Black Monday auch bei den Cardinals

Kliff Kingsbury gewann bei den Cardinals keine Trophäe wie zuvor am CollegeDer Black Monday – der Tag nach dem Hauptrundenende, an dem traditionell einige Head Coaches aufgrund der Nicht-Erfüllung oft übertriebener Erwartungshaltungen ihren Hut nehmen müssen – ging auch nicht spurlos an den Arizona Cardinals vorüber: Head Coach Kliff Kingsbury muss nach fast genau auf den Tag vier Jahren seine Koffer packen wie auch der bereits seit einiger Zeit "freigestellte" General Manager Steve Keim geht.

Wirklich überraschend kam das in beiden Fällen nicht; das einzig pikante an der Entlassung ist, dass Kingsbury und Keim erst vor der Spielzeit gut dotierte Vertragsverlängerungen erhalten hatten, deren üppiges Salär sie jetzt für viele Jahre genießen können. Kingsbury war im März gleich für sechs Jahre verlängert worden und erhielt für die abgelaufene 4-13 Saison plus die nächsten fünf Jahre insgesamt geschätzte mindestens 5,5 Millionen Dollar... pro Jahr. Sein ursprünglicher Vertrag aus dem Jahr 2019 war mit 22 Millionen dotiert bis einschließlich der Saison 2022.

Dafür bekamen die Cardinals eine Playoffpartie (11:34 gegen die Los Angeles Rams im Vorjahr) und eine Bilanz von 28-37-1. Die Vertragsverlängerung im vergangenen Frühjahr für diesen langen Zeitraum hatte bereits kaum jemand verstanden, jetzt ist sie umso weniger nachvollziehbar.

Steve Keim war bereits seit 1999 für die Cardinals tätig und arbeitete sich nach oben bis er 2013 den Job des General Managers von Eigentümrer Bidwill übertragen bekommen hatte.

Sowohl 2013 als auch 2014 wurde er als "Manager des Jahres" von Pro Football Talk ausgezeichnet; auch er hatte parallel zu Kingsbury eine Vertragsverlängerung bis einschließlich 2027 unterschrieben.

Am amerikanischen Unabhängigkeitstag 2018 war er betrunken Auto gefahren und hatte sich zwei Wochen später schuldig bekannt; damals wurde er von den Cardinals mehrere Wochen suspendiert und musste eine hohe Geldstrafe bezahlen.

Er hatte sich Mitte Dezember aus der Organisation vorläufig zurückgezogen, um sich um seine Gesundheit zu kümmern. Sein Abschied jetzt wurde offiziell auch aus eigenem Antrieb und den genannten Gründen publiziert.

Die ersten Interviews für den Posten des zukünftigen General Managers hat Owner Michael Bidwill schon geführt, wobei zwei interne Kandidaten (Quentin Harris und Adrian Wilson) darunter waren. Vermutlich wird man hier zuerst eine Einigung erzielen und sich anschließend gemeinsam um den vakanten Posten des Head Coaches kümmern. Der sollte idealerweise das volle Potenzial des Quarterbacks Kyler Murray ausschöpfen, denn dessen Vertrag aus dem Vorjahr wird – im Gegensatz zu dem der entlassenen Personen – nicht ohne bleibende Hits im Salary Cap verschwinden, falls man eine andere Richtung einschlagen will.

Carsten Keller - 10.01.2023

Kliff Kingsbury gewann bei den Cardinals keine Trophäe wie zuvor am College

Kliff Kingsbury gewann bei den Cardinals keine Trophäe wie zuvor am College (© Getty Images)

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