30 Prozent gehen nach Tuscaloosa

Head Coach Nick Saban gilt als ein hervorragender Recruiter. Warum haben Alabama, Clemson, Ohio State und letztlich auch Notre Dame unverhältnismäßig oft die CFP Playoffs erreicht? Eine Begründung des sich immer stärker verfestigenden Erfolges liegt im Recruiting. Betrachtet man einmal den Werdegang der besten 300 High School Football-Absolventen letzten fünf Jahre, so wird schnell festgestellt, dass alleine Alabama 92 Spieler aus diesem Pool der Hoffnungsvollen rekrutiert hat. Ohio State folgt mit 73, Clemson mit 50 und Notre Dame mit 47. Anders ausgedrückt: Über 90 Prozent der besten Footballspieler werden unter diesen vier Top Universitäten aufgeteilt. Der Bärenanteil und über 30 Prozent gehen alleine nach Tuscaloosa. Reduziert man die Anzahl der Rekruten auf die Top 100, so wird der Anteil von Alabama immer größer. 49 Spieler der besten 100 Athleten gehen zu den Crimson Tide und 31 Spieler der Top 50.

Eine zweite Begründung liegt in der tatsächlichen Verfügbarkeit und Nutzung des Talentpools. Heutzutage ist es recht einfach, sich als Spieler auf die NCAA Transferliste zu setzen. Von den 31 Top Spielern, die Alabama in den letzten fünf Jahren rekrutiert hat, ist dieses nur einmal mit Evabi Anoma passiert. Scheinbar fühlen sich die Spieler in Alabama wohl und nehmen gerne den internen extrem harten Wettbewerb auf. Dieser Wettkampf ist enorm und die Dichte bemerkenswert. Alabama hat in den letzten Jahren noch nie einen schlechteren, als den sechsten Recruiting-Platz für einen Jahrgang erhalten, der sich in Tuscaloosa verpflichtet hat. Auch der platzierte Durchschnittswert der letzten fünf Jahre lässt sich sehen. Alabama: 2,6, Ohio State: 6,0, Clemson: 6,8, Notre Dame: 13,8.

Eine zweite verdichtete Zahl lässt erkennen, wie wichtig die Qualität im Recruiting im College Football geworden ist. Keine Universität ist jemals während der CFP-Ära National Champion geworden, die nicht mindestens einmal einen eigenen Recruiting Jahrgang innerhalb der besten Top 10 Recruiting Klassen eines Jahres platziert hat. Diese Qualität spiegelt sich schließlich auch bei den 22 Startern einer Mannschaft wieder, die sich letztlich durchsetzen und die Antwort ist erneut einfach. Jeder der Offensive Linemen und jeder der Anspielstationen des aktuellen QB Mac Jones inklusive Jones natürlich, stammt aus dem Pool der besten 300 Prospects der letzten fünf Jahre und wenn sich jemand aus dieser Gruppe verletzt, dann wird er schnell durch einen anderen Hochkaräter ersetzt. Denn auch das ist bei Alabama keine Besonderheit. Die Hälfte aller Spieler sind grundsätzlich Freshman oder Sophomore Spieler, die andere Hälfte Junior oder Senior Spieler. Nick Saban sorgt also nachweislich seit Jahren für einen stetigen gleich starken Zugang an Talent und nutzt es auch gleichmäßig. Wer sich in diesem elitären Club befindet, besitzt recht hohe Chancen, demnächst in der NFL zu landen. Denn das ist natürlich das Hauptziel eines jeden Talentes. Von den 26 Athleten der Alabama Klasse von 2017, sind 15 Spieler noch im Team, gehören zu den erfahrenen Anführern der Team-Statistik und bilden den Kern der heutigen Mannschaft, oder haben bereits als Junior Anfang 2020 bei einem NFL Franchise unterschrieben.

Eine andere Taktik muss Notre Dame notgedrungen wählen, da die besten Recruiting Klassen des Landes schon lange nicht mehr aus South Bend kommen. Wie schon erwähnt, von den Top 300 High School-Spielern der letzten fünf Jahre sind 47 Prospects nach South Bend gegangen. Hiervon sind allerdings zwölf Akteure Offensive Linemen und innerhalb dieser 12er Gruppe sind vier Spieler (Liam Eichenberg, Aaron Banks, Tommy Kraemer und Robert Hainsey) Top 300 Rekruten. Allerdings sind auch noch sechs so genannte Five-Years-Senior-Spieler mit von der Partie, also graduierte Spieler mit einem Bachelor-Abschluß, die noch eine fünfte Saison an ihrer Universität bleiben. QB Ian Book ist zum Beispiel so ein Five-Year-Senior. Safety Shaun Crawford kann sogar aufgrund von Verletzungen und einem NCAA Waiver ein sechstes Jahr absolvieren. Keiner der heutigen Top Passer oder Top Rusher der Fighting Rusher war jemals ein Miglieder Top 300 College Football Spieler.

Zusammengefasst läßt sich sagen, dass Notre Dames beste Spieler an der Line stehen und 2021 ein großer Umbruch bevorsteht, wenn alle Senior-Spieler, die heute über viel Erfahrung verfügen und das Team anführen, in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Notre Dame Spieler bleiben grundsätzlich ihrer Universität treu, aber das Recruiting selbst, konzentriert sich tendenziell auf Top Linemen, die natürlich wichtig für das Spiel sind, aber im Gegensatz vor allem zu Alabama, Ohio State und auch Clemson, wandern die talentiertesten Passempfänger, Quarterbacks und Running Backs nicht mehr automatisch in das St. Joseph County ein. Was für die Offense gilt, besitzt übrigens auch tendenziell für die Irish Defense ihre Gültigkeit. Sieben ihrer Top Neun-Tackler waren vorher kein Top 300 Prospekt. Über die Gründe läßt sich leicht spekulieren. Notre Dame bedient eine Nische und besitzt einen sehr speziellen Independent-Habitus. Wer sich letztlich für die katholische Mythologie entscheidet, weiß genau, was er tut. Daher ist sie als größte private katholische Universität des Landes, für viele liberale Kreise nicht wählbar, obwohl sie gerade in punkto der Civil Rights Bewegung Hervorragendes leistet. Für echte Südstaatler liegt Indiana zu nördlich der Mason-Dixon Linie, für Kalifornier viel zu weit westlich und wird von viel zu kalten Wintern heimgesucht, die wiederum feurige New-Mexico Bewohner nicht mögen. Notre Dames zweiter Einzug in die CFP Playoffs läßt sich vor allem damit erklären, dass Head Coach Brian Kelly unverhältnismäßig viel Spielraum und seit seiner Einstellung im Dezember 2009 viel Zeit hatte, die Qualität seines Trainingsprogrammes selbst zu beeinflussen und vor allem bis heute die Rückendeckung seines Chefs erhält, hervorragend qualifizierte Coaches einzustellen, die aus dem vorhandenen Spielertalent das Maximale herausholen und ihre Spieler an die Universität binden können. Der letzte große Entwicklungssprung an die Spitze aller College Football Teams blieb den Fighting Irish aber nach vergeblichen Anläufen in der Saison 2012 (verlorene BCS Championship Game Teilnahme gegen Alabama) und 2018 (verlorene CFP Playoff Teilnahme gegen Clemson), verwehrt.

Schlüter - 29.12.2020

Head Coach Nick Saban gilt als ein hervorragender Recruiter.

Head Coach Nick Saban gilt als ein hervorragender Recruiter. (© FWAA / Ted Gangi)

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