Die Allgäu Comets setzten ihren Sturmlauf auch im Interconference-Spiel gegen die Berlin Adler durch. Mit einem 31:17-Erfolg bewahrten die Kemptener gegen die Hauptstadt-Footballer nicht nur ihre weiße Weste von nun 8:0 Punkten und verteidigten die Tabellenspitze im Süden. Gleichzeitig waren sie auch das erste Süd-Team, das eines der in diesem Jahr in der GFL wieder eingeführten Interconference-Spiele gewinnen konnte.
Beide Mannschaften waren im Angriff zumindest in der ersten Hälfte kaum zu stoppen, nach der Pause behielten die Allgäuer diesen Schwung bei - jedenfalls so lange dies nötig war -, die Berliner Bemühungen gerieten dagegen bereits ab dem zweiten Viertel etwas ins Stocken. Nach der Pause gelang ihnen nur noch einmal eine lange Angriffsserie im ersten Ballbesitz danach, später gab es keinen First Down mehr für sie. Die weite Anreise könnte da ihre Rolle gespielt haben.
Und vor allem die Energieleistung, die es eben braucht, um gegen den Angriffs-Tornado der Allgäu Comets 2023 zu bestehen. Beide Seiten zwangen den Gegner zu Beginn häufig in dritte oder gar vierte Downs, beide Angriffsreihen legten dennoch mehrere Angriffsserien von über 70 Yards Länge hin. Die Adler stoppten die Hausherren bei deren erstem Drive durch einen Quarterback Sack von Malik Ngandeu im vierten Down und nutzten so anschließend ihren eigenen zweiten Ballbesitz zur Führung nach Pass von Zachary Cavanaugh auf Maylan Bacher.
Danach aber kam Allgäus Quarterback Javarian Smith in Fahrt, diesmal vor allem mit Pässen auf Thomas Campbell (sieben Fänge für 138 Yards), aber in entscheidenden Momenten natürlich auch wieder im Zusammenspiel mit Nathanael Stewart. Dessen Fang an Berlins 1-Yard-Linie nach 18 Yards Zuspiel in einem vierten Down bereitete kurz nach dem ersten Seitenwechsel seinen 7:7-Ausgleich im nächsten Spielzug vor. Die Adler antworteten zweieinhalb Minuten später mit einem Cavanaugh-Pass auf Nathaniel Prince zum 14:7, doch dauerte es danach weniger als zwei Minuten, ehe Smith per Pass auf Ashan Moore über 45 Yards wieder ausgeglichen hatte.
Im Gegenzug standen sich die Adler durch einen False Start in einem kritischen dritten Versuch selbst im Weg, Cavanaughs Passversuche im dritten und vierten Versuch scheiterten. Als die Adler-Defense danach Allgäus Angreifer bereits gestoppt zu haben schien, hielt ein Personal Foul der Gäste deren Drive am Leben, der so noch zum Field Goal zum 17:14-Pausenstand vollendet werden konnte.
Die Adler drohten danach, noch zu eigenen Punkten kommen zu können, doch lief ihnen nach einem Quarterback Sack von Destiny Osawe die Zeit davon. Mit frischen Kräften stemmte man sich nach der Pause noch einmal erfolgreich der Angriffslawine der Comets entgegen, Quarterback Cavanaugh sorgte mit einem Lauf zum First Down in einem dritten Versuch und anschließend mit einer kleinen Passserie für eine günstige Ausgangssituation zum Field Goal zum nochmaligen 17:17-Ausgleich.
Damit hatten die Adler aber ihr Pulver verschossen. Die Comets zogen dagegen zunächst weiter zügig in Richtung Berliner Endzone vor. Ein Quarterback Sack von Lukas Böckmann schien sie entscheidend zurückzuwerfen, doch bescherte ihnen später an Berlins 13-Yard-Linie ein Offside der Berliner Defense vor dem vierten Down die Gelegenheit zum zweiten Touchdown-Pass auf Nathanael Stewart.
Die Adler-Defense gab sich nicht geschlagen, auch wenn im Adler-Angriff nun nichts mehr gelang. Aber auch nach der Interception durch Darwin Suh Neba waren die Comets vier Spielzüge später erneut im Ballbesitz. Big Plays von Thomas Campbell und zum Abschluss der Lauf von Quarterback Smith in die Endzone sorgten Mitte des letzten Viertels für das 31:17. Ein Quarterback von Jonathan Zinnecker sowie anschließend die perfekt bis in die Schlusssekunde hinein gestreckte viereinhalbminütige Angriffsserie der Comets besiegelten dies dann auch als Endresultat.
Auerbach - 27.06.2023

Javarian Smith und die Allgäu Comets gewannen auch gegen die Berlin Adler. (© Sonja Matysiak)
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