Vergangenes Jahr hatten die Wiesbaden Phantoms in der zweigleisigen GFL Juniors zwar ihren Nimbus als regelmäßiger Viertelfinalist bereits eingebüßt. Aber immerhin hielt man lange die Chancen auf die Playoffs aufrecht, unter anderem durch einen Auswärtssieg beim späteren Vierten in Troisdorf. Diesmal missriet der Saisonauftakt aber völlig. Beim 81:21-Kantersieg des GFL-Juniors-Aufsteigers Holzgerlingen Twister mussten die Hessen enorm Lehrgeld zahlen.
Es seien weder Technik noch Taktik gewesen, physisch sei sein Team aber komplett unterlegen gewesen, bilanzierte Wiesbadens Head Coach Christian Freund nach der bitteren Niederlage. Zu der gesellten sich mehrere teils schwere Verletzungen auf dem bei den Gegnern gefürchteten Kunstrasenplatz "The Beach". Am Ende war die Mannschaft ziemlich demotiviert, allein im letzten Viertel kassierte man 33 Punkte gegen einen Gegner, der sich in dieser Form auch in der Jugendbundesliga etwas ausrechnen darf.
Es sei "ein gebrauchter Tag" gewesen, sagte Freund, der im Abschluss-Huddle von seinen Spielern forderte, vor dem nächsten Vergleich einen Haken an die Klatsche von Holzgerlingen zu machen. Was schwer wird. Aber versucht wird natürlich alles, um die Augen auf die wenigen Mut machenden Momente zu richten. Die sechs Zähler zur Halbzeit hatte Friedrich Koch nach einem Pass von Elia Jannis Klein auf die Anzeigetafel gebracht - über 75 Yards! Es war allerdings zu wenig, um den solide agierenden Twister zu stoppen.
In Holzgerlingen startete die Saison für die U20-Phantoms richtig mies: Quarterback Hendrik Lindner warf eine Interception auf Holzgerlingens Aaron Christopher Arif Hamiko. Julian Christopher Faller trug das Ei direkt im ersten Offense-Spielzug von Twister in die Endzone. Auch den PAT-Kick verwandelte Faller mit seinem Holder Christin Duclos Nkombou Kouamen. Dieses Duo sollte für die meisten Scores der Gastgeber sorgen. US-Running-Back Nkombou Kouamen bekamen die Phantoms nie wirklich in den Griff, und auch Faller sowie Nils Richard Skarke liefen absolut sehenswert durch die schwach tackelnde Defense der Phantoms. Der gleichermaßen massige wie wendige Quarterback Sven Isaac Petrasch sorgte mit seinen eingestreuten Läufen für ein wenig Abwechslung und bediente auch den einen oder anderen Receiver.
14:0 nach dem ersten Viertel und 35:6 zur Halbzeit lagen die Gastgeber in Front. Die in der Halbzeit in der Wiesbadener Kabine aufgebaute Motivation verpuffte schnell wieder, denn zuerst punkteten wiederum die Gastgeber – und das dreimal. Über 56 Yards warf Klein schließlich nochmals auf Koch, der sowohl Touchdown- als auch Conversion-Pass fing. Dass das 14:55 aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein war, dürfte jedem auf dem "Beach" klar gewesen sein. Die Phantoms kamen in der "Garbage Time" noch ein drittes Mal in die Twister-Endzone. Klein hatte dabei über 69 Yards auf Anton Göbel geworfen.
"Die Trainingsmöglichkeiten für uns waren in den vergangenen Monaten alles andere als optimal", monierte Head Coach Freund abschließend und nahm seine Spieler damit in Schutz, ohne es dabei aber zu verpassen, ihnen auch ins Gewissen zu reden, sich optimal auf Spiele vorzubereiten und dabei auch selbst in der Verantwortung zu sein. Am 3. Mai ab 16 Uhr, kommt es nun im Wiesbadener "Camp Lindsey" bereits zum Duell mit den Munich Cowboys, die am ersten 2025er Spieltag ebenso deklassiert wurden wie die Phantoms: 0:80 hieß es für die Bayern gegen die Schwäbisch Hall Unicorns. Gegen die Cowboys hatten die Phantoms letztes Jahr mit einer knappen 16:19-Auswärtsniederlage ihre letzte Playoff-Chance verspielt. Nun braucht man die Revanche schon, um nicht von Beginn an hinten am Feld der GFL Juniors Süd dran zu hängen.
Auerbach - 28.04.2025

Die Wiesbaden Phantoms stemmten sich vergeblich gegen den Angriffswirbel von Holzgerlingen Twister. (© Annette Freund / Wiesbaden Phantoms)
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