Am 9. August kommt es zum Gipfeltreffen in der Regionalliga Süd: Die auf dem zweiten Tabellenplatz rangierenden Neu-Ulm Spartans empfangen im Muthenhölzle den bislang in der Saison ungeschlagenen Spitzenreiter: die Augsburg Centurions. Stünde da nicht die vermeidbare Heimniederlage (21:27) des American-Football-Teams im TSV Neu-Ulm gegen den im Rückspiel in Landsberg dann mit 52:6 mehr als deutlich geschlagenen X-Press zu Buche, hätten die Neu-Ulmer noch eine Chance, mit dem Liga-Primus die Position zu tauschen.
Wozu allerdings auch 23 Punkte Vorsprung für die Neu-Ulmer notwendig gewesen wären - das Hinspiel in Augsburg gewannen die Centurions mit 29:6, nachdem sich Spartans-Quarterback Hunter Sturgeon früh verletzt hatte. Diese Chance ist nun nicht mehr gegeben, doch auf jeden Fall wollen die Neu-Ulmer die Saison mit zehn Siegen abschließen und zeigen, dass sie auch die Centurions schlagen können.
So oder so sollte es voraussichtlich am Samstag (Kickoff: 16 Uhr) ein tolles Spiel werden. Zwar sind die Spartans weiterhin vom Verletzungspech gebeutelt, aber das hat sie in den vergangenen Matches keinesfalls gehindert, die Gegner zu dominieren. Die Centurions sind allerdings ein völlig anderes Kaliber. Ihr erklärtes Saisonziel ist der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Dementsprechend hatte sich das in der vergangenen Saison 2024 noch als Augsburg Raptors firmierende Team personell auf mehreren Ebenen mächtig verstärkt. Eugen Haaf ist der GFL-erfahrene Head Coach, der das ambitionierte Projekt bisher überaus erfolgreich steuert.
Haaf war zuvor lange Jahre der Schlüssel um den Aufstieg der Ingolstadt Dukes bis in die Bundesliga. Haaf brachte zur laufenden (seiner ersten) Saison bei den umfirmierten Centurions aus dieser Vergangenheit auch mehrere Spieler mit Erfahrung aus der GFL und der ELF mit ins Boot - insbesondere Offensive Defensive Linemen. Dieses Grundgerüst war für die Regionalliga-Gegner zu stark.
Zudem finden sich im Roster der Centurions viele Namen, die in den letzten Jahren zu den Leistungsträgern bei anderen Teams in der Regionalliga Süd gehörten: Lawrence Jenkins, Patrick Cosby, Tillmann Morton, Jonah Schneider (alle Franken Knights), Timo Benschuh und Alex Weissbeck (beide ehemals GFL und letztes Jahr im Aufstiegsteam der Nürnberg Rams), Jeremy Jenkins (2023 Running Back der Nürnberg Rams), Nico Schaller (Landsberg X-Press). Das Ganze wird noch ergänzt um vier amerikanische Importe inklusive Jenkins und dem herausragenden Wide Receiver Jalin Goodmann, der im Hinspiel gegen Neu-Ulm für den Großteil der Punkte sorgte.
Statistisch sind beide Offenses fast gleichauf. Auch die Spartans scoren 44 Punkte im Schnitt pro Spiel und waren mit Quarterback Hunter Sturgeon, seinen Receivern Wesley Juszczak, Patrick Schempf, Tobias Spohn und Luca Stieglbauer sowie der starken Offensive Line mit Running Back Felix Klein für kaum ein Team zu stoppen. Es verspricht für alle Fans also ein echter Leckerbissen und ein "High Scoring Game" zu werden.
Augsburg kann mit einem Sieg den Titel in der Regionalliga Süd vorzeitig feiern. Anschließend spielen die Centurions jedoch auch noch zwei Spiele gegen den Tabellenletzten aus München und den Vorletzten Passau. Bei einer Niederlage in Neu-Ulm wäre zwar die "Perfect Season" dahin, aber wäre die nur knapp, genügte immer noch nur ein Sieg aus den beiden letzten Spielen, um die Aufstiegsrunde zu erreichen. Da liegt bereits jetzt naturgemäß der Fokus der Centurions - sollte es am Ende in Neu-Ulm also knapp werden und hart auf hart kommen, wird man gegen motivierte Gastgeber unter Umständen selbst nicht bis ans Limit gehen.
Auerbach - 07.08.2025

So viel Platz auch gegen das Top-Team aus Augsburg zu schaffen, wird für die Offensive Line der Neu-Ulm Spartans vermutlich schwer. (© Benjamini / Neu-Ulm Spartans)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
Eine Halbzeit lang war es ein wirklich enges Duell auf Augenhöhe im Spitzenspiel der Neu-Ulm Spartans gegen die ungeschlagenen Augsburg Centurions. Aber nach einem 20:21 zur Pause schwanden den Spartans am Ende die Kräfte, und sie mussten sich mit 28:48 geschlagen geben - Augsburg konnte so zwei Runden vor Abschluss der Ligasaison den ersten Platz festzimmern.
Ausschlaggebend in Neu-Ulm dabei auch: Nur 28 Mann an der...
![]()
Die Braunschweig Lions verstärken ihre Defense zur GFL Saison 2026 mit Jeremy "Jerry" Sarfo.
Der 31-jährige Linebacker bringt nicht nur umfangreiche Erfahrung im American Football, sondern auch große Vielseitigkeit in das Team der Lions. Sarfo begann seine Footballkarriere im Jahr 2012 bei den Hamburg Pioneers. Es folgten zahlreiche Stationen...