Stuttgart Surge hat das Spitzenspiel der ELF West gegen die Paris Msketeers mit 26:8 gewonnen; von Beginn an dominierte die Surge, die das Hinspiel in Paris 6:0 verloren hatte, und ließ keinerlei Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Wide Receiver Louis Geyer kam dabei auf 147 Yards und einen Touchdown.
Die Surge startete zunächst im Angriff und kam – auch dank einer unnötigen Strafe gegen die übermotivierten Gäste – schnell nach vorne. An der Red Zone war jedoch Schluss und so trat Kicker Bronn aus knapp 40 Yards an. Sein Versuch wurde jedoch geblockt.
Auf der anderen Seite versuchte Head Coach Jack Del Rio einen 4. Versuch tief in der Stuttgarter Hälfte ausspielen zu lassen, der Run war nach Ansicht der Schiedsrichter jedoch zu kurz.
So blieb es den Stuttgartern vorbehalten, für die ersten Punkte zu sorgen: Reilly Hennessey nutzte seinen Center Moritz Schreiber als Vorblocker und lief aus 15 Yards zum 7:0 ein.
Auch der nächste Drive der Surge sah vielversprechend aus: Mit dem diesmal als Starter aufgelaufenen Running Back Kai Hunter und einer erneut uncleveren Strafe der Pariser stand Surge in der Red Zone der Musketeers. Mehr als ein weiterer Field Goal-Versuch sprang aber nicht heraus, der diesmal auch den Weg durch die Stangen zum 10:0 fand.
Ein Turnover on Downs, als QB Henderson einen vierten Versuch erfolglos an der eigenen 40 Yard Line (!) ausspielen sollte, geriet zum Debakel. Sein Receiver ließ den fangbaren Ball durch die Hände gleiten und gleich im nächsten Spielzug packten die Stuttgarter ein Trick Play aus: Nach einem Pass nach hinten zu WR Mike Harley Jr warf der den Ball die rechte Seitenlinie entlang auf Louis Geyer, der eigentlich in Doppeldeckung war, den Ball aber trotzdem zum 17:0 fangen konnte.
Mit diesem Stand ging es auch in die Kabinen; vor allem die Verteidigung der Schwaben hatte den Parisern nur dann ein wenig Raumgewinn erlaubt, wenn QB Henderson selbst startete. Der übersah dabei aber des Öfteren freie Anspielstationen.
Das Bild der zweiten Hälfte war unverändert: Die Stuttgarter Verteidigung auf dem Posten und das genügte zunächst. Gegen Ende des dritten Viertels trat erneut Kicker Timo Bronn an und erhöhte aus kurzer Distanz auf 20:0.
Zu Beginn des Schlussviertels blockten die Stuttgarter Special Teams noch einen Punt vor der gegnerischen Endzone, so dass sie direkt in der Red Zone wieder in Ballbesitz kamen. Es war nahe an einem "complete game" zu diesem Zeitpunkt, auch wenn wieder "nur" ein Field Goal zum 23:0 durch Bronn heraussprang.
Allerdings gab es dann doch gut neun Minuten vor Schluss erstmals Punkte für die Gäste: Ein kurzer 4. Versuch an der Stuttgart 37 wurde von QB Henderson mit einem weiten Pass zu WR Anthony Mahoungou für den ersten Touchdown der Gäste genutzt. Da auch die Two Point-Conversion klappte, stand es nur noch 23:8.
Die Stuttgarter Offense musste im Anschluss schnell wieder vom Feld, so dass eben doch noch nicht alles unter Dach und Fach war. Ein Turnover on Downs in der eigenen Hälfte beendete die Spekulationen jedoch schnell wieder.
Stuttgart spielte clever die Uhr herunter bis zum Two Minute-Warning; direkt im Anschluss stellte Kicker Bronn auf 26:8 – gleichzeitig der Endstand.
In der anschließenden Pressekonferenz erklärte Paris Head Coach Jack del Rio: "Es war eine großartige Umgebung: Gutes Publikum, wunderschönes Stadion. Wir haben nur nicht genug gemacht. Wir fahren ohne den gewünschten Sieg heim. Glückwunsch an Stuttgart.
Heute war ein wichtiges Spiel. Für mich war klar, dass der Gewinner heute die Division holt. Genau wegen dieses Wettkampfs mache ich das noch, was ich mache. Deswegen coache ich noch. I liebe das immer noch und habe kein Problem damit, meinen Hut vor der Surge zu ziehen."
Stuttgarts Head Coach Jordan Neuman fügte an: "Wir wussten, dass es ein sehr umkämpftes Spiel werden wird. Und dass es immer eine Herausforderung ist.
Auf unsere Physis bin ich am meisten stolz. Es war ein wirklich guter Team-Win heute."
Kommende Woche spielen die Musketeers gegen die noch sieglosen Cologne Centurions (0-9). Man muss kein Prophet sein, um hier einen leichten Sieg für die Musketeers erwarten zu können. Stuttgart Surge empfängt am Sonntag um 16:25 Uhr die Hamburg Sea Devils auf der Waldau.
Carsten Keller - 20.07.2025

Über weite Strecken hatte die Stuttgarter Verteidigung die Offense von Paris im Griff (© Carsten Keller)
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