Gibt es bald eine Einigung?

Die Spielergewerkschaft mit Eric Winston (2. v.r.) und DeMaurice Smith (re) hat viele Wünsche, kann aber nur wenig Zugeständnisse anbietenDie NFL Eigentümerseite hat den ersten konkreten Vorschlag auf den Tisch gelegt, was ein neues "Collective Bargaining Agreement" – kurz CBA - angeht. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Einigung noch weit vor der Deadline im nächsten Jahr getan, wobei die Spielerseite (wie erwartet) nicht unbedingt mit Begeisterung reagierte.

Vor dem letzten CBA hatte man sich erbittert gestritten, die eine Seite mit Streik und die andere mit Aussperrung gedroht. Letztendlich einigte man sich mit viel Zähneknirschen mehr oder weniger kurz vor der Deadline Anfang August 2011, so dass zumindest keine Spiele der Hauptrunde abgesagt werden mussten. Dabei zogen die Spieler laut Expertenmeinung deutlich den Kürzeren. Die Laufzeit betrug 10 Jahre (was ebenfalls den Ownern eher zugute kam).

Die Spieler hatten jetzt eine ganze Reihe Wünsche seit Verhandlungsbeginn vor über einem Jahr geäußert, darunter unter anderem:

- Wieder einen höheren Anteil am "Kuchen" der Einnahmen
- Weniger Preseason-Spiele
- Weniger Training in Pads im Camp
- Die Zulassung von medizinischem Marihuana anstelle von Opiaden als Schmerzmittel
- Eine unabhängige Disziplinarstelle (anstelle des sogenannten Prinzips von Roger Goodell als "Richter, Jury und Henker")

Im Gegenzug konnten sie jedoch nur wenige Zugeständnisse anbieten und nachdem die Eigentümer ein Heer von Anwälten beschäftigen (allen voran Roger Goodell), war klar, dass es keinen eindeutigen pro-Player Deal geben kann und wird.

Der vorgelegte Vertragsentwurf beinhaltet denn von Seiten der Eigentümer auch das einzige, was die Spieler wohl oder übel geben könnten – mehr Spiele pro Saison:

- Ein 17. Hauptrundenspiel pro Team
- Nur noch ein Bye Team in der WildCard Runde pro Conference; dafür jedoch ein zusätzliches Playoffteam, so dass am WildCard Weekend dann je drei statt zwei Spiele am Samstag und Sonntag stattfinden würden
- Eine Anhebung von aktuell 47 Prozent auf 48 Prozent und bei Einführung des 17. Spiels auf 48,5 Prozent der Einnahmen für die Spieler
- Streichung eines Preseason Games (drei statt aktuell vier)
- Weniger Training in Pads (die ersten fünf Tage ohne Hits)
- Ansteigen der leistungsbezogenen Boni pro Team auf 8 (2020) beziehungsweise 10 Millionen (2021)

Die Owner stimmten am gestrigen Donnerstag ab und mussten dazu eine Dreiviertelmehrheit (also 24 Stimmen) bekommen; das klappte, wenn auch die endgültige Entscheidung laut Ian Rapoport nicht einstimmmig ausfiel.

Von der Spielerseite kam – wie erwartet – erst einmal Gegenwind. Packers Tackle David Bakhtiari twitterte: "48-48.5 ist ungefähr unter 1.700 Spielern aufzuteilen. 52-51,5 Prozent sind dann unter 31 Ownern aufzuteilen? Und die Gleichung soll Sinn machen? Ganz zu schweigen davon, dass die 0,5 Prozent nur kommen, wenn wir einem weiteren Spiel zustimmen. #KenneDeinenWert."

Groß widersprechen kann man ihm nicht und er wird beileibe nicht der einzige Spieler sein, der so denkt. Aber, um auf meinen Punkt oben zurückzukommen: Viele Möglichkeiten für Zugeständnisse haben die Spieler nicht, wenn sie ihre doch zahlreichen Wünsche erfüllt bekommen wollen.

Vorsorglich hieß es von Ownerseite schon einmal, dass die Verhandlungen, sollten sie nicht bis zum Ligastart am 18. März erfolgreich beendet sein, wohl erst im nächsten Jahr wieder aufgenommen werden könnten. Sicherlich, um den Druck auf die Spielerseite zu erhöhen; einen plausiblen Grund für diese Aussage gab man zumindest nicht an. Die Verbesserungen aus diesem neuen CBA würden bereits für diese Saison greifen, die Änderung des Spielplans frühestens 2021.

Angesichts zum Teil auslaufender Fernsehverträge und Interessenten für Streams wie die Big Player Amazon & Co dürfte Geld demnächst noch einmal erheblich mehr sprudeln, was angesichts der vielen Milliarden bisher eigentlich schwindelerregend ist. Die Spieler werden davon sicher auch gut profitieren, aber eben nicht so gut wie die Teameigentümer, die dafür ihre Gesundheit auch nicht riskieren müssen.

Die Spielervertreter stimmen sich am heutigen Freitag ab über die doch erheblichen Verbesserungen - mit der großen Kröte eines 17. Spiels. Das "Executive Board" der Spielervertreter unter Vorsitz von Eric Winston stimmte mit 6:5 gegen den Vorschlag, was jedoch nur eine Empfehlung für die "Vollversammlung" der 32 Spielervertreter (einer pro Team) ist.

Am Ende wird den Spielern wohl wenig Wahl bleiben.



Carsten Keller - 21.02.2020

Die Spielergewerkschaft mit Eric Winston (2. v.r.) und DeMaurice Smith (re) hat viele Wünsche, kann aber nur wenig Zugeständnisse anbieten

Die Spielergewerkschaft mit Eric Winston (2. v.r.) und DeMaurice Smith (re) hat viele Wünsche, kann aber nur wenig Zugeständnisse anbieten (© Carsten Keller)

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