Ein emotionaler Abschied des "Red Zone Rentiers"

Kyle Rudolph bei einem seiner zahlreichen Touchdowns für die VikingsNach seiner Salary Cap bedingten Entlassung bei den Minnesota Vikings hat sich Tight End Kyle Rudolph mit einer sehr emotionalen Kolumne in der "Players Tribune" von seinen Fans in Minnesota verabschiedet.

Rudolph wurde nach seiner Zeit am College bei den Notre Dame Fighting Irish 2011 in der zweiten Runde von den Vikings mit Pick #43 geholt. Er galt damals (zurecht) als bester Tight End seines Jahrgangs und war nachvollziehbarerweise enttäuscht, dass es nicht wie prognostiziert für die erste Runde gereicht hatte. Es war gleichzeitig der Partycrasher seiner Draftfeier: "Party vorbei, Traum gestorben. Ich war am Boden zerstört."

Zudem hatte er die Vikings damals zuvor gar nicht am Schirm gehabt: Die waren mit Visante Shiancoe und Jim Kleinsasser eigentlich auf seiner Position durchaus gut aufgestellt.

Allerdings sah er das dann gleichzeitig als positive Seite an: Nicht irgendein Team hatte ihn geholt, weil es halt irgendeinen Tight End brauchte, sondern eine Franchise, obwohl sie keinen Bedarf hatte, und ihn trotzdem unbedingt haben wollte.

In seinem Rookiejahr spielte er gleich in 15 Partien und startete acht davon mit bescheidenen Statistiken (249 Yards, drei Touchdowns). Im Jahr darauf brachten ihm seine neun Touchdowns und 493 Yards in 16 Starts eine Pro Bowl Berufung ein und der Spitzname "Rudolph The Red Zone Reindeer" (in Anlehnung an das amerikanisches Weihnachtslied "Rudolph The Red Nose Reindeer") blieb hängen.

Den Starterposten gab er in seiner Karriere auch nie mehr ab: Insgesamt lief er 140 Mal für die Vikings auf und startete alle Partien nach seiner Rookiesaison mit einer einzigen Ausnahme (2014). 2017 kam ein weiterer Trip zum Pro Bowl hinzu. In dieser Zeit kam er auf 4.488 Yards und 48 Touchdowns.

Seine letzte Vertragsverlängerung aus dem Frühjahr 2019 ging eigentlich über vier Jahre. Nach der Hälfte davon gab ihm seine Franchise jetzt den Laufpass; statt der ursprünglich vereinbarten 36 Millionen Dollar erhielt er lediglich ungefähr 16,5 Millionen. Durch seine Entlassung sparen sich die Vikings etwas mehr als 5 Millionen im Salary Cap; allerdings bleibt auch ein Dead Cap Hit von 4,35 Millionen zurück.

Der 31jährige ist damit der wohl begehrteste Tight End in der Free Agency; außer ihm werden unter Umständen noch Hunter Henry (Los Angeles Chargers) und Jonnu Smith (Tennessee Titans) zu Free Agents, falls sich ihre Franchises nicht dazu entscheiden, das Franchise Tag zu ziehen.

Wo auch immer er landen wird, Kyle Rudolph hat bereits klargestellt, dass die Familie immer Minnesota verbunden bleibt und dort auch dauerhaft wohnen wird: Nur weil er ein anderes Jersey trage, heiße das nicht, dass die komplette Familie umziehen werde. Schließlich sind die drei Kinder in Minnesota geboren und so wird er zwar für ein anderes Team spielen, aber der Rest der Familie ihn aus Minnesota anfeuern.

Teams mit Platz im Salary Cap können sich in diesem Jahr freuen. Durch die Nöte der Teams, die weit über dem voraussichtlichen Cap von 185 Millionen liegen, müssen auch starke Spieler wie Rudolph auf den "Spielerbasar" geworfen werden und so werden sich eine ganze Reihe "Schnäppchen" machen lassen.

Gute Nachrichten für die Jaguars, Jets und Patriots, die momentan den meisten Cap Space zur Verfügung haben und ihre jeweiligen Teams dementsprechend aufrüsten können (angesichts ihrer Bilanzen 2020 auch "müssen"). Die Vikings belegen aktuell Platz 23 der Liga in dieser Kategorie und sind noch gut 2,3 Millionen über dem voraussichtlichen Cap. Große Sprünge lassen sich da natürlich nicht machen.



Carsten Keller - 04.03.2021

Kyle Rudolph bei einem seiner zahlreichen Touchdowns für die Vikings

Kyle Rudolph bei einem seiner zahlreichen Touchdowns für die Vikings (© Getty Images)

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