Big Twelve Blues

Für Oklahomas Head Coach Lincoln Riley und seine Mannschaft läuft es zurzeit nicht gut.Die Big Twelve Conference war der große Verlierer des fünften Spieltages. Während die Playoff-Kandidaten aus der ACC und der SEC ihre Spiele souverän gewannen, kassierten drei der vier potenziell besten Teams der Big Twelve Niederlagen, und nach der zweiten Niederlage in Folge ist der letztjährige Conference Champion und Playoff-Teilnehmer Oklahoma (30:37 bei Iowa State) schon so gut wie aus dem Rennen um die Plätze in der KO-Runde, zumal ab Ende Oktober ja auch noch die Playoff-Anwärter aus der Big Ten Conference, Ohio State und Penn State, in diesem Rennen mitmischen werden. Der Big Twelve bleibt nur noch die Hoffnung, dass sich Oklahoma State, das sich in den ersten beiden Spielen schwer getan hatte, am Samstag aber endlich einmal souverän gewann (47:7 bei Kansas), vom Geheimtipp zum neuen Conference-Favoriten mausern kann.

Die Big Twelve ist zurzeit die unberechenbarste unter den Power Five Conferences. Das liegt zum einen daran, dass das Top-Team der Conference in den letzten Jahren, Oklahoma, bei aller Offensiv-Power genug Schwachstellen hat, an denen die Gegner ansetzen können. Das war auch im letzten Jahr so gewesen, als die Sooners auf dem Weg zu Conference-Titel und Playoff-Teilnahme einige Male richtig Dusel hatten. An den letzten beiden Spieltagen dieser Saison konnte man den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen. Und dabei liefen die Spiele nach dem gleichen Muster ab. In der ersten Halbzeit waren die Sooners besser und holten den Großteil ihrer Yards (288 von 517 gegen Kansas State, 276 von 414 gegen Iowa State), in der zweiten Halbzeit ließen sie sichtbar nach und hatten, als sie wenige Minuten vor Spielende in Rückstand gerieten, nicht mehr genug zuzusetzen, um das Blatt noch zu wenden. "Offensichtlich haben wir gegen Ende nicht gut gespielt. Ich weiß nicht genau, woran das liegt. Liegt es an den jungen Spielern auf Schlüsselpositionen? Sicherlich. Aber das darf keine Entschuldigung sein. Die Spieler müssen reifen, und wir müssen sie besser coachen", sagte Head Coach Lincoln Riley nach der Niederlage gegen Iowa State zur Leistung seines Teams in der Schlussphase unter anderem. Dazu kommt eine, auch nicht erst in dieser Saison zu beobachtende, Anfälligkeit für Big Plays. Den Touchdown zur zwischenzeitlichen 23:20-Führung erzielte Iowa State mit einem 65-Yard-Pass, und der zum 37:30 gelang zwei Spielzüge nach einem 85-Yard-Punt-Return bis an Oklahomas 13-Yard-Linie. Bei der Niederlage gegen Kansas State in der Vorwoche waren zwei Touchdowns des Gegners mit Pässen von 77 und 78 Yards vorbereitet worden.

Ein weiteres Problem der Big Twelve ist, dass mit Ausnahme von Kansas im Grunde Jeder Jeden schlagen kann. Das zeigten auch die anderen Ergebnisse am Samstag wieder. Texas, vermeintlich der Haupt-Herausforderer von Oklahoma, verlor eine Woche nach dem Overtime-Sieg bei Texas Tech auf eigenem Platz gegen TCU mit 31:33, und Baylor, im letzten Jahr mit einer 11-3-Bilanz die große Überraschung und der stärkste Herausforderer von Oklahoma, verlor in einem Spiel mit über weite Strecken indiskutabler Leistung beider Teams bei West Virginia mit 21:27 nach Verlängerung. Und auch in diesen Spielen gab es Parallelen bei den Gründen für das Scheitern der Favoriten. "Wir können uns nicht weiter selbst schaden, so wie wir es in den letzten beiden Wochen getan haben und erwarten, viele Spiele zu gewinnen", sagte Tom Herman, der Head Coach von Texas, dazu und spielte damit vor allem auf die zwölf Strafen und den Fumble an TCUs 1-Yard-Linie zweieinhalb Minuten vor Spielende an. Das gleiche hätte auch Baylors Head Coach Dave Aranda sagen können, dessen Team sich ebenfalls zwölf Strafen leistete, zwei Field-Goal-Versuche vergab (aus 46 und 48 Yards Entfernung), es nach einem Fumble der Gastgeber an der eigenen 27-Yard-Linie vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit im vierten Versuch aus wenigen Zentimetern Entfernung nicht in die Endzone schaffte und sich schließlich im ersten Spielzug der zweiten Verlängerung eine Interception leistete.

Die Top-Teams setzen sich ab

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Spieltag mit Blick auf den Kampf um die Playoff-Plätze ist, dass die vier derzeitigen Top-Teams die Erwartungen bis jetzt erfüllen und sich qualitativ vom Rest - abgesehen vom an diesem Spieltag spielfreien Notre Dame - weiter abgesetzt haben. Clemson setzte sich erwartungsgemäß sicher mit 41:23 gegen Virginia durch, Alabama entlarvte das vor der Saison hoch gehandelte Texas A & M mit einer 52:24-Packung als offenbar überschätzt, und Georgia zeigte beim 27:6-Erfolg im Top-Ten-Duell gegen Auburn (mit 24:6-Halbzeitstand), dass auch für die Tigers die Rolle als Playoff-Anwärter wohl noch eine Nummer zu groß ist. Gegen die starke Abwehr von Georgia war Auburns Angriff, allen von voran dessen großer Hoffnungsträger, QB Bo Nix, völlig überfordert. Ein wenig herummäkeln durfte man lediglich an Floridas 38:24-Sieg gegen South Carolina, weil die Gators nach dem Touchdown zum 38:14 fünf Minuten vor Ende des dritten Viertels zu offensichtlich einen Gang zurückschalteten. Hätte South Carolina im vierten Viertel konsequenter agiert und an sich geglaubt, dann hätte das Spiel durchaus nochmal spannend werden können. Das behäbige Agieren der Gamecocks selbst nach ihrem Touchdown zum 24:38 in der fünften Minute des vierten Viertels war zumindest irritierend.

Irritierend war an diesem Spieltag im Übrigen auch der Auftritt von Mississippi State. Die Bulldogs hatten in der Woche zuvor mit dem 34:24 beim letztjährigen National Champion LSU für Ausehen gesorgt und sich damit gleich mal als mögliche Überraschungsmannschaft dieser Spielzeit ins Gespräch gebracht. Letzteres hat sich schon wieder erledigt. Die Bulldogs verloren auf eigenem Platz gegen Arkansas, eines der pozenziell schwächsten Teams der SEC, mit 14:21. Die Gründe für die Pleite waren vielfältig. Die Bulldogs leisteten sich vier Ballverluste (drei Interceptions, ein Fumble), von denen der erste zu sieben Punkten für den Gegner führte (69-Yard-Interception-Return zum 7:0). Darüber hinaus scheiterten sie im vierten Viertel zweimal in Folge mit erfolglos ausgespielten vierten Versuchen, zunächst an der 13-Yard-Linie der Razorbacks, dann an deren 9-Yard-Linie. "Rückblickend wünschte ich, dass ich beide Male (Field-Goal-Versuche) hätte schießen lassen", sagte Head Coach Mike Leach zu diesen Situationen später. Taktisch hatte die Mannschaft Probleme damit, dass Arkansas ständig acht Spieler weit zurückzog, um die Passempfänger abzudecken. Die Folge war, dass QB K.J. Costello nur ein Pass von mehr als 18 Yards Länge gelang und man so die Abwehr der Razorbacks nur selten mal aufreißen konnte. Gegen LSU hatte es solche Pässe mehr als ein halbes Dutzend Mal gegeben und jedes Mal gelangen dann auch Punkte. "Wir wussten, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie so spielen. Ich denke, wir haben zu oft lang geworfen, wollten zu viel auf einmal. Die kurzen Distanzen waren das ganze Spiel über frei, aber wir haben das nicht ausgenutzt", so Leach auf die Frage, ob er diese Spielweise nicht erwartet hätte. Für das von Leach in der Vorwoche düpierte LSU lief es dieses Mal übrigens besser. Bei Vanderbilt gewannen die Tigers mit 41:7. Gegen das zurzeit vielleicht schwächste Team der SEC war das nicht mehr als eine Pflichtaufgabe, aber angesichts des Verlustes von 14 Stammspielern und eines Teils des Trainerstabes der Meistersaison braucht die Mannschaft solche Partien, um sich einzuspielen.

Hoch - 05.10.2020

Für Oklahomas Head Coach Lincoln Riley und seine Mannschaft läuft es zurzeit nicht gut.

Für Oklahomas Head Coach Lincoln Riley und seine Mannschaft läuft es zurzeit nicht gut. (© Getty Images)

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