Browns schocken Steelers

Nick Chubb war von der Defense der Steelers kaum zu stoppen.17 Jahre hatten die Cleveland Browns bei den Pittsburgh nicht nur nicht gewonnen, sondern teilweise wurden sie dort von den Steelers auch regelrecht gedemütigt. Gestern habe sich die Browns den Frust dieser Jahre von der Seele gespielt und ihren Fans ein Spektakel geliefert. Dank einer 28:0-Führung nach nur 13 Minuten im ersten Viertel siegten die Browns am Ende hochverdient mit 48:37 und dürfen/müssen nun nach Kansas City fahren. Dieser Sieg wird den Browns-Fans für immer im Gedächtnis bleiben, während die Steelers eine weitere bittere Playoff-Niederlage hinnehmen mussten.

Natürlich gehören zu einem solchen Spiel immer zwei Seiten. Auch wenn die Browns eine gute und fehlerfreie Partie abgeliefert haben, so haben die Steelers doch mit zahlreichen haarsträubenden Fehlern viel zum Erfolg der Browns beigetragen. Besonders erstaunlich war außerdem, dass die Browns vor allem an der Line of Scrimmage klar die Oberhand über die Steelers hatten. Von DT Cameron Heyward DE Stephon Tuitt war wenig bis gar nichts zu sehen.

Dabei mussten die Browns nicht nur von Beginn an auf LG Joel Bitonio verzichten, sondern relativ früh schied auch RT Jack Conklin wegen Verletzung aus. Dennoch blieb die Offensive Line der Browns dominant, ein Attribut, welches üblicherweise den Steelers zufällt. Vor allem LG Michael Dunn, den die Browns als Ersatz für Bitonio vom Trainingskader ins aktive Team holten, machte Heyward das Leben mehr als schwer.

Aber auch Baker Mayfield stellte Roethlisberger klar in den Schatten. Zwar hat der letztere aufgrund der notwendigen permanenten Aufholjagd der Steelers mehr Yards (501), Pässe (68) und Touchdowns (4) als Mayfield aufzuweisen, aber auch Interceptions (4), während Mayfield fehlerfrei blieb. Dies drückt sich auch im Gesamt-Rating aus, dass Mayfield mit 115,1 zu 85,5 Punkten klar für sich entschied.

"Unsere Offensive Line hat außergewöhnlich gut gespielt. Vor allem unsere Backups, die für die Verletzen einspringen mussten, haben sensationell gespielt. Das zeigt, was für ein Charakter unser Team hat. Dazu kam, dass unsere Defense uns quasi einen fliegenden Start verschafft hat. Das hat unsere Aufgabe so viel einfacher gemacht", erläuterte Mayfield nach dem Spiel.

Und auf die Frage, ob die Aussagen von Steelers-WR JuJu Smith-Schuster dem Team einen zusätzlichen Motivationsschub verpasst hätten: "Das hat bei uns keine große Rolle gespielt. Wir wussten was für ein Team wir haben und zu welchen Leistungen wir fähig sind. Und da wir ohnehin die Einzigen waren die uns hier in Pittsburgh einen Sieg zugetraut hatten, war das für uns überhaupt nicht wichtig." Wenn man jedoch die vielen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Smith-Schuster und etlichen Spielern der Browns beobachtete, konnte man einen anderen Eindruck bekommen.

Das Unheil für die Steelers nahm schon früh seinen Lauf, um genau zu sein im ersten Spielzug. Der Snap von C Maurkice Pouncey zum in der Shotgun stehen Roethlisberger geriet viel zu hoch, ging weit über seinen QB hinaus und flog bis in die Endzone der Steelers, wo ihn SS Karl Joseph nach einem wilden Getümmel letztendlich für die Browns sicherte; 7:0 nach 13 Sekunden Spielzeit.

Der folgende Drive für die Steelers verlief nicht besser. Beim siebenten Spielzug warf Roethlisberger den Ball weit über den Kopf von RB Bennie Snell und direkt in die Arme von CB M.J. Stewart. Die Browns benötigten nur drei Spielzüge, um durch WR Jarvis Landry auf Vorlage von Mayfield über 40 Yards auf 14:0 zu erhöhen; nach 5:14 Minuten.

Aus Sicht der Steelers musste man schon froh sein, dass der folgende Drive nach nur drei Spielzügen zumindest mit einem Punt endete. So mussten die Browns immerhin 65 Yards bis zum dritten Touchdown zurücklegen, was sie auch in sechs Spielzügen souverän taten. RB Kareem Hunt tankte sich (über 11 Yards) wie ein Bulldozer durch die Linie und drückte zwei Abwehrspieler der Steelers mit in die Endzone; 21:0 nach 10:20 Minuten.

Der negative Höhepunkt folgte nur wenig später mit Roethlisbergers zweiter Interception. Sein Pass auf WR Diontae Johnson geriet wieder viel zu hoch und in die Arme von S Sheldrick Redwine, der den Ball über 30 Yards bis an die 15-Yard-Linie der Steelers trug. Mit dem dritten Spielzug rannte erneut Hunt, unterstützt von einer sensationellen Blockarbeit seiner Mitspieler, ungehindert zum 28:0 in die Endzone.

Gespielt waren da gerade einmal 13:04 Minuten. Noch nie hatte eine Mannschaft in der Geschichte der NFL Playoffs so viele Punkte in einem Viertel erzielt. Es war ein desaströser Auftritt der Steelers. Fans der Steelers und wohl auch vor allem der Browns haben vermutlich ungläubig vor dem Fernseher gesessen.

Damit war die Partie dem Grunde nach auch entschieden, auch wenn noch viel Zeit für die Steelers zur Verfügung stand. Aber jede noch so geplanten taktische Strategie war nun komplett über den Haufen geworfen worden. Die Steelers spielten ab diesem Zeitpunkt quasi mit ihrer Two-Minute-Offense. Zwar konnten sie die restlichen drei Viertel dann mit 37:20 für sich entscheiden, aber der Rückstand aus dem ersten Viertel war nicht mehr wettzumachen, auch deshalb, weil Roethlisberger bei der verzweifelten Aufholjagd noch zwei weitere Interceptions unterliefen. So waren es am Ende fünf Turnover der Steelers, ein neuer Negativrekord für die Playoffs, während die Browns fehlerfrei bleiben.

Wenn es denn überhaupt mal eine Situation gegeben hat, wo der Erfolg der Browns wirklich in Gefahr geraten konnte, dann war dies unmittelbar zu Beginn des vierten Viertels. Die Steelers hatten im dritten Spielabschnitt zwei Touchdowns erzielt und auf 23:35 verkürzt. Nun standen sie an der eigenen 46-Yard-Linie und sich einem vierten Versuch und noch einem fehlendem Yard gegenüber.

Statt es zu versuchen, wählte Head Coach Mike Tomlin den Punt, in der Hoffnung, seine Defense könnte die Browns, wie schon drei Mal zuvor im dritten Viertel, wieder schnell stoppen. Doch diese Hoffnung trog. Mayfield warf einen kurzen Pass auf RB Nick Chubb, der, wieder begleitet von ein paar Blockern, ungehindert über 40 Yards zum 42:23 in die Endzone stürmen konnte.

Insofern wäre es von Tomlin wohl klüger gewesen, dass Risiko beim vierten Versuch einzugehen. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Darauf angesprochen erklärte er: "Unsere Defense hatte sie zuvor ein paar Mal in Folge gestoppt. Ich war mir sicher, das würde uns wieder gelingen und wir könnten die Browns tief in ihrer Hälfte festnageln. Das hätte unserer Offense sehr geholfen."

Ansonsten zog er eine schonungslose Analyse des Spiels: "Natürlich ist es jetzt einfach, alles auf die vielen Turnover zu schieben. Aber wenn man das Spiel genau beobachtet hat, hat man gesehen, dass wir in vielen Bereichen heute richtig schlecht gespielt haben. Aber auch ein großes Lob an die Browns, die heute viel besser waren als wir. Für uns ist das eine ganz bittere Niederlage."

Die Steelers stehen nun vor vielen wichtigen Entscheidungen. Das Team ist an vielen Stellen überaltert, das gilt nicht nur für Roethlisberger. Darüber hinaus haben die Steelers ein sehr ernsthaftes Problem mit der Salary Cap. Gleichzeitig stehen viele junge Spieler vor neuen Verträgen. Das könnte eine turbulente Off-Saison für die Steelers werden.

Korber - 11.01.2021

Nick Chubb war von der Defense der Steelers kaum zu stoppen.

Nick Chubb war von der Defense der Steelers kaum zu stoppen. (© Getty Images)

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