Die Neu-Ulm Spartans machen es hin und wieder spannend. Auch im vorletzten Heimspiel der Saison spannte der Drittligist seine Fans in der ersten Halbzeit auf die Folter. Wie schon einmal in dieser Spielzeit verschenkten die Neu-Ulmer die erste Halbzeit an den Gegner, die Amberg Mad Bulldogs, bevor sie in der zweiten Halbzeit noch auftrumpften und den Gast letztlich mit 55:38 nach Hause schickten
Nach dem Eröffnungs-Kickoff durch das Football-Team im TSV 1880 Neu-Ulm nutzten die Gäste aus Amberg den Ballbesitz im Mix aus Läufen von Running Back Anthony Green und Pässen von Quarterback Matthew O'Meara und legten mit Pass-Touchdown plus Conversion von Green mit 8:0 vor. Dann hatten die Spartans Angriffsrecht, mussten aber schnell punten. Die Spartans-Defense zwang allerdings wiederum Amberg postwendend zur Ballabgabe per Punt. Nun hatten die Spartans zwar den Ball, aber an der eigenen 10-Yard-Linie. Die Neu-Ulmer Offense gings mutig an: ein kurzer Lauf von Running Back Felix Klein, dann ein 40-Yard-Pass von Quarterback Hunter Sturgeon auf Wide Receiver Tobias Spohn, welcher, eingeklemmt zwischen Seitenlinie und einem Verteidiger, sehenswert fing, ein erneuter Lauf von Klein, gefolgt vom ersten Streich des Wide Receiver Wesley Juszczak: Der fing einen kurzen Pass, sprang über einen Verteidiger und konnte erst nach 25 Yards getackelt werden. Wenige Plays später brachte diese Kombination dann auch den ersten Spartans-Touchdown: Sturgeon passte zum 7:8 auf Juszczak.
Im zweiten Viertel wurde es turbulent. Nach Touchdown-Lauf von Green und Conversion von O'Meara hieß es 16:7 für die Gäste. Beim anschließenden Kickoff Return machte Wesley Juszczak viel Raum gut, verlor aber den Ball an der Mittellinie. Die Spartans-Defense, noch etwas von der Rolle, kassierte schnell einige Pässe von O'Meara, der dem Druck der Defensive Line immer wieder ausweichen konnte und nach einem Touchdown-Pass erneut zwei Punkte per Conversion erlief.
Man konnte sehen, warum Amberg als Tabellenfünfter die drittbeste Offense der Liga hat. Beim Kickoff Return nach dem 24:7 für die Gäste konnte Wesley Juszczak erst an der Amberger 35-Yard-Linie vom letzten Mann gestoppt werden, Neu-Ulms Quarterback Sturgeon Hunter warf erst einen Pass über 25 Yards zu Tobias Spohn und überbrückte dann den Rest selbst per Lauf zum 14:24.
Amberg aber punktete weiter: Ein vierter Touchdown und die vierte Conversion brachten das 32:14 für die "Dawgs". Nun aber hatte Neu-Ulms Offensive Coordinator Turner Sturgeon die richtigen Spielzüge gefunden und gab diese seinem Bruder aufs Feld. Zwei präzise Pässe von Hunter auf Juszczak über 35 Yards und Spohn für 30 Yards bis an die 2-Yard-Linie waren das Ergebnis. Diese letzten beiden Yards erlief Hunter selbst zum 21:32.
Und auch die Defense der Gastgeber fand nun Antworten. Drei Mal brachte sie O'Meara stark unter Druck, Amberg musste von der eigenen 20-Yard-Linie punten. Dieser Punt missglückte total und brachte nur 10 Yards. Diese Einladung nahm Hunter Sturgeon dankend an, warf für 30 Yards auf Juszczak zum Touchdown, erlief selbst die Two Point Conversion und brachte die Spartans auf 29:32 heran, ehe es in die Halbzeit ging.
In der Pause blieb der Coaching Staff ruhig, aber Spartans-Head-Coach Daniel Koch kündigte an: "Wir stellen ein wenig um." Die dann vorgegebene Marschrichtung brachte den Erfolg: Die Spartans drehten mächtig auf. Ein Lauf von Hunter Sturgeon für 25 Yards, dann ein Pass auf Patrick Schempf für 50 Yards, und wenige Sekunden nach Wiederanpfiff stand es 36:32 für die Spartans. Die Defense stoppte den Bulldogs-Angriff, dann brachten zwei lange Pässe auf Juszczak und Schempf eine gute Feldposition. 15 Yards bis in die Endzone tankte sich Running Back Felix Klein an mehreren Verteidigern vorbei zum Touchdown zum 42:32.
Das Spiel blieb umkämpft. Beiden Seiten gelang eine Interception, keiner konnte daraus aber Profit schlagen. Im letzten Viertel war Amberg an der 20-Yard-Linie der Spartans, doch verhinderte Safety Fabian Winter einen Amberger Touchdown on der Endzone. Nach dieser erneuten Interception beruhigte Neu-Ulm die Lage, bewegte den Ball gut mit Pässen auf Juszczak und Schempf sowie einem tollen Lauf von Luca Stieglbauer. Nach einigem Hin und Her erhöhten die Spartans auf 49:32, mussten aber auch einen weiteren Amberger Touchdown hinnehmen zum 49:38. Danach stoppte die Neu-Ulmer Defense den Conversion-Versuch. Den Schlusspunkt setzte in einem wilden, aber dadurch für die Fans sehenswerten Spiel dann ein gewagter 50-Yard-Touchdown-Pass von Sturgeon auf Juszczak zum Endstand von 55:38.
Nun bleibt den Spartans ein Heimspiel am 9. August gegen die bislang ungeschlagenen Augsburg Centurions. Sollte der Tabellenführer, was abzusehen ist, gegen andere Teams nicht verlieren, können die Spartans wegen der Niederlage im Hinspiel und des unnötig verlorenen Matches gegen den Landsberg X-Press selbst bei einem hohem Heimsieg Augsburg nicht mehr überholen, wollen aber dem designierten Aufsteiger in die zweite Bundesliga einen tollen Kampf liefern und dessen "Perfect Season" verhindern.
Auerbach - 28.07.2025

Felix Klein durfte sich feiern lassen. (© Theimer / Neu-Ulm Spartans)
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