Wirbel um Wentz

Carson Wentz' Kritiker kommen wieder - namenlos - aus ihren LöchernEs herrscht Missstimmung in Philadelphia nach der so sicher nicht eingeplanten Niederlage gegen die New York Giants. Und wie bereits im Vorjahr, als es zeitweise nicht lief, kommen die "nicht genannten Quellen" aus ihren Löchern, die vor allem Quarterback Carson Wentz als einen der Hauptverantwortlichen für die Misere ausmachen.

Eine kleine Einschränkung: Die Eagles stehen nach wie vor auf Platz 1 der (katastrophalen) NFC East und haben es selbst in der Hand, in die Playoffs einzuziehen und dann als Divisionssieger zu Hause gegen ein Team, das eine deutlich bessere Bilanz vorweisen wird, anzutreten. Jammern auf hohem Niveau also, aber in Philadelphia sind die kritischen Fans seit jeher schnell zur Stelle.

Natürlich kann man sich jetzt fragen, ob der hohe Vertrag für Carson Wentz im Juni letzten Jahres (eine Verlängerung um vier Jahre und offiziell 128 Millionen Dollar, davon knapp 108 Millionen garantiert) wirklich leistungsgerecht ist. Oder ob die ursprünglichen Kosten, um für seinen Draft in einem Trade mit den Cleveland Browns bis auf Position #2 zu springen, wirklich hätten sein müssen.

Das jetzt im Nachhinein am grünen Tisch zu beurteilen, ist natürlich einfach, wenn es nicht läuft. Damals hatten sich die Eagles gerade von der Head Coach / General Manager Kombination Chip Kelly nach einer 7-9 Saison getrennt.

In der Saisonvorschau 2016 hieß es: "Für die größte Aufregung sorgte jedoch der Trade vor dem Draft mit den Cleveland Browns für das Recht, an Position 2 zu ziehen und sich so den vermeintlichen Quarterback der Zukunft, Carson Wentz (North Dakota State), zu sichern. Dafür trennte man sich von insgesamt fünf Draftpicks, davon allein zwei Erstrundenrechten. Ein hoher Preis, aber sollte Wentz tatsächlich einschlagen, so wird niemand mehr danach fragen."

Zeitweise rechtfertigte Carson Wentz diesen hohen Preis: Vor seiner Verletzung 2017 spielte er zeitweise auf MVP-Niveau und am Ende feierte man – ohne ihn, sondern mit Nick Foles – den ersten Super Bowl Titel der Franchise Geschichte.

Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl kaum jemand den Trade in Frage gestellt.

Im Vorjahr führte Wentz sein Team der namenlosen Receiver gefühlt allein mit seinem schieren Willen in die (kurzen) Playoffs.

Die Browns holten mit den 2016 ertradeten Picks übrigens... zunächst eine ganze Reihe weiterer Picks. Am Ende hatten sie Corey Coleman, Shon Coleman, Cody Kessler, Derrick Kindred, Spencer Drango, Ricardo Louis, Jordan Payton, Jabrill Peppers, Deshone Kizer, Denzel Ward, Chad Thomas und Antonio Callaway.

Viele Namen, aber außer Denzel Ward ist kein einziger (!!!) mehr in Cleveland. Peppers gab man im Trade für Odell Beckham Jr ab, so dass es zumindest etwas Input gab.

Doug Pederson, ebenfalls wie Wentz seit 2016 bei den Eagles, verteidigte den Pick jedenfallsin seiner Pressekonferenz am Mittwoch: "Verdammt ja, ich würde es alles wieder genauso machen. Er war der Spieler, den wir damals wollten, er ist der Spieler, den wir jetzt wollen. Und ich mag alles an Carson Wentz: Er ist ein großartiger Leader für unser Team, für unsere Stadt, und ich würde alles noch einmal ganz genauso machen!"

Kritik, dass er Wentz nicht richtig für seine – zuletzt zahlreichen Fehler – verwantwortlich mache, widersprach er prompt: "Weißt Du, diese Frage, ob er hart genug gecoacht wird, verstehe ich nicht wirklich. Er wird genauso gecoacht, wie wir alle unsere anderen Spieler coachen. Wir coachen alle gleich. Wir coachen sie hart und aggressiv, und wir versuchen, das meiste aus ihnen herauszuholen. Es ist nur so, dass auf einen Quarterback immer wie mit einer Lupe geschaut wird. Genauso wie auf meine Position als Head Coach. Jede Entscheidung, jeder Wurf, alles was er und ich machen, wird kritisiert. Und das ist ok."

Und wenn das einer wissen muss, dann ist es der langjährige NFL Quarterback Doug Pederson. Spätestens mit ein paar Siegen dürfte sich auch in Philadelphia die Aufregung wieder etwas legen.


Carsten Keller - 18.11.2020

Carson Wentz' Kritiker kommen wieder - namenlos - aus ihren Löchern

Carson Wentz' Kritiker kommen wieder - namenlos - aus ihren Löchern (© Getty Images)

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