Das war ein völlig überraschender Befreiungsschlag: Die Amberg Mad Bulldogs gewannen gegen den favorisierten Landsberg X-Press mit 31:24 und feierten so ihren ersten Heimsieg seit zwei Jahren. Landsberg stand auf Platz zwei der Tabelle der Regionalliga Süd, die Amberg Mad Bulldogs auf dem vorletzten. Und vielleicht lag es daran, dass das Team des Amberger Head Coaches Dany Emmanuel sich bewusst war, dass es jede sich bietende Chance zum Punkten nutzen musste. Auf jeden Fall zeigten sich die "Dawgs" so konzentriert und angriffslustig wie schon lange nicht mehr. Die erste Überraschung und für sich ja eigentlich schon ein Erfolg für den Underdog: Das erste Viertel blieb für beide Teams ohne Punkte.
Der Siegeswille der Amberger zeigte sich besonders im ersten Drive des zweiten Viertels, als klar war, dass es wegen der langen Distanz nicht zu einem regulären Touchdown reichen würde. Also setzte der Amberger Offensive Coordinator Heiko Müller auf einen Kick. Der gelang und prompt stand es 3:0 für die Amberger. Kurze Zeit später zog der X-Press dann mit der gleichen Variante nach. Die Amberger allerdings legten nach, diesmal mit einem regulären Touchdown, und so stand es zu Halbzeit 9:3 für die Gastgeber.
Nach der Halbzeit starteten die Dawgs etwas ruhiger in die Hitzeschlacht bei weit über 30 Grad und gaben die Führung kurze Zeit aus der Hand. Und genau jetzt schafften sie etwas, was spielentscheidend war: Sie verloren nicht die Nerven und zeigten, was eigentlich in ihnen steckt: Im letzten Viertel erzielten die Amberger zwei Touchdowns und verwandelten auch die jeweiligen Two-Point-Conversions. Die Gäste zeigten sich immer nervöser.
Generell auffällig allerdings waren auch die vielen persönlichen Fouls auf beiden Seiten. Beide Teams verloren jeweils einen Spieler: Auf Amberger Seite wurde Anthony Green, bei den Landsbergern Thomas Weile vorzeitig unter die Dusche geschickt, beiden droht nun eine Sperre für mehrere Spiele. Nicht mal eine Minute vor Schluss erzielten die Landsberger noch einen Touchdown, scheiterten beim anschließenden Kick aber klar, der Ball flog nur wenige Zentimeter weit. Die Amberger mussten so nur noch ein paar Sekunden abknien und konnten den langersehnten Sieg im heimischen Stadion feiern. Die Erleichterung war den Spielern, Coaches und Verantwortlichen der Mad Bulldogs anzusehen – immerhin hatten sie ihren letzten Heimsieg am 11. Juni 2023 geholt.
Das Fazit fällt bei den beiden Teams erwartungsgemäß völlig unterschiedlich aus. "Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs und Coaches. Sie haben heute gezeigt, zu was sie fähig sind, wenn sie als Team spielen und Disziplin zeigen. So muss es jetzt aber auch weiterhin gehen – ab jetzt sollte jeder Gegner machbar sein", sagte der Abteilungsleiter der Amberger Footballer, Michael Sandner, während sich der Präsident des Landsberg X-Press, Markus Gruberbauer, in einem Statement im Landsberger Tagblatt komplett anders äußert: "Das war Football zum Abgewöhnen!"
Gleich am kommenden Samstag gibt es das Rückspiel in Landsberg. Die Amberger haben auf jeden Fall vor, ihren Erfolg zu wiederholen. Die Tabelle haben sie jetzt auf jeden Fall schon mal durcheinander gebracht: Amberg kletterte auf Platz fünf, Landsberg rutschte auf Platz drei ab.
Auerbach - 30.06.2025

Ambergs Nummer 15 Anthony Green bei einem Touchdown (© Ponader / Amberg Mad Bulldogs)
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