn und die Steelers aus.
Daniel Weber - 17.10.2025

Joe Flacco kann Cincinnatis Angriff wiederbeleben. (© Getty Images)
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