BYU Quarterback Jake Retzlaff verlässt seine Universität und beabsichtigt, sich für die Saison 2025 an einer anderen Universität einzuschreiben, um dort weiter College Football zu spielen. Er wurde in einer Zivilklage angeklagt, die aber am 30. Juni abgewiesen wurde. Ihm droht jedoch eine mögliche lange Sperre wegen Verstoßes gegen den Ehrenkodex der BYU. Anstatt die Strafe abzusitzen, sucht der Cougars Quarterback für 2025 nach einer neuen Heimat. Sein Rückzug bedeutet wiederum, dass er das Transferportal umgehen und noch vor dem Herbstcamp im August eine neue sportliche und akademische Heimat finden kann. Obwohl er statistisch gesehen, nicht zu den besten Passern der Big 12 gehörte, war Retzlaff in der vergangenen Saison für 66 Prozent der gesamten Offensive von BYU verantwortlich und erzielte insgesamt 26 Touchdowns. Er wurde in der vergangenen Saison 13 Mal für die Cougars als Starter aufgestellt und verhalf BYU zu einer Bilanz von 11-2 und einem Platz unter den Top 15. Somit kann sein Abgang als durchaus dramatisch für das BYU Football Programm bezeichnet werden.
Aus Sicht des Spielmachers bieten sich folgende Universitäten als neue Anlaufstellen an, sofern sie wirklich ein Interesse besitzen, Retzlaff zu verpflichten.
Northwestern
Nur zwei College Football Teams warfen in der vergangenen Saison weniger Touchdown-Pässe als die Wildcats. Die Kombination aus Jack Lausch und den ehemaligen Transferspielern Mike Wright und Ryan Hilinksi funktionierte für Trainer David Braun einfach nicht, und Northwestern sorgte in der Offseason dafür, dass ein Spieler, den man als einflussreichen Neuzugang betrachtet, die Startposition übernimmt: der ehemalige SMU-Signal Caller Preston Stone. Würde Stone jedoch anstelle von Retzlaff starten? Das würde im Trainingslager sicherlich für Spannung sorgen, und die Wildcats scheuen sich scheinbar nicht, weitere Spieler in den Quarterback Wettbewerb mit aufzunehmen.
Oklahoma State
Head Coach Mike Gundy ist sich noch nicht sicher, wer im Trainingslager der Cowboys nächsten Monat als Stamm-Quarterback spielen wird, aber es scheint, dass Zane Flores und der ehemalige TCU-Transfer Hauss Henjey um diese Chance kämpfen werden. Diese Konstellation trat ein, nachdem Oklahoma State im Frühjahr zwei weitere Spieler auf dieser Position das Programm verließen. Als eines von mehreren Big 12 Programmen ohne einen herausragenden Quarterback bietet Oklahoma State derzeit ein System an, das Retzlaff vertraut sein dürfte, somit könnte er in der Conference verbleiben und müsste auch nicht viel Zeit zum Lernen investieren.
Notre Dame
Die Fighting Irish hatten in dieser Offseason nie geplant, Quarterback Verstärkungen einzukaufen, wie sie es in den letzten Jahren mit Sam Hartman (Wake Forest) und Riley Leonard (Duke) getan hatten. Doch diese Einstellung änderte sich mit Steve Angelis Wechsel zu Syracuse im April. Nach seinem Transfer stehen Marcus Freeman nur die Nachwuchsspieler CJ Carr und Kevin Minchey zur Verfügung. Es gibt jedoch keine Absicherung darüber hinaus. Sollte Retzlaff in South Bend unterschreiben, verstärkt er den Kader um einen dringend benötigten erfahrenen Spieler und könnte Carr und Minchey in der Offensive unter Druck setzen.
Appalachian State
Aus folgenden Gründen wäre eine Verbindung zwischen den Mountaineers und Retzlaff für alle Beteiligten sinnvoll. Head Coach Dowell Loggains, der in seinem ersten Jahr ist, tut sich schwer, sich zwischen zwei weiteren Transfers zu entscheiden und der ehemalige BYU-Spieler passt, zumindest schematisch, ideal in die Offense. Der ehemalige Vanderbilt- und LSU-Quarterback AJ Swann trat im Frühjahr gegen den ehemaligen Signal Caller von Iowa State JJ Kohl an, und Loggains bestätigte im Mai, dass es noch keinen echten Stamm-Quarterback in seinem Team geben würde.
Tulane
T.J. Finley sollte eigentlich der Stamm-Quarterback der Green Wave werden, nachdem Darian Mensah das Programm für eine beträchtliche Gehaltserhöhung bei Duke verlassen hatte. Tulane suspendierte Finley jedoch, was kurz darauf zu seinem Ausscheiden führte. Kadin Semonza und Donovan Leary lieferten sich im Trainingslager ein Duell mit Finley, und die Green Wave verpflichteten im April den ehemaligen Passer Brendan Sullivan aus Iowa und Northwestern als Verstärkung. Retzlaff hätte eine Chance auf einen Starterplatz, wenn er auch nicht unbedingt der unmittelbare Favorit wäre. Sollte Retzlaff nicht bei einem Power-Four-Team unterschreiben, wäre Tulane einer der Top-Favoriten der Group of Five mit Aussicht auf eine Chance.
UCF
Wäre Scott Frost mit dem Gedanken einverstanden, dass rechtzeitig zur Saison eine zusätzliche Verstärkung nach Orlando kommt? Vielleicht. Tayven Jackson, im vergangenen Herbst noch Backup von Kurtis Rourke für das Playoff-Team Indiana, führt die Liste derzeit an, gefolgt von Cam Fancher. Jackson sammelte bei den Hoosiers Startererfahrung, nachdem er in Tennessee auf der Bank saß, ist aber im Vergleich zu Retzlaff im Grunde noch unerfahren. In Nebraska lief es für Head Coach Frost nicht rund, was er aber bei UCF mit seinem dynamischen Spiel auf der Quarterback-Position offensiv zeigen konnte, könnte für Retzlaff attraktiv sein.
Schlüter - 16.07.2025

QB Jake Retzlaff hat BYU verlassen und sucht ein neues Team. (© Getty Images)
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