Wentz fliegt zu den Colts

Carson Wentz wollte weg - der Wunsch wurde jetzt erfülltDas Gerücht, das sich die letzten Wochen immer mehr als wahrscheinlicher Trade abzeichnete, wurde jetzt endgültig bestätigt: Carson Wentz wird für einige Draftpicks – aber wohl weniger, als man sich bei den Eagles-Anhängern erhofft hatte – zu den Indianapolis Colts abgegeben.

Als Carson Wentz nach seiner Verbannung auf die Bank gegen Ende der Saison durchsickern hatte lassen, dass er weg will, hatten die Eagles Verantwortlichen dies zunächst von sich sich gewiesen. Der später entlassene Head Coach Doug Pederson hatte die Frage, ob man im Draft nicht zu viel für Wentz abgegeben hatte, noch deutlich gekontert: "Verdammt ja, ich würde es alles wieder genauso machen. Er war der Spieler, den wir damals wollten, er ist der Spieler, den wir jetzt wollen. Und ich mag alles an Carson Wentz: Er ist ein großartiger Leader für unser Team, für unsere Stadt, und ich würde alles noch einmal ganz genauso machen!"

Mittlerweile ist er nicht mehr in der Position, etwas zu machen und auch das Kapitel Wentz ist beendet. Jalen Hurts ist der erst einmal unbestrittene Quarterback #1.

Die Indianapolis Colts hatten nach dem Karriereende von Philip Rivers, den man vor einem Jahr noch aus seinen Rentengedankenspielen geholt hatte, Bedarf an einem neuen Starter, da man auch mit dem Starter 2019, Jacoby Brissett nicht verlängert hatte.

Colts Head Coach Frank Reich erklärte nach Rivers Verpflichtung damals: "Ich kann Euch aber aus meiner früheren Beziehung mit ihm [bei den Chargers, wo Reich 2013 als Quarterbacks Coach und die beiden folgenden Jahre als Offensive Coordinator mit Rivers zusammengearbeitet hatte] sagen, dass ich wirklich glaube, dass Philips Einstellung ist, dass er noch viele Jahre spielen will. Ich persönlich glaube, dass er es absolut drauf hat, noch mehrere Jahre zu spielen."

Rivers spielte deutlich besser als bei den Chargers zuvor, beendete jedoch trotzdem nach nur einer Saion seine Karriere in Indianapolis.

Die (gedankliche) Verbindung von Carson Wentz, der unter dem damaligen Eagles Offensive Coordinator Frank Reich seine stärkste Karrierephase inklusive Super Bowl Titel (bei dem er jedoch die Playoffs verletzt komplett verpassen musste) erlebt hatte, war schnell hergestellt.

Gerüchteweise hieß es, dass die Eagles bei ihrer Head Coach Suche (mit gefühlt 38 Kandidatenvorstellungen) immer wieder betont hatten, dass Wentz als Starter vorgesehen ist. Entweder stimmten die Gerüchte nicht oder man überlegte es sich irgendwann anders.

Fakt ist, dass die Spekulationen sich mehrten und die Eagles wohl nur auf das richtige Angebot gewartet hatten.

Dieses Angebot fiel jetzt aber nicht unbedingt üppig aus: Gerade einmal zwei Draftpicks kommen aus Indianapolis. Zum einen ein Drittrundenpick 2021 (#85) sowie ein an Bedingungen geknüpfter Zweitrundenpick 2022, der zum Erstrundenpick werden kann, wenn Wentz 75 Prozent der Partien absolviert oder 70 Prozent UND die Colts die Playoffs erreichen.

Sitzen bleibt man auf dem in der NFL-Historie mit weitem Abstand höchsten Dead Cap Hit: 34 Millionen Dollar gehen für Carson Wentz Vertrag in die Bücher der Eagles bei einem vermuteten Salary Cap, der nur wenig nördlich von 180 Millionen liegen wird. Eine saure Kröte, die ihnen sehr wenig Verhandlungsspielraum lässt. Der vorherige (deutliche Rekord) wurde übrigens erst vor drei Wochen aufgestellt: Jared Goff hinterließ einen 22 Millionen Dead Cap Hit.

Natürlich kann man sich jetzt fragen, ob der hohe Vertrag für Carson Wentz im Juni 2019 (eine Verlängerung um vier Jahre und offiziell 128 Millionen Dollar, davon knapp 108 Millionen garantiert) wirklich leistungsgerecht war. Oder ob die ursprünglichen Kosten, um für seinen Draft in einem Trade mit den Cleveland Browns bis auf Position #2 zu springen, wirklich hätten sein müssen.

In der Saisonvorschau 2016 hieß es: "Für die größte Aufregung sorgte jedoch der Trade vor dem Draft mit den Cleveland Browns für das Recht, an Position 2 zu ziehen und sich so den vermeintlichen Quarterback der Zukunft, Carson Wentz (North Dakota State), zu sichern. Dafür trennte man sich von insgesamt fünf Draftpicks, davon allein zwei Erstrundenrechten. Ein hoher Preis, aber sollte Wentz tatsächlich einschlagen, so wird niemand mehr danach fragen."

Zeitweise rechtfertigte Carson Wentz diesen hohen Preis: Vor seiner Verletzung 2017 spielte er zeitweise auf MVP-Niveau und am Ende feierte man – ohne ihn, sondern mit Nick Foles – den ersten Super Bowl Titel der Franchise Geschichte.

Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl kaum jemand den Trade in Frage gestellt, aber es kamen eben auch andere, härtere Zeiten. Und das "Do-or-Die"-Jahr 2020 verlief nahezu katastrophal für ihn.

Vielleicht hilft der Ortswechsel in Verbindung mit der "Wiedervereinigung" mit Frank Reich ja. Ansonsten war der Preis aus Sicht der Colts auf jeden Fall überschaubar.

Die Eagles scheinen klar das kürzere Ende in diesem Trade gezogen zu haben.

Offiziell kann der Trade erst zum Start des Ligajahrs Mitte März vollzogen werden, weswegen es jetzt auch noch keine Vorstellung bei seinem neuen Team geben wird.

Carsten Keller - 18.02.2021

Carson Wentz wollte weg - der Wunsch wurde jetzt erfüllt

Carson Wentz wollte weg - der Wunsch wurde jetzt erfüllt (© Getty Images)

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