Havarie gefährdet Saisonstart

Das neue Equipment kam nur bis Ägypten.Das etwa 400 Meter lange und 60 Meter breite Riesen-Containerschiff "Ever Given", das tagelang den Suezkanal blockierte, wurde zwar von speziellen Bergungsteams wieder in die Spur gebracht. Doch der Rückstau von Schiffen im wichtigen Kanal löst sich erst langsam auf, was Experten noch für einige Zeit Schwierigkeiten in der Warenversorgung vermuten lässt. Der Football in Deutschland ist dabei ganz besonders betroffen: Einer der Container an Bord der "Ever Given" enthielt eine große Lieferung an Football-Equipment, die für eine ganze Reihe deutscher Spitzenteams, darunter sowohl GFL-Teams als auch Mannschaften der ab diesem Jahr geplanten ELF, bestimmt war.

Noch ist unklar, ob es ein Zufall ist, dass beide Ligen dieselben Lieferanten und denselben Spediteur beauftragten, oder ob dahinter vielleicht doch eine geheime Absprache zur gemeinsamen Kostenersparnis stand. Fest steht, dass es nun eine teure Angelegenheit für alle Beteiligten wird. Ursprünglich hatte der GFL-Ligavorstand die betroffenen Vereine noch beruhigt, dass aufgrund des großen Gewichts der bestellten Ware der entsprechende Container auf der "Ever Given" relativ weit unten in den riesigen Container-Stapeln positioniert sein müsste und daher nicht die Gefahr bestanden hätte, dass er zu den wenigen in oberen Schichten gehörte, die auf dem Kanal vom Schiff geholt werden mussten, um die "Ever Given" wieder flott zu machen.

Dies war allerdings falsch - der Container war wohl doch nicht so voll beladen, wie man dort gedacht hatte. Beide Ligen bezichtigen sich nun gegenseitig, der jeweils anderen größere Liefermengen als tatsächlich geordert genannt zu haben, weswegen das tatsächliche Gewicht des zum Teil nur mit heißer Wüstenluft gefüllten Containers deutlich niedriger war als angenommen.

So gehörte ausgerechnet dieser Container zu den auf Anweisung der ägyptischen Regierung seeseitig mittels Schwimmkränen "gelöschten", also vom Schiff entladenen, um das Gewicht des Schiffes zu verringern. Nach der Bergung wurde der Container nach Kairo gebracht und dort zwischengelagert. Die Kosten für den Transport des Containers dorthin hatte die beauftragte Spedition vorab übernommen, wollte sie aber vor der weiteren Verschiffung nach Deutschland von den Auftraggebern erstattet bekommen. Während die GFL diese Forderung zunächst anwaltlich überprüfen lassen wollte, hatte die ELF die Franchisenehmer der Teams aufgefordert, den auf sie entfallenden Betrag zu entrichten.

Die Frist zur Zahlung verstrich allerdings, ohne dass von irgendwoher irgendwelches Geld floss. Die Spedition hatte daraufhin zunächst versucht, das Equipment in Kairo in einer Auktion zu versteigern. Als dies für den Großteil der größten Posten - Helme, Shoulder Pads und Trikots - zuwenig Gebote einbrachte, entschied man sich, das Material örtlichen Jugendorganisationen zu spenden, um weiteren Lagerkosten zu entgehen.

Der für beide Ligen im Juni geplante Saionstart gerät dadurch nun in Gefahr. Der GFL-Ligavorstand beeilte sich allerdings zu versichern: "Unser altes Equipment von 2019 ist noch vorhanden, das tut es sicherlich auch noch ein Jahr." Von Seiten der ELF hieß es, dass sich am "Commitment, die Supply Chain zu professionalisieren und zu internationalisieren, natürlich nichts ändere". Im April werde man in einem Clubhouse Talk Weiteres verkünden und dabei möglicherweise auch eines der nun noch wertvolleren limitierten T-Shirts verlosen.

Die Aussage der GFL, weiter in den Trikots und mit dem Equipment von 2019 zu spielen, stieß in den sozialen Medien bei einigen Akteuren auf Unverständnis. Allerdings wird es wohl bei dieser Lösung bleiben, denn aufgrund der zu erwartenden Nachschub-Staus auf den internationalen Handelswegen ist bis zum angepeilten Saisonstart nicht mehr viel Zeit. Einige Wochen länger könnte die ELF warten, aber auch dies könnte nicht genug sein.

Bislang unbestätigten Informationen zufolge gibt es für die ELF daher inzwischen ein mögliches Alternativkonzept. Danach würde es im Spätsommer/Herbst ein großes, aber komprimiertes Turnier der Teams in Hamburg mit den wichtigsten Spielen im als TV-Kulisse gut geeigneten Volksparkstadion geben. Die Vorbereitungszeit bis dahin wäre länger, die Mannschaften könnten in einer "Bubble" zentral für zwei, drei Wochen am Standort der Ligazentrale für eine kurze Vorrunde und packende Playoff-Spiele zusammenkommen, ein großer Teil der notwendigen Anfangsinvestitionen könnte für kommende Spielzeiten eingespart werden, und auch die TV-Übertragungen würden zeitlich sehr gut vor oder an den Anfang der kommenden NFL-Saison passen.

Dies bleibt ein Gerücht, durchblicken ließ man dagegen inzwischen, dass man unter den vielen internationalen Freunden auf der Welt natürlich auch solche in Ägypten habe. Perspektivisch sei ab der Saison 2023 ohnehin eine Nahost-Division der ELF angedacht, schließlich würden die Fußball-WM-Stadien in Katar ab dann für eine professionelle Nachnutzung höchst attraktiv sein. In den nächsten Monaten will man daher die neuen Eigentümer des Equipments bei der Gründung der Franchise "Egyptian Pharaohs of the 19th Dynasty 1279 (B.C.!) Greater Kairo Region" in der ägyptischen Hauptstadt fördernd begleiten. So könnte dort dann auch das nun erst einmal verloren gegangene Equipment am Ende doch noch der Professionalisierung des weltweiten Football-Sports zugute kommen.

April, April - 01.04.2021

Das neue Equipment kam nur bis Ägypten.

Das neue Equipment kam nur bis Ägypten. (© HUDDLE Archiv)

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