Bereit für Neustart

Noch sind die Trainingplätze leer, nach und nach könnten sie aber wieder mit Leben erfüllt werden.Auf der Grundlage der Leitplanken des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB) hat auch der American Football Verband Deutschland (AFVD) Voraussetzungen für einen Wiedereinstieg in die Sportarten American Football und Cheerleading erarbeitet. Damit sind die Weichen für die Aufnahme des Trainingsbetriebs gestellt.

Das Präsidium des AFVD hat sich nach Rücksprache mit dem AFVD-Krisenstab und der Medizinischen Kommission auf folgende Übergangs-Regeln geeinigt: Der Trainingsbetrieb wird parallel zu den Lockerungen der bisher betroffenen Maßnahmen der staatlichen Stellen gestuft wieder aufgenommen. Dabei wird in drei Phasen vorgegangen: Zunächst erfolgt eine unmittelbare Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes auf wieder frei gegebenen Sportplätzen, auch wenn dies nur in Kleingruppen (meist fünf Personen) möglich ist und wegen Abstandsregelungen nur Training ohne jeden Kontakt möglich ist. In Phase zwei wird bei einer schrittweisen Anhebung der maximalen Personenzahlen für Versammlungen in entsprechend größeren Gruppen trainiert. Phase drei sieht vor, dass nach einer weitgehenden Freigabe des Trainingsbetriebes die Mannschaften in ein gemeinsames Training mit nur noch wenigen Einschränkungen einsteigen können.

Erst nach Durchlaufen aller drei Phasen kann ein Spiel-/Wettkampfbetrieb stattfinden. Beim AFVD existieren dazu bereits detaillierte Konzepte beziehungsweise Szenarien, mit welchen Modifikationen oder Einschränkungen ein Spielbetrieb stattfinden könnte. Diese Konzepte werden laufend weiter im Detail verfeinert und den sich verändernden politischen Vorgaben angepasst.

Die Ausgangslage zum Beispiel für eine GFL-Saison 2020 hat der AFVD nach den Beschlüssen der Bundes- und Landesregierungen nach Ostern im Detail skizziert. Bei den Beschlüssen war es zunächst um andere wichtige Lebensbereiche und nur um Rande um den Sport gegangen. Im Rahmen der laufenden Diskussionen in der Politik wird nun zunehmend auch der Sport in den Blickpunkt gerückt, zumal der DOSB zehn konkrete "Leitplanken" gesetzt hat, die regeln, wie auch unter Pandemie-Bedingungen Sport getrieben werden kann.

Der AFVD-Krisenstab hat umgehend nach den politischen Beschlüssen einen umfassenden Dialog mit den Vereinen der German Football League (GFL) und anderer AFVD-Lizenzligen geführt. Einigkeit besteht zwischen den Vereinen darüber, dass ein angemessener organisatorischer Vorlauf vor einem Ligastart notwendig ist. Ob und wann ein Ligastart möglich ist, ist erst einmal nicht abzusehen. Der AFVD-Krisenstab hat dazu unter anderem festgehalten: "Verband und Liga haben weder das notwendige medizinische Fachwissen, noch die rechtlichen Möglichkeiten, abschließend zu beurteilen, was zum Schutz vor Pandemien notwendig ist." Die politischen Stellen entscheiden nach Beratung von Wissenschaftlern, die Behörden setzen die Maßnahmen um, und AFVD und GFL werden jederzeit flexibel auf die neue Situation reagieren.

Dabei kommt dem AFVD und den Vereinen seiner Lizenzligen zugute, dass ohnehin der Grad der digitalen Vernetzung sowohl untereinander als auch innerhalb der Vereine selbst im Dialog zwischen Management, Coaches und Aktiven schon vor der Pandemie vorbildlich war. Auf allen Ebenen ist die Entscheidungsfähigkeit durch die derzeitigen Kontaktverbote daher nicht beeinträchtigt. Binnen weniger Tage kann auf eine sich verändernde Situation reagiert werden.

Daher ist es selbstverständlich, dass eine endgültige Entscheidung über die Ausgestaltung der Saison 2020 in den Lizenzligen erst im allerletzten Moment und keinesfalls ohne Not voreilig getroffen werden wird. Daraus folgt: Sofern noch ausreichend Zeit für einen sinnvollen Spielbetrieb besteht, werden alle denkbaren Möglichkeiten genutzt werden, diesen auch zu realisieren.

Ein sinnvoller Spielbetrieb für die Lizenzligen des AFVD besteht darin, den Mannschaften möglichst viele Spiele zu ermöglichen und zu diesen auch zahlende Zuschauer zulassen zu können. In dieser Hinsicht ist daher – besonders für die GFL – nicht nur entscheidend, dass gemeinsames Training möglich sein wird, sondern auch, dass Veranstaltungen mit Zuschauern in Freiluftstadien erlaubt sein werden.

Zu den Ankündigungen der Bundes- und Landesregierungen gehörte auch ein Verbot von "Großveranstaltungen" bis Ende August. Eine genaue Festlegung dazu, was eine "Großveranstaltung" ist, wurde allerdings nicht vorgenommen - dies musste auch gar nicht geschehen, denn aktuell waren ohnehin keinerlei Veranstaltungen gestattet, ganz egal ob "groß", "klein", privat oder nicht privat. Erst für die kommenden Wochen oder Monate ist zu erwarten, dass die Größe von Veranstaltungen eine Rolle spielen dürfte, und es ist sicherlich nicht unrealistisch, davon auszugehen, dass die Obergrenze dynamisch erhöht werden könnte - von zunächst 30 oder 50 wie jetzt für Gottesdienste, Demonstrationen oder private Veranstaltungen schrittweise in Richtung einer Bandbreite von 1.000 bis möglicherweise gar 5.000 Teilnehmern.

In den Empfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI) zur Bewertung von Großveranstaltungen wird zudem nicht allein auf die Anzahl der Teilnehmer abgestellt, es werden vielmehr verschiedene Risikofaktoren gegeneinander abgewogen. Danach gelten zum Beispiel Outdoor-Veranstaltungen als weniger riskant, und da viele GFL-Vereine in Stadien mit ausreichend verfügbaren Plätzen spielen, ist vorstellbar, dass sie für die allermeisten Spiele komplett die vom RKI aufgeführten Empfehlungen einhalten könnten.

Nimmt man eine Grenze von 1.000 Teilnehmern, hätten mehr als vier Fünftel aller GFL- und GFL-2-Spiele des Vorjahres stattfinden können. In dem knappen Fünftel der Veranstaltungen, die unter Pandemie-Bedingungen nicht durchführbar gewesen wären, waren nicht nur Lokalderbys (Düsseldorf-Köln, Elmshorn-Hamburg, Ravensburg-Biberach), die in dieser Saison ohnehin entfallen würden. Sondern auch einige Spiele, bei denen das Zuschaueraufkommen durch Freikarten- oder andere Sonderaktionen beeinflusst wurde.

Auf solche Aktionen würden die Fans 2020 verzichten müssen, und es wird auch eine solidarische Lösung für die Vereine gefunden werden müssen, die in kleineren Stadien hohe Zuschauerzahlen generieren, was etwa in Kiel oder Dresden zutrifft. Doch ebenso wie die Fans in ganz Football-Deutschland bereit sein werden, in dieser außergewöhnlichen Situation auf sämtliche Rabatte zu verzichten, haben AFVD und GFL angekündigt, bereit zu sein, "alle Detail-Probleme mit Freude und Einfallsreichtum zu lösen, wenn dadurch ein Spielbetrieb ermöglicht wird."

Auerbach - 30.04.2020

Noch sind die Trainingplätze leer, nach und nach könnten sie aber wieder mit Leben erfüllt werden.

Noch sind die Trainingplätze leer, nach und nach könnten sie aber wieder mit Leben erfüllt werden. (© Dirk Pohl)

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