Melvin Gordon festgenommen

Melvin Gordon wurde Dienstagnacht festgenommen und hat jetzt - zurecht - viel Ärger am HalsDenver Broncos starting Running Back Melvin Gordon wurde Dienstagnacht bei einer Kontrolle der Polizei wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss festgenommen. Zudem wurde er wegen zu schnellen Fahrens – zwischen 40 und 62 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit – angezeigt. Zunächst berichtete Mike Klis / KUSA von der Kontrolle.

In Denver gilt eine Alkoholgrenze von 0,8 Promille oder höher; bei einem erstmaligen Verstoß drohen eine Geldstrafe von bis zu 1.000 Dollar (Peanuts für Gordon), fünf Tage bis zu (theoretisch) einem Jahr Gefängnis, ein neunmonatiges Fahrverbot, bis zu 96 Sozialstunden und der Besuch einer "Alkoholerziehungsklasse".

Zudem kann die NFL Gordon wegen "ansichtsschädigenden Verhaltens" einer Disziplinarmaßnahme unterwerfen, was bei Fahrens unter Alkoholeinfluss üblicherweise auch getan wird. Die Arizona Cardinals hatten ihren General Manager Steve Keim 2018 nach einer ähnlich gelagerten Festnahme für fünf Spiele gesperrt und 200.000 Dollar Spende für einen wohltätigen Zweck (zugunsten des Vereins "Mütter gegen Fahren unter Alkoholeinfluss") von ihrem top Angestellten gefordert. Daraufhin hatte die Liga – ausnahmsweise – keine weiteren Sanktionen erlassen.

Die Denver Broncos haben – wie alle NFL-Franchises – einen Fahrdienst für ihre Spieler; die müssen lediglich eine Telefonnummer anwählen und werden, angeblich ohne dass es ihr Arbeitgeber erfährt, nach Hause gefahren, um eben genau solche Situationen (oder viel schlimmer: Unfälle unter Alkoholeinfluss mit Verletzten) zu vermeiden. Trotzdem gibt es immer wieder Spieler, die unintelligent genug sind, trotzdem zu fahren und sich und vor allem andere in Gefahr zu bringen. In der Kombination mit überhöhter Geschwindigkeit absolut unverantwortlich.

Melvin Gordon gehört offensichtlich zur letztgenannten Sorte.

Gordons Anhörung findet am Freitag, dem 13. November, statt – zwei Tage vor der Partie der Broncos in Las Vegas.

Der Running Back ist nach fünf Spielzeiten bei den San Diego / Los Angeles Chargers in der Offseason nach Denver gewechselt und schied aus Los Angeles im Unfrieden.

Nach seiner Collegezeit bei den Wisconsin Badgers, wo er 2014 sogar Platz 2 der Wahl zur Heisman Trophy belegte, verpflichteten ihn die Chargers im Draft 2015 an Position 15.

Sein erstes Jahr dort fiel unter die Rubrik "Lehrjahr": Eigentlich als unumstrittener Starter vor den erfahrenen Danny Woodhead und Branden Oliver vorgesehen, enttäuschte er zunächst. In 14 Spielen, davon 12 als Starter, kam er auf übersichtliche 641 Yards, 192 Receiving, aber keinen einzigen Touchdown und gleich vier Fumbles. Sicher nicht das, was man sich von ihm erwartet hatte. Zudem beendete eine Verletzung seine Rookiespielzeit vorzeitig.

Erheblich besser lief es im zweiten Jahr, seinem wohl besten in der NFL: Knapp 1.000 Yards Rushing in 13 Spielen (11 Starts), 419 Yards Receiving und 12 Touchdowns sind absolut in Ordnung.

2017 überschritt er mit 1.105 Yards in 16 Starts endlich die 1.000 Yard Marke (zum einzigen Mal bislang) und 2018 ließ er in zwölf Spielen 14 Touchdowns folgen. Zweimal wurde er für die Chargers zum Pro Bowl geschickt.

Anschließend überschätzte er 2019 jedoch seinen Stellenwert in der Organisation: Mit der Option auf sein fünftes Vertragsjahr nicht zufrieden, die ihm tatsächlich auch nur 5,6 Millionen gebracht hätte, trat er öffentlichkeitswirksam einen Holdout an. Was im Vorjahr bei Le’Veon Bell und den Steelers schon nicht geklappt hatte, ging bei ihm richtig schief: Sein Ersatzmann Austin Ekeler gelang der Durchbruch und Melvin Gordon wurde mehr oder weniger vergessen, nachdem zuvor auch kein Trade zustande gekommen war.

Ende September kehrte Gordon reumütig zurück; in 12 Wochen gelangen ihm noch gut 900 Yards combined und neun Touchdowns. Ein Verbleib war jedoch – nicht zuletzt durch den Erfolg Ekelers – sehr unwahrscheinlich.

Stattdessen nahmen ihn die Broncos für zwei Jahre und offiziell 16 Millionen, davon 13,5 garantiert, unter Vertrag. Für ihn spielte dabei auch eine Rolle, dass er gleich zweimal gegen seinen ex-Arbeitgeber antreten kann, da er in der AFC West verbleibt. Der Spielplan sieht diese Duelle in Woche 8 und 16 vor. Es bleibt abzuwarten, ob er dann auch mitwirken darf.

In dieser Saison kam er bislang in vier Spielen auf 281 Yards und drei Touchdowns per Lauf und weitere 45 Yards und einen Touchdown per Pass. Wenn man bedenkt, dass er durch die Verletzung(en) von Phillip Lindsay, der nur in einer Partie eingeschränkt auflaufen konnte, der unumstrittene Starter ist, deutlich zu wenig.



Carsten Keller - 14.10.2020

Melvin Gordon wurde Dienstagnacht festgenommen und hat jetzt - zurecht - viel Ärger am Hals

Melvin Gordon wurde Dienstagnacht festgenommen und hat jetzt - zurecht - viel Ärger am Hals (© Getty Images)

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