Head Coach Doug Pederson gefeuert

Doug Pedersons Zeit in Philadelphia endete unfreiwillig Auch wenn es einige kleinere Indizien gab, so war es letztendlich doch eine mittelgroße Überraschung: Am Montagabend hat Philadelphia Eagles Owner Jeffrey Lurie seinen Head Coach Doug Pederson gefeuert. Als offizieller Grund wurden unterschiedliche Ansichten über die "mittelfristige Vision" angegeben. Einmal mehr trifft der Spruch zu, dass NFL auch für "Not For Long" steht. Vor nicht einmal drei Jahren feierte man gemeinsam den ersten Super Bowl Titel der langen Franchisegeschichte.

Üblicherweise werden Coaches am "Black Monday", dem Montag direkt nach dem 17. Spieltag, entlassen. Bei Adam Gase, Anthony Lynn und Doug Marrone war das so, drei weitere (Matt Patricia, Dan Quinn und Bill O’Brien) waren bereits im Lauf der Vorrunde entlassen worden.

Bei den Eagles wurde zunächst erklärt, dass Defensive Coordinator Jim Schwartz "mindestens ein Jahr" pausieren würde. Bereits da hatte Owner Jeff Lurie über die lokalen Medien verlauten lassen, dass dies noch nicht unbedingt das Ende der personellen Umstrukturierungen bedeuten müsse und er sich erst noch mit Doug Pederson besprechen will, wie die sportliche Zukunft aussehen soll.

Das Gespräch war jetzt wohl auch der Grund für die Kündigung – zumindest der offizielle: Doug Pederson hatte einen Plan vorgelegt, wie er schnell wieder in die Siegesspur finden will, Owner Lurie wünscht sich dagegen eine Strategie, die eher die Jahre danach im Blick hat.

Letztendlich wollte Pederson wohl zudem seinen Quarterbacks Coach / Passing Game Coordinator zum Offensive Coordinator befördern. Ein Spot, der im vergangenen Jahr nach der Entlassung von Mike Groh 2019 nicht mehr offiziell besetzt worden war.

Die Trade-Forderung des degradierten Quarterbacks Carson Wentz, kombiniert mit der Äußerung, dass das Tischtuch zu Pederson zerschnitten sei, taten wohl ihr übriges.

Doug Pederson kann jetzt die nächsten beiden Jahre noch einige Millionen einstreichen und sich überlegen, was er als nächstes tun will – Head Coach Verträge sind komplett garantiert, und der von Pederson läuft einschließlich der Saison 2022.

Und Erfolge kann er ja vorweisen: Nach seiner zweiten Saison als Head Coach stand Doug Pederson mit den Philadelphia Eagles sensationell im Endspiel um die Vince Lombardi Trophy. Das war so nach seiner ersten Spielzeit so eher nicht zu erwarten gewesen.

Doch wie kam Pederson überhaupt an den Posten? Zum ersten Mal hörte man von Pederson in den 90er Jahren, als er insgesamt 17 Spiele als Quarterback startete – darunter neun bei den Philadelphia Eagles; seine NFL-Bilanz als Starter fällt mit 3-14 jedoch denkbar schlecht aus. Er stand vor allem als Backup – unter anderem von Brett Favre in Green Bay – unter Vertrag.

Hier kreuzten sich zum ersten Mal die Wege mit Andy Reid, damals im Coaching Staff der Green Bay Packers. Dem war unter anderem aufgefallen, dass bei einem Spiel Brett Favre vom Feld gegangen war und anstatt zu den Coaches direkt zu seinem Backup gelaufen war, um sich mit ihm über den letzten Drive auszutauschen.

Reid war es auch, der Pederson dann nach Philadelphia lotste: "Ich erklärte ihm: Du kommst hierher, aber ich werde diesen Jungen [Donovan McNabb] holen. Ich brauch für ihn deine Hilfe. Lehre ihn zu sehen, was du auf dem Feld siehst. Ich kann es ihm zwar erklären, aber du kannst es ihm wirklich beibringen."

Nach vier erfolgreichen Jahren als Head Coach der Calvary Baptist Academy auf dem High-School-Level – mit einer 41-15-Bilanz – ermöglichte ihm wiederum Andy Reid den Einstieg ins Coaching Geschäft: Er bekam einen Einstiegsposten als Quality Control Coach. Reid folgte er nach dessen Abschied aus Philly zu den Kansas City Chiefs, wo er 2013 zum Offensive Coordinator wurde und diesen Posten bis zum Wechsel auf den Chefsessel in Philadelphia hielt.

Reid dürfte auch einen erheblichen Anteil an der Verpflichtung Pedersons bei den Eagles gehabt haben: Gerüchteweise empfahl Reid seinem ehemaligen Chef - Eagles Eigentümer Jeffrey Lurie – seinen Assistenztrainer in den höchsten Tönen, und der verkündete schließlich im Januar 2016: "Pederson ist ein strategischer Denker, ein Führer und Kommunikator und jemand, der wirklich weiß, wie man aus seinen Spielern das Beste holt. Er ist der richtige Mann, um unser ultimatives Ziel zu erreichen."

Dieses ultimative Ziel wurde dann mit dem Super Bowl Sieg LII gegen die Patriots auch erreicht.

Die letzten beiden Spielzeiten verliefen dann jedoch enttäuschend: 2019 schleppte man sich mit letzter Kraft in die Playoffs, 2020 wurde man am Ende Tabellenletzter der NFC East, obwohl man als Favorit gestartet war.

Bleiben dürfen Carson Wentz und General Manager Howie Roseman, der jetzt den mittlerweile dritten Wechsel eines Head Coaches miterleben darf. Auch ein Rekord.



Carsten Keller - 12.01.2021

Doug Pedersons Zeit in Philadelphia endete unfreiwillig

Doug Pedersons Zeit in Philadelphia endete unfreiwillig (© Carsten Keller)

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