Coach of the Year Weidinger zu Rhein Fire

Andrew Weidinger nun Offensive Coordinator bei FireFür die Saison 2021 waren die Erwartungen an den sportlichen Erfolg gering. Ehrlich gesagt, stand das Sportliche in ihrer Premierensaison fast schon im Hintergrund. Es ging darum, die alte Fire Fanbase der NFL Europe zu reaktivieren, neue Fangruppierungen zu gewinnen und ein gutes Produkt den Fans zu verkaufen. In Jahr zwei sieht es aber schon ganz anders aus, denn die Ziele sind nun klar gesteckt: der Einzug in die Playoffs und das Endspiel der European League of Football.

Für das Erreichen dieser hohen Ziele ist weiterhin Jim Tomsula hauptverantwortlich. Der 54-jährige ist vor wenigen Tagen sogar befördert worden. So ist er nicht nur unbefristet Head Coach, sondern auch President of Football Operations. In dieser Funktion hat Tomsula bei der Verpflichtung von Spielern und Coaches das "letzte Wort”. Dies kam nun erstmals zum Tragen, denn Rhein Fire stellte heute Andrew Weidinger als Offensive Coordinator für die kommende Saison vor.

Weidinger ist ein 40-jährige Offensivspezialist, der in der vergangenen Saison Head Coach der Barcelona Dragons war. Mit dem katalanischen Franchise gewann er mit einer Bilanz von 8–4 die Southern Conference und besiegte auf diesem Weg zweimal das Düsseldorfer Team. Nach der Halbfinalniederlage gaben die Dragons überraschend die Trennung von Weidinger bekannt. Dennoch war es für Weidinger, der von den Fans "Tio" genannt wurde, ein sehr erfolgreiches Jahr. Erstmals bei einem Team als Head Coach angestellt, hatte er die Dragons von einem Losing Record (2021: 3–7) zu einem Winning Record geführt und damit die ganze Liga überrascht. Daher wurde er bei den ELF Honors in Klagenfurt mit der Auszeichnung "Coach of the Year" bedacht.

Der Familienvater begann seine Footballlaufbahn im Jahr 2000, als er sich an der University of Arizona einschrieb. Dort engagierte er sich als Student freiwillig als nicht-trainierende Hilfskraft. Gleichzeitig engagierte er sich während des Sommertrainings an der Thunderbird High School als Assistenztrainer. Am Ende seiner College-Karriere war er Assistant Director of Football Operations mit dem Schwerpunkt Recruiting und Scouting.

Nachdem er 2006 ein Praktikum bei den Atlanta Falcons in der Preseason machte und dabei beim Scouting und der Bewertung potenzieller Spieler in der NFL mitwirkte, wurde er 2008 als Assistent des Head Coaches angestellt. In der Saison 2012 wurde er zum Offensive Assistant befördert. Diesen Job bekleidete er drei Jahre. In den Jahren 2015 bis 2018 war Weidinger als Assistant Wide Receiver Coach sowie im Game Management bei den Tampa Bay Buccaneers tätig. Anschließend war er Running Backs Coach bei den Arizona Hotshots in der gescheiterten Alliance of American Football. In der Saison 2021 fungierte er als Offensive Coordinator bei den Potsdam Royals.

Bei Rhein Fire löst Weidinger nun Martin Tschurer ab, der in der vergangenen Saison Offensive Coordinator des Teams war. Dabei war Tschurer trotz seiner unbestrittenen Expertise nur als Notlösung verpflichtet worden. Eigentlich wollte Tomsula bereits 2022 mit einem amerikanischen Offensive Coordinator ins Rennen gehen, doch lehnten seine Wunschkandidaten ab. So kam es, dass Trainerlegende Tschurer, der zu diesem Zeitpunkt lange nicht mehr im deutschen Football aktiv war, erst Ende April reaktiviert wurde.

In der Folge etablierte Rhein Fire zunächst eine lauflastige Offensive mit vielen Tight End Sets. Spätestens mit dem Wechsel vom verletzten Matt Adam auf Jadrian Clark in der Quarterback-Position änderte sich das Schema jedoch grundlegend. Nun war der Fokus klar auf dem Passspiel gelegt, also dort, wo das Geld angelegt war. Die Regular Season schloss Fire im oberen Drittel im Bereich der Passing Offense ab (4. in Yards; 3. in Touchdowns).

Die Offense der Barcelona Dragons war in dieser Saison durchweg auf das Passspiel konzentriert, schließlich verließ man sich vollends auf die beiden Playmaker Zach Edwards und Kyle Sweet. Allerdings war dies auch dem Personal geschuldet, denn dem spanischen Franchise fehlte ein Top-Running Back. Dass Weidinger auch ein Power Run Game in sein offensives Playcalling integrieren kann, zeigt die Saison 2021, als er als Offensive Coordinator bei den Potsdam Royals den GFL Rushing Yards Leader Jake Mayhon in seinen Reihen wusste. Man darf gespannt sein, was Tomsula, Weidinger & Co. für die Saison 2023 austüfteln werden. Die Ziele sind hoch.

Foot Bowl - 27.09.2022

Andrew Weidinger nun Offensive Coordinator bei Fire

Andrew Weidinger nun Offensive Coordinator bei Fire (© Frank BAUMERT)

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