Entscheidung im Schlussspurt

Eine Halbzeit lang war es ein wirklich enges Duell auf Augenhöhe im Spitzenspiel der Neu-Ulm Spartans gegen die ungeschlagenen Augsburg Centurions. Aber nach einem 20:21 zur Pause schwanden den Spartans am Ende die Kräfte, und sie mussten sich mit 28:48 geschlagen geben - Augsburg konnte so zwei Runden vor Abschluss der Ligasaison den ersten Platz festzimmern.

Ausschlaggebend in Neu-Ulm dabei auch: Nur 28 Mann an der Seitenlinie und vor allem in der Defense wichtige Ausfälle waren bei über 30 Grad am Ende für die Footballer des TSV Neu-Ulm nicht zu verkraften. Trotz allem schauen die Spartans auf eine tolle Saison zurück, in der mit Teamgeist und Moral viele Rückschläge wettgemacht wurden und dadurch die dritte Vizemeisterschaft in Folge gefeiert werden kann.

Gegen Augsburg hatten die Spartans sogar die erste Führung erzielt. Ein Touchdown wurde es im ersten Drive zwar nicht, aber mit einem Field Goal von Max Walser konnte man abschließen und mit 3:0 die ersten Punkte machen. Dann legten beide Offenses los. Erst punkteten die Augsburger durch Pass von Terrence Shambry auf Timo Benschuh zum 7:3. Kurz darauf erlief Quarterback Hunter Sturgeon den ersten Touchdown zum 10:7. Die nächste Serie konnte die Spartans_Defense stoppen, zwang Augsburg zum Field Goal im vierten Versuch, der Schuss ging aber daneben. Dabei ungewöhnlich: Neu-Ulms Wide Receiver Wesley Juszczak kam auch in der Passabwehr zum Einsatz und kontrollierte den sonst sehr gefährlichen Timo Benschuh sehr gut.

Die Offense der Spartans agierte im nächsten Angriff aber unglücklich: Ein Pass von Sturgeon wurde gleich zwei Mal abgefälscht, und am Ende fing Tyree Barton den Ball für Augsburg ab. Kurz darauf tat ihm das aber Safety Niclas Cates für die Spartans gleich: Er las den Pass von Augsburgs Shambry smart und fing so eine Interception an der eigenen 2-Yard-Linie. Die weite Distanz von 98 Yards zum Touchdown überbrückten die Spartans dann ganz schnell: 30 Yard-Pass von Sturgeon auf Tobias Spohn, 25-Yard-Lauf von Sturgeon und noch ein Pass auf Juszczak für über 40 Yards, und die Neu-Ulmer waren 17:7 vorn. Es roch nach einer kleinen Sensation.

Aber Augsburg schlug rasch zurück. Mit einem starken Drive mit vielen präzisen Pässen und einem langen Lauf des Quarterbacks verkürzten die Gäste auf 14:17. Dabei hatte im Drive der nächste ungewöhnliche Defender für die Spartans eine große Chance: Spielmacher Hunter Sturgeon wechselte sich nun mit Wesley Juszczak ab, um in der ausgedünnten Abwehr aufzuhelfen und hatte eine Interception schon in den Händen, konnte den Ball aber nicht kontrollieren. Im Angriff warf er dann wieder gute Pässe auf Wesley Juszczak und Tobias Spohn, aber es kam auch der nächste Schnitzer mit einer Interception auf den Augsburger Jeremy Jenkins. Augsburg hatte dann zwar ein langes Feld vor sich, überbrückte dieses aber mit zwei starken Plays von Patrick Cosby (der letztes Jahr schon, damals noch im Trikot der Franken Knights, schwer zu stoppen war) und einem langen Pass auf Fabian Hinz. Im letzten Spielzug vor der Pause konnte Walser noch ein Field Goal kicken und für die Spartans auf 20:21 verkürzen.

"In der ersten Halbzeit konnten wir das Spiel voll mitgehen und teils sogar bestimmen. Insbesondere Wesley (Juszczak) hat sehr stark gekämpft in Offense wie Defense", so Spartans-Head-Coach Daniel Koch in der Pause. "Gerne hätte ich ihm mehr Pausen gegeben, aber in der Abwehr sind uns einfach die Optionen ausgegangen. Wir spielen sonst mit fünf Defensive Backs und zwei Linebackern, mussten aber schon vor dem Spiel auf die vier verbliebenen Defensive Backs und drei Linebacker umsteigen. Einer davon war Michael Hirthammer, der sonst in der Defensuve Line spielt und zu allem Unglück im Verlauf dieses Spiels auch noch verletzt ausfiel."

Nach der Halbzeit erwischten die Spartans dennoch noch einmal den besseren Start. Sie stoppten den Angriff der Centurions und marschierten vor allem mit Läufen durch Running Back Felix Kleingut übers Feld. Dass die viele Spielzeit für Juszczak Tribut forderte, zeigte sich aber hier schon, als er nach einem weiteren starken Fang mit Krämpfen behandelt werden musste. Bis dahin war er in der Offense kaum zu bremsen. So endete die Serie in einem missglückten Field Goal. Für Augsburg scorte dann Wide Receiver Jalin Goodman mit einem starken Lauf nach dem Fang zum 28:20.

Mittlerweile halfen mit Hunter Sturgeon und Wesley Juszczak in der Passverteidigung und Wide Receiver Patrick Schempf als Linebacker drei der stärksten Offense-Akteure der Spartans auch in der Abwehr aus. Schon im vierten Viertel trumpften sie aber alle gemeinsam in der Offense noch einmal auf. Schempf setzte gute Blocks, Sturgeon warf die Pässe, und Spohn und Juszczak machten die Catches, auch mit einem akrobatischen Hechtsprung von Juszczak zu seinem nächsten Touchdown. Per 2-Punkt-Conversion konnten die Spartans etwas über acht Minuten vor dem Ende zum 28:28 ausgleichen.

Allerdings waren die Energiereserven der Spartans damit aufgebraucht, sie konnten keine weiteren Punkte mehr verzeichnen, und die erschöpfte Defense ließ sich zu leicht drei weitere Touchdowns zum Endstand von 48:28 für die Centurions abringen.

"Es war über drei Viertel wirklich ein guter Fight. Am Ende hat sich gezeigt, dass die Centurions einfach den tieferen Kader haben, und wir gratulieren zur verdienten Meisterschaft", so Koch. Die Augsburger haben nun noch zwei Spiele in der regulären Saison gegen Teams vom Tabellenende, danach geht es in die Playoffs um den Aufstieg in die GFL 2. Da gilt es, die Sieger der anderen beiden Regionalligen in Süddeutschland zu schlagen - Karlsruhe und Bad Homburg.

Für die Spartans endet die Saison mit der dritten Vizemeisterschaft in Folge. Die Pläne für ein noch stärkeres Team in 2026 werden schon geschmiedet. Nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre wird es dabei wohl auch entscheidend darauf ankommen, ob - ähnlich wie es den jeweiligen Meisterschaftsteams in den Vorjahren gelungen war - Sponsoren gefunden werden, welche das im Spartans-Team vorhandene Potenzial helfen zu heben.


Auerbach - 10.08.2025

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