Die Situation nach LSUs 20:10-Erfolg gegen Florida war etwas skuril, weil man den Eindruck gewinnen konnte, als hätten Beide verloren. Die erneute Niederlage befeuert die Kritik an und erhöht den Druck auf Floridas Head Coach Billy Napier, über dessen mögliche Entlassung offen spekuliert wird. Aber auch LSUs Head Coach Brian Kelly musste sich kritische Fragen anhören und reagierte darauf gereizt. Was er von ihm wolle und ob er erwarte, dass man Florida mit 70:0 schlägt, um ihn glücklich zu machen, fauchte er einen Journalisten nach einer kritischen Frage zur Leistung seiner Offense unter anderem an. Einen Tag später räumte Kelly ein, dass er da überreagiert habe und bat den betroffenen Journalisten öffentlich um Verzeihung. Recht hatten letztlich Beide. Nur ein Touchdown ist in einem Spiel, in dem sich der Gegner fünf Ballverluste leistete, ein bisschen wenig für eine Offense, die von einem potenziellen Heisman-Trophy-Kandidaten (QB Garrett Nussmeier) geführt wird. Andererseits, es war ein Sieg gegen einen Conference-Rivalen, und Florida ist trotz der beiden Niederlagen kein schlechtes Team. In sofern war die Kritik Jammern auf hohem Niveau.
Sportlich lässt sich das Geschehene ganz nüchtern auflösen. In dieser Partie trafen zwei sehr gute Defenses aufeinander, so dass man ohnehin keine Punkteflut erwarten durfte. Der entscheidende Unterschied war, dass es LSUs Abwehr gelang, Floridas QB DJ Lagway ständig unter Druck zu setzen und so Fehler zu provozieren. "Er hatte nie Ruhe in der Pocket, stand ständig unter großem Druck. Die meisten seiner Interceptions resultierten aus überhasteten Würfen. Das war unser Matchplan", sagte Kelly später dazu. Interessanterweise hatte Florida mehr vom Spiel und holte mehr Yards, bremste sich mit eigenen Fehlern, den fünf Interceptions sowie einer Holding-Strafe, die das Team um einen 87-Yard-Touchdown zum möglichen 10:0 kurz vor Ende des ersten Viertels brachte, aber selbst aus.
LSU kam erst gegen Ende des ersten Viertels besser ins Spiel, erzielte im ersten Spielzug des zweiten Viertels mit einem 47-Yard-Field-Goal das 3:3 und ging mit seinem nächsten Angriff (10 Spielzüge, 76 Yards) mit 10:3 in Führung (23-Yard-Pass von Nussmeier auf WR Zavion Thomas). Viel mehr gelang der Offensive der Tigers im Rest des Spiels aber nicht. Die Entscheidung brachten letztlich die Aktionen der Defense. Das Field Goal zum 13:10 (45 Yards) im letzten Spielzug der ersten Halbzeit erzielte man im Anschluss an eine Interception. Und Mitte des dritten Viertels baute LSU die Führung mit einem 58-Yard-Interception-Return von Dashawn Spears auf 20:10 aus. Danach stieß Florida nur noch zweimal in LSUs Hälfte vor, und beide Angriffe endeten mit weiteren Interceptions.
Hoch - 16.09.2025

WR Zavion Thomas erzielte LSUs einzigen Offensiv-Touchdown beim 20:10-Sieg gegen Florida. (© Getty Images)
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