Die XFL hat beim Vorstandsmeeting der Liga mit ihren Eigentümern Bilanz gezogen, wie die dritte Spielzeit – und erste nach drei Jahren Pause – verlaufen ist. Hinter vorgehaltener Hand wird laut "Forbes" von einem Verlust der Liga in Höhe von 60 Millionen Dollar ausgegangen. Zudem wurde der XFL Rookie Draft für Freitag, den 16. Juni, angekündigt. Dieser wird virtuell stattfinden.
Dabei können auch Undrafted Free Agents aus der NFL ausgewählt werden, die berechtigt waren, im NFL Draft 2023 teilzunehmen und nicht schon bei einem anderen professionellen Football-Team unter Vertrag stehen.
Insgesamt werden die Roster in der zweiten Spielzeit der Liga zudem deutlich größer als zuvor ausfallen. Um der größeren Anzahl von Spielern Rechnung zu tragen, werden die XFL-Teamkader in der Offseason von 51 auf 90 Spieler erweitert.
Die XFL hat sich in ihrer Premieren-Saison durchaus auch als Sprungbrett in die NFL erwiesen für Spieler, die sich bislang noch nicht in der größten Football-Liga der Welt durchsetzen konnten oder sich durch einen Neustart ihrer Karriere wieder ins Blickfeld der Franchises bringen wollten. So haben bisher über 20 XFL-Spieler aus dem Jahr 2023 NFL-Verträge unterzeichnet.
Ein Beispiel für einen Spieler, der von der XFL in die NFL gewechselt ist, ist Wide Receiver Hakeem Butler. Er fing für die St. Louis Battlehawks Pässe für 599 Receiving Yards und acht Touchdowns und erhielt in der Offseason einen Vertrag bei den Pittsburgh Steelers.
XFL-Rückkehrer erhalten ebenso wie Neuzugänge in ihren Verträgen zusätzlich eine "NFL-Out"-Klausel, die bis nach Woche 16 der NFL-Saison (26. Dezember 2023) einlösbar ist.
Die XFL 2023 war die erste Saison der American-Football-Liga XFL nach einer dreijährigen Pause und einem Eigentümerwechsel der Liga. Es war die zweite Saison nach Neugründung – wobei die XFL 2020 wegen der Covid-19-pandemie nach fünf Spieltagen abgebrochen werden musste – und die dritte Saison einer Liga unter dem Markennamen XFL1.
Die Macher bleiben trotz des Verlusts von 60 Millionen Dollar optimistisch – zumindest nach außen hin. Allerdings war auch keinesfalls zu erwarten, dass man in diesem wiederholt ersten Jahr Gewinn machen würde. Dwayne "The Rock" Johnson und seine Mitgesellschafter beteuern zwar immer wieder, dass man genug Kapital für mehrere Spielzeiten hätte, aber in ähnlichen Fällen hatte man derartige Beteuerungen auch lange gehört (Alliance Of American Football z.B.) und plötzlich hörte die Liga auf zu exisiteren.
Allzu ernst sollte man derartige Äußerungen also nicht nehmen...
Carsten Keller - 14.06.2023

Die XFL zog Bilanz nach ihrem ersten Jahr (© Carsten Keller)
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