Lamar Jackson kann Playoffs

Lamar Jackson spielte wie entfesselt.Die Kritiker, die Ravens-QB Lamar Jackson angesichts seiner in den letzten Jahren schlechten Auftritte in den Playoffs schon abgeschrieben hatten, wurden dieses Mal eines besseren belehrt. Jackson warf zwei Touchdown-Pässe, lief selbst für zwei Touchdowns und half seinen Ravens zu einem erst am Ende ungefährdeten 34:10-Erfolg. Damit konnte er seine persönliche "Playoff-Bilanz" auf zwei Siege bei drei Niederlagen verbessern. Aber immer noch zu wenig, finden seine Kritiker. "Ich kenne die Kritik. Das weiß ich alles auch selbst. Aber es ist mir egal, was diese Leute sagen. Dieses Team ist anders und wird erfolgreich sein", konterte er die Fragen dazu.

Dabei war der Erfolg lange nicht so klar, wie es das Endergebnis vermuten lässt. Zur Halbzeit gingen beide Teams mit einem 10:10 in die Kabine. Während die Offense der Houston Texans und vor allem QB C.J. Strout einen sehr schweren Stand hatte, hielt deren Defense Lamar Jackson weitgehend unter Kontrolle. Vor allem das Passspiel kränkelte. Jackson hatte nur 52 Yards erworfen, aber immerhin 50 Yards erlaufen. Das alles änderte sich erst in der zweiten Halbzeit.

Die Ravens begannen die zweiten Hälfte mit einem Kickoff Return durch WR Devin Duvernay über 37 Yards. Sechs Spielzüge später erreichte Jackson mit einem Lauf über 15 Yards die Endzone und brachte die Ravens mit 17:10 in Front. Und schon im nächsten Ballbesitz erhöhte Jackson mit einem Pass auf TE Isaiah Likely auf 24:10.

Angesichts der Tatsache, dass die Offense der Texans gegen die von Mike Macdonald organisierte Defense nach wie vor kaum etwas ausrichten konnten, war dies quasi schon die Entscheidung. Es folgte ein weiterer Touchdown durch Jackson (Lauf über 8 Yards) und ein Field Goal durch Justin Tucker (43 Yards) zum am Ende dann doch deutlichen 34:10.

Dabei war es vor allem das Laufspiel, das das Spiel zu Gunsten der Ravens entschied, während das der Texans durch die Defense der Ravens komplett abgemeldet war. 229 Yards zu 38 Yards sind eine mehr als deutliche Dominanz. Für 100 Yards davon war Jackson direkt verantwortlich. So war es für Jackson dann auch einfacher, mit dem Passspiel zu glänzen.

Allerdings ging dies auch nicht ohne Anpassung vonstatten. Durch den starken Druck der Defensive der Texans, in 75 Prozent aller Fälle wurde "geblitzt", verkürzten die Ravens die Pässe doch erheblich. Während Jackson in der ersten Hälfte noch 3,5 Sekunden bis zum Wurf benötigte, waren es in der zweiten nur noch 2,25 Sekunden. Dennoch gelang es ihm, 72 Prozent seiner Pässe sicher an den Mitspieler zu bringen.

Head Coach John Harbaugh, der seine Pressekonferenz mit einem Bibelspruch begann, freute sich über den hart erkämpften Sieg: "Das war nicht einfach heute. In der Halbzeit waren wir sehr unzufrieden mit uns. Aber die Texans haben eine gute Defense und haben heute viele neue Sachen ausprobiert. Darauf mussten wir reagieren. Wir haben dann unsere Blockschemata angepasst und in der zweiten Halbzeit kürzere und vor allem schnellere Pässen gespielt."

Gleichzeitig wies Harbaugh auf die historische Dimension dieses Erfolges hin: "Es ist das erste AFC Championship Game in Baltimore seit der Saison 1970. Und der Vater von Gerry Sanduskys (Direktor einer Fernsehstation in Baltimore), John, war in jener Saison der Offensive Line Coach in Baltimore. Ich freue mich für unsere Fans, dass sie das erleben dürfen. Aber das Heimrecht allein hilft uns nicht. Wir werden hart für den Erfolg arbeiten müssen. Egal wer nächste Woche unserer Kontrahent sein wird, wir werden unseren besten Football zeigen."

Am 3. Januar 1971 waren es allerdings noch die Baltimore Colts (heute Indianapolis), die gegen die Oakland Raiders (heute Las Vegas) mit 27:17 auf dem Weg zu ihrem ersten Endspielerfolg erfolgreich waren.

Korber - 21.01.2024

Lamar Jackson spielte wie entfesselt.

Lamar Jackson spielte wie entfesselt. (© Getty Images)

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