Eine schwere Auswärtsfahrt

Im Vorjahr stand TE Botello Moreno noch im ELF-Finale, jetzt könnte er mit Wien der Surge Probleme bereitenIn Woche #3 der European League Of Football geht die bislang noch sieglose Stuttgart Surge erstmals auswärts an den Start: Am Sonntag tritt man beim Neuling Vienne Vikings an, die als einziges Team der "Central Conference" überhaupt gewinnen konnten – und das sogar bereits zweimal. Wie üblich stand Stuttgarts Head Coach Martin Hanselmann zwei Tage vor der Partie für Fragen der Medienvertreter zur Verfügung.

Bei der Auswärtsfahrt muss Stuttgart sicher auf Linebacker Niko Knoblauch verzichten, der sich bereits im Auftaktmatch verletzt hatte; eine Sehne – und nicht wie zunächst befürchtet ein Bauchmuskelriss - benötigt eine Extra-Behandlung, aber Coach Martin Hanselmann hofft, dass er möglichst bald wieder spielen kann. Safety Julian Ludwig Mayorga befindet sich ebenfalls in Behandlung, konnte aber zumindest ohne Ausrüstung trainieren. Sein Einsatz gilt als fraglich und das Abschlusstraining in Stuttgart wird die Richtung vorgeben. Auch beim ebenfalls angeschlagenen Defensive Back / Safety Junior Nkembi entscheidet sich ein Einsatz erst im freitäglichen Training.

Warum die Wiener so stark sind, obwohl sie ebenfalls schon einige Verletzungen kompensieren mussten, erklärt Martin Hanselmann: "Das sind alles sehr körperliche, sehr große Spieler. Und natürlich macht sich in Wien auch die Idee ganz stark bemerkbar, die wir hier in Stuttgart hatten - gemeinsam mit einem Verbandsteam, dass sie seit Jahren zusammenspielen. Da ist niemand, der neu integriert werden musste. Die kennen ihre Spieler und haben sie in der Akademie ausgebildet. Das ist natürlich ein Zusammenspiel, welches ein sehr großer Vorteil gegenüber anderen Franchises ist. Das ist in Österreich generell besser."

Neu bei den Vikings ist auf jeden Fall Wide Receiver Florian Bierbaumer, der mit seinen 1,98m Größe und 116 Kilo Gewicht auf jeden Fall in die Kategorie "sehr körperliche und große Spieler" passt. Der 22jährige Neuzugang von den Graz Giants fing in Woche #1 beim österreichischen Konkurrenten gleich drei Touchdowns und steuerte beim Sieg gegen die Galaxy in Woche #2 sechs Catches für 99 Yards bei.

Sicherlich ein Mismatch gegen einen deutlich kleineren Cornerback, wie auch Coach Hanselmann bestätigt: "Das ist schon ein Riesenathlet. Er ist sehr beweglich und sehr schnell. So etwas wie das Pendant zu Tight End David Meza bei uns. Wie verteidigt man so jemand? Nicht mit Mannverteidigung, wenn Du einen Cornerback hast, der 1,75 oder 1,80m groß ist. Du versuchst halt, den Ball vorher zu sehen und Dinge zu machen, damit er nicht dahin laufen kann, wo er hinlaufen möchte. Du versuchst Zonen zu verändern und musst strategische Maßnahmen versuchen."

Und dann ist da natürlich noch der wohl beste ELF-Tight End des Vorjahres, Adrià Botella Moreno, der 2021 bei den Hamburg Sea Devils für Furore sorgte. Eine Situation, die Coach Hanselmann mit der bei den Barcelona Dragons vergleicht, wo man beim Auftaktspiel vor einer ähnlichen Problematik stand.

Nach dem Training am Freitagabend geht es mit einem Busunternehmen, das quasi als Sponsor fungiert, per Luxusliner mit Schlafsitzen nach Wien. Dort checke man am Samstag ein und wird ein letztes Training am Abend im Stadion durchführen, bevor das Spiel am Sonntag um 15 Uhr ansteht.

Nach der Partie würde prompt die ca. 630 Kilometer lange Rückfahrt nach Stuttgart angetreten. Idealerweise mit dem ersten Sieg im Gepäck, was dann wohl auch den ein oder anderen Spieler positiver stimmen dürfte, der bislang noch nicht so zum Zuge kam, wie er sich das vorstellt. Die Zeit für Einzelgespräche ist laut Martin Hanselmann mittlerweile nämlich vorbei: "Das ist jetzt ein Punkt, wo die Spieler lernen müssen zu verstehen, dass nicht-Spielzeit eine Antwort auf die Performance ist." Jeder müsse im Training noch eine Schippe drauflegen, wenn er im Training nicht mit der ersten Unit auflaufe. "Dann weisst Du, etwas passt nicht mit der Performance. Dann liegts an Dir, etwas zu ändern. Dann musst Du Deinen Coach überzeugen."

Die Chance dazu gibt es noch zweimal vor dem Spiel in Wien.




Carsten Keller - 17.06.2022

Im Vorjahr stand TE Botello Moreno noch im ELF-Finale, jetzt könnte er mit Wien der Surge Probleme bereiten

Im Vorjahr stand TE Botello Moreno noch im ELF-Finale, jetzt könnte er mit Wien der Surge Probleme bereiten (© Carsten Keller)

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