Ein neuer Trend zeichnet sich im College Sport ab. Die Athletic Departments und ihre Universitäten sind in diesen Wochen damit beschäftigt, ihre Finanzen neu zu ordnen, um sich auf die neuen Umsatzbeteiligungsmodelle ihrer Sportstudenten vorzubereiten. Entsprechend strukturieren sie ihre Verträge ihrer bestbezahlten Coaches um.
Mindestens drei bedeutende College Football Coaches haben in den letzten 14 Tagen ihre Verträge umstrukturieren müssen, beziehungsweise ein Teil ihrer üppigen Honorare gespendet, um den jeweiligen Sportabteilungen zu helfen, die im Rahmen der bevorstehenden Einigung im Rechtsstreit Fall House gegen NCAA bald Millionenzahlungen an ihre Spieler leisten werden. Die bevorstehende Einigung hat die Sportabteilungen der Division I dazu verpflichtet, mindestens pro Universität 20,5 Millionen US-Dollar an jährlichen Zahlungen an Spieler zu leisten. Entsprechend haben findige Athletic Direktoren die Prinzipien der kreativen Buchführung entdeckt, um für den Stichtag 1. Juli 2025 vorbereitet zu sein.
Einer der ersten Coaches im College Football war Mike Norvell von Florida State der einem umstrukturierten Vertrag zustimmte und einen Beitrag von 4,5 Millionen Dollar an die Initiative "Vision of Excellence" leistete. Es handelt sich hierbei um eine Spendenkampagne seines Arbeitgebers, die darauf abzielt, die Sportarten auf neues "Exzellenz-Niveau" zu heben. Norvell erhielt während der letzten Saison eine Vertragsverlängerung. Sein Jahresgehalt erhöhte sich auf 9,9 Millionen Dollar. Einem ähnlich umstrukturierten Vertrag stimmte am 7. Dezember auch Head Coach Mike Gundy von Oklahoma State zu und LSU Head Coach Brian Kelly stimmte am letzten Freitag zu, dass er mit einer Million US-Dollar den NIL-Fond der "Tiger Athletic Foundation" aufstocken würde. Alle drei Cheftrainer eint, dass sie in der abgelaufenen Saison die in sie gesetzten Erwartungen nicht wirklich erfüllten. Mike Gundy besaß wohl nur die Möglichkeit, entweder die neuen Konditionen zu akzeptieren, oder nach 20 Jahren Trainertätigkeit bei Oklahoma State, von seiner Universität gefeuert zu werden. Etwas anders ging West Virginia vor. Der neue Coach Rich Rodriguez erhielt einem Fünf-Jahres-Vertrag im Wert von durchschnittlich 3,75 Millionen Dollar pro Jahr, so dass er weniger Gehalt als sein Vorgänger Neal Brown erhalten wird.
Im Grunde handelt es sich um eine legale Möglichkeit, Geldmittel von einem Topf in einen anderen zu transferieren, da Coaches auf Universitätsniveau nicht direkt zu den "NIL-Deals" Geldmittel beisteuern dürfen. Die betroffenen Coaches gewinnen andererseits Zeit nach einer enttäuschenden Saison eine Kündigung zunächst zu verhindern. Es ist ferner kein Geheimnis, dass die Athletic Departments gezwungen sind, ihre Betriebskosten zu senken, da die Gehälter ihrer Trainer und im Falle einer Kündigung Abfindungen in den letzten Jahren drastisch in die Höhe geschnellt sind. Was liegt dann näher, nach durchwachsenen Spielzeiten, entweder die Gehälter zu kürzen, oder ihre Top-Angestellten zu Spendenzahlungen zu motivieren. In der FBS Spielklasse wurden in diesem Jahr 27 Coaches ausgetauscht, in den Power Conferences waren es aber nur sechs Cheftrainer-Posten. Ein Jahr zuvor waren es noch 14 betroffene Head Coaches. Dieser Zahlenvergleich ist ein Indiz dafür, dass die führenden Universitäten vorsichtiger geworden sind, ihre Trainer voreilig zu entlassen. Die Mitglieder der sportlich unbedeutenden Conferences sind dagegen nicht verpflichtet, ihre Spieler an den Umsätzen zu beteiligen, so dass sie in Folge dessen auch schneller Trainer entlassen und wieder einstellen.
Schlüter - 20.12.2024

Head Coach Mike Norvell (Florida State Seminoles) hat einen Teil seines Gehaltes gespendet. (© Getty Images)
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