Die Paris Musketeers haben ihre Heimpartie im Stade Jean-Bouin gegen Stuttgart Surge mit 6:0 gewonnen; Ex-Surge Running Back Nicolas Khandar erlief 76 Yards gegen sein ehemaliges Team, aber Sieggarant war die Defense der Pariser, die die Stuttgarter ein ums andere Mal stoppen konnte.
Vor einer übersichtlichen Zuschauerzahl starteten die Pariser in die Partie, hatten aber ebenso wie die Gäste aus Stuttgart zunächst Schwierigkeiten, neue First Downs zu kreieren. Das einzige Big Play im ersten Viertel, ein weiter Pass auf Wide Receiver Austin Mitchell über 49 Yards in die Stuttgarter Red Zone, bereitete den ersten Score vor: Remi Bertellins Catch aus neun Yards führte zur 6:0 Heimführung, der Extrapunktversuch von Kicker Mathys Dupont gelang nicht.
Die Stuttgarter Defense besorgte der Offense gute Feldposition im zweiten Viertel, aber zunächst sah es nicht so aus, als ob dies reichen würde. Bei 3. & 9 Mitte des zweiten Viertels packte Quarterback Reilly Hennessey einen weiten Pass in die Endzone aus, wo Wide Receiver Louis Geyer ahndungswürdig am Fang gehindert wurde.
First & Goal aus kurzer Distanz war die Folge, aber weder Running Back Oyewo noch Hennessey selbst schafften es per Run in die Endzone. Ein Wurf zu Louis Geyer besorgte vermeintlich den Ausgleich, aber eine Offensive Pass Interference nahm die Punkte wieder von der Anzeigetafel. Eine weitere Strafe warf die Surge noch einmal zurück. So reichte es nur zu einem kurzen Field Goal Versuch aus 29 Yards von Kicker Timo Bronn, aber der wurde auch noch geblockt. Viel mehr als in dieser Sequenz hätte nicht schiefgehen können bei den favorisierten Gästen.
Free Safety Marko Vidackovic brachte den Ball in Form einer Interception jedoch sofort zurück zu den Schwaben und ein Pass zu Neuzugang Roberto Miranda ließ - eigentlich zum ersten Mal – die Offensivpower Stuttgarts aufblitzen. Weiter ging es jedoch trotzdem nicht, so dass die Schwaben den Ball zum Two Minute Warning erneut abgeben mussten. Mit einem überraschenden 6:0 ging es zur Pause in die Kabinen.
Auch die Halbzeitansprache von Head Coach Jordan Neuman hatte wohl nicht ausreichend gefruchtet, denn auch im ersten Drive gab es ein schnelles 3 & Out der Gäste.
Die Musketeers versuchten es vor allem äußerst konservativ in der Offense, um ja keine Turnover zu verursachen. Das gelang jedoch nur bedingt. So bekamen die Stuttgarter relativ zügig immer wieder den Ball zurück.
Ein Highlightcatch des unermüdlichen Running Backs Tomiwa Oyewo brachte die Schwaben erneut in die Red Zone der Pariser. Dort kam man bis wenige Zentimeter an die Endzone, aber auch ein vierter Versuch von Fullback Leon Helm missglückte – ein herausragender Goal Line-Stand der Hausherrn.
Am Spielstand änderte sich auch bis weit ins Schlussviertel nichts mehr – die Defenses hatten bis dato einen starken Tag. Gut fünf Minuten mussten die Pariser noch überstehen, als sie den Ball nach einem weiteren kurzen Auftritt der Gäste-Offense zurückbekamen. Zwar nahm man einige Minuten von der Uhr, aber direkt nach dem Two Minute-Warning wurde ein Field Goal-Versuch geblockt, so dass den Gästen noch 1:54 Minuten blieben, um den siegbringenden Touchdown zu erzielen.
Mit einem Verzweiflungspass bei 4. & 14 zu Dr Lengauer ging der Drive zunächst weiter und später gelang eine weitere Fourth Down Conversion mit einem kurzen Quarterback Sneak von QB Hennessey. Es blieben jedoch nur noch 23 Sekunden und noch 49 Yards. Einige Yards davon gelangen noch, aber nach einem Catch von Wide Receiver Daniel Pedro lief die Uhr aus.
Ein so kaum zu erwartender Sieg der Musketeers. Der letzte Shutout der Stuttgarter lag doch schon lange Zeit zurück und war vor der Ära Jordan Neuman.
Kommende Woche treten die Stuttgarter bei den Hamburg Sea Devils an; die Partie wird im Bremer Weserstadion ausgetragen. Kickoff ist Samstag um 18 Uhr. Die Pariser besuchen Frankfurt Galaxy; auch diese Partie findet nicht in der angestammten Arena statt: stattdessen ist der Bieberer Berg in Offenbach Austragungsort. Kickoff ist Sonntag um 13 Uhr.
Carsten Keller - 25.05.2025

Nach zwei Jahren in Stuttgart läuft RB Khandar jetzt für die Musketeers (© Carsten Keller)
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