Wer ist der beste College Football Coach?

US-Briefmarken-Set mit Bear BryantViel Papier wurde schon beschrieben, wenn es um die Suche nach dem besten College Football Coach aller Zeiten ging. Während Clemson, trotz aller Erfolge, noch nicht so lange eine tonangebende Dominanz nachweisen kann, muss sich geographisch gesehen, weiterhin die Suche nach dem besten Trainer aller Zeiten, auf den US-Bundesstaat Alabama konzentrieren.

Die Nick Saban Dekade begann in Atlanta im August 2008 mit einem 34:10 Sieg über Clemson und kannte bereits viele Höhepunkte. So wurde, 124 Siege und fünf Meisterschaften später, mit dem 26:23 Overtime Sieg über Georgia am 8. Januar 2018 ein Erfolg erfochten, der bisheriges Wissen, das Trainer über Football lehren, zwangsläufig über den "Haufen" geworfen.

Man benötigt Erfahrung, wird oft gepredigt – doch das Spiel entschieden sechs Freshman für sich. Man muss den Ball kontrollieren – doch Georgia kontrollierte den Ball mindestens 34 Minuten lang und erkämpfte sich ein drittes Down nach dem nächsten. Man benötigt ein möglichst fehlerfreies Spiel, um gewinnen zu können – doch Alabama leistete sich Fehler en masse in Atlanta. Im ersten Viertel wurden mindestens drei Punkte sinnlos vergeben und ein zweites misslungenes Field Goal führte überhaupt in die Overtime. Freshman Tagovailoa warf eine Interception ohne Not und musste einen Sack in der Overtime verkraften, um Sekunden später zum Held des Endspieles zu werden. Entsprechend wurde auch Alabamas Strenght Coach Scott Cochran nach dem Abpfiff gefragt, wie er sich diesen Sieg erklären kann und antwortete: "Die jüngeren Jungs waren frustriert und unzufrieden darüber, dass sie nicht ausreichend eingesetzt wurden. Sie bekamen ihre Gelegenheit zu punkten und dominierten." Doch diese Erklärung griff zu kurz und erklärte nicht alles ausreichend. Diese Saban Spiele waren geprägt von makellosen, unermüdlichen Defense-Darbietungen und Alabama wurde oft als der Mähdrescher, der durch das Feld fährt, bezeichnet. Vor allem darf nicht vergessen werden, dass Saban bisher über 13 Mal gegen ehemalige Assistant Coaches gewann und noch niemals gegen sie verlor. Das große Vorbild Bear Bryant gewann 45 Mal gegen seine ehemaligen Assistenten, verlor aber auch sechs Mal gegen sie. Vier dieser fünf Coaches, die gegen Bear Bryant gewannen, schafften den Sprung in die College Football Hall of Fame (Paul Dietzel, Gene Stallings, Charlie McClendon und Pat Dye). Wie gut müssen also die nächsten Assistant Coaches sein, um Nick Saban zu schlagen? Auf jeden Fall besser als Kirby Smart, Sabans ehemaliger Lieblings-Coordinator und heutiger Head Coach von Georgia. Dominant wirkte in den letzten beiden Jahren weder das Team Alabama, noch Nick Saban, der stets davon spricht, dass man Härte überwinden muss, um am Ende zu triumphieren. Alabama und damit Nick Saban nahmen fünf Mal an den CFP-Playoffs teil, schafften nur beim sechsten Versuch im Januar 2020 nicht den Sprung in die Gruppe der besten vier College Football Mannschaften. Damit hat sich Saban ein erstklassiges Zeugnis ausgestellt, doch hat er damit mit seiner Bilanz sein großes Vorbild, Paul William Bryant bereits überholt?

Paul William Bryant wurde am 11. September 1913 in Fordyce, Arkansas als elftes von zwölf Kindern geboren und sollte es im Leben zu besonderen sportlichen Ehren bringen. Überliefert wurde, dass Bryant in jungen Jahren in der achten Klasse begann, American Football zu spielen und 1930 mit seiner High School die Arkansas State Championship gewann. Seinerzeit wurde er auf den Positionen Defensive End und in der Offensive Line eingesetzt. Frühzeitig wurde er mit dem Spitznamen "Bear" bedacht, da er mit 13 Jahren während einer Theateraufführung zum Schein mit einem gefangenen Bären einen Ringkampf aufführte.

Dank eines Stipendiums besuchte er die University of Alabama ab dem Jahr 1931 und war 1934 ein Mitglied der Meisterschaftsmannschaft. 1936 wurde Bryant während der NFL Draft in der vierten Runde von den Brooklyn Dodgers gedraftet. Allerdings hat er niemals wirklich professionellen American Football gespielt. Er übernahm stattdessen einen ersten Trainerjob an der Union University in Jackson, Tennessee an, verließ diese Hochschule aber schnell wieder, nachdem ihm die Möglichkeit gegeben wurde, unter Frank Thomas in den Trainerstab der Crimson Tide einzusteigen. Es folgte ein Zwischenspiel als Assistenztrainer bei Vanderbilt. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour ging er zur Navy und wurde nach dem Krieg ehrenhaft als Lieutenant Commander entlassen. 1945 erhielt er das Angebot, Head Coach bei den Maryland Terrapins zu werden und absolvierte seine erste und einzige Saison mit einer 6-2-1 Bilanz. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Leitung der Universität, wechselte er 1946 zur University of Kentucky und erlebte einen ersten wirklichen Karrieresprung. In den acht Spielzeiten wurde sein Team erstmals zu einem Bowl eingeladen und gewann 1950 den Titel in der Southeastern Conference.

1954 erreichte ihn der Ruf der Texas A&M University. Dort wurde er als Head Coach, als auch als Athletic Director beschäftigt. Zwei Jahre später führte dieses Team zur Southwest Conference Meisterschaft. 1957 gewann sein RB John David Crow die Heisman Trophy und am Ende der Saison stieg er erneut in Tuscaloosa als Head Coach ein. 1958 übernahm er die Crimson Tide mit den Worten "Die Mutter hat gerufen und wenn Deine Mutter Dich ruft, musst Du schnell zu ihr hinlaufen. Das gehört sich so." 1959 gewann Alabama gegen Auburn und wurde zu einem Bowl eingeladen. 1961 folgte nach einer 10-0 Saison die erste US-College Meisterschaft. Im Sugar Bowl wurde Arkansas geschlagen und in den folgenden 24 Jahren wurde er zum erfolgreichsten US-College-Football-Coach aller Zeiten. Seine sechs US-Meisterschaften und dreizehn Conference Championships sind bis heute unerreicht. Am Tag seiner Pensionierung im Jahr 1982 hielt er den College Rekord, als Trainer die meisten Siege errungen zu haben. Insgesamt wurden es 323 Stück. Bekannt wurde er auch für sein ungewöhnliches Auftreten. Seinen schwarz-weiß-karierten Houndstooth Hut trug er grundsätzlich immer und vor allem während der Punktspiele. Zu weiteres Markenzeichen wurde seine tiefe Stimme und sein lässiges Anlehnen an den Goalposts während der Aufwärmphase des Teams.

1982 wurde Bryant als 69-Jähriger offiziell mit allen Ehren verabschiedet und nach dem Gewinn des Liberty Bowl dachte er sicherlich an eine angenehme Pensionärszeit. Doch das Schicksal wollte es anders. Am 26. Januar 1983 verstarb Bryant nach einer Herzattacke. Einem Monat nach seinem Ableben erhielt er vom US-Präsidenten Ronald Reagan postum die "Presidential Medal of Freedom" verliehen und vor dem Super Bowl XVII wurde eine Gedenkminute abgehalten. Sein Ruhm ist bis heute nicht vergessen. 1996 wurde sein Konterfei auf einer Briefmarke abgebildet und als Nick Saban am 7. Januar mit seiner vierten Meisterschaft Notre Dame in Miami besiegte, wurde sein Name von den amerikanischen Medien oft zitiert. Viele seiner Spieler wurden später bekannte Head Coaches in der Division I oder in der NFL. Hierzu gehören zum Beispiel Danny Ford (Clemson), Howard Schnellenberger (Miami) oder Gene Stallings (Alabama). Sylvester Croom, der erste afro-amerikanische Trainer in der SEC, trainierte Mississippi State in den Jahren 2004 bis 2008. Ozzie Newsome wurde General Manager bei den Baltimore Ravens und Jack Pardee trainierte die NFL Teams in Chicago, Washington und Houston.

In 38 Spielzeiten als Head Coach schloss er ferner 37 mit einer positiven Bilanz ab und nahm mit seinen Teams an 29 Postseason-Bowls teil. Er gewann 15 Bowls, hiervon acht Sugar Bowls. Nick Saban ist also dicht an Bear Bryant dran, doch erreicht hat er ihn noch nicht, um als Meister aller College Football Coaches in die Geschichte einzugehen.

Schlüter - 21.06.2020

US-Briefmarken-Set mit Bear Bryant

US-Briefmarken-Set mit Bear Bryant (© United States Postal Service)

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