Sieben Kandidaten für vier Playoff-Plätze

"Danke Auburn!" werden am Samstagabend nach dem 48:45-Sieg der Tigers gegen den Lokalrivalen Alabama nicht nur die Spieler, Coaches und Fans von Oklahoma, Baylor und Utah gedacht haben. Nicht, dass man dem Rekordmeister etwas Böses gewünscht hätte, aber dessen Niederlage sorgt dafür, dass es am letzten Spieltag der Regular Season im Kampf um die vier Plätze in den nationalen Playoffs mehr Optionen gibt, dass mehr Mannschaften realistische Chancen auf das Erreichen der KO-Runde haben. Zugleich steht nach der zweiten Niederlage fest, dass Alabama zum ersten Mal seit Einführung der Playoffs in diesen nicht dabei sein wird, was unter dem Gesichtspunkt Abwechslung auch mal nicht schaden kann.

Zunächst einmal mussten am Freitag und Samstag die letzten Teilnehmer an den Conference Championship Games ermittelt werden. In der ACC zog am Freitag Virginia mit einem 39:30 gegen den Lokalrivalen Virginia Tech zum ersten Mal in das Conference-Finale ein und ist dort der Gegner von Clemson. In der Big Ten setzte sich am Samstag Wisconsin unerwartet souverän mit 38:17 beim Überrschungsteam Minnesota durch und darf jetzt zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Ohio State spielen, und in der Pac-12 holte Utah mit einem 45:15 gegen Colorado den noch fehlenden Sieg zum Einzug ins Conference-Endspiel gegen Oregon. Die für ihre Conference-Finals bereits qualifizierten Teams auf den ersten vier Plätzen der Playoff-Rangliste ließen in ihren Spielen nichts anbrennen. Ohio State, am letzten Dienstag vom Playoff Selection Committee zur neuen Nummer eins bestimmt, kam beim Erzrivalen Michigan zu einem in dieser Höhe nicht erwarteten 56:27-Sieg, das auf Platz zwei zurückgestufte LSU ließ seinen Frust darüber gegen Texas A & M mit einem 50:7-Erfolg aus, Clemson hatte erwartungsgemäß keine Mühe, um sich beim Lokalrivalen South Carolina mit 38:3 durchzusetzen, und Georgia fertigte seinen Lokalrivalen Georgia Tech mit 52:7 noch deutlicher ab.

Hätte Alabama bei Auburn gewonnen, hätte es für das kommende Wochenende im Kampf um die Playoff-Plätze im wesentlichen zwei Szenarien gegeben, wobei man bei beiden davon ausgegangen wäre, dass sich Ohio State und Clemson in ihren Conference Championship Games durchsetzen: Wenn Georgia im SEC Championship Game LSU schlägt, ziehen Beide zusammen mit Ohio State und Clemson in die Playoffs ein, und wenn LSU gegen Georgia gewinnt, würde Alabama als Fünfter der Playoff-Rangliste an Georgia vorbeiziehen und als Vierter in die Playoffs einziehen. Theoretisch hätten zwar auch der Sieger des Big Twelve Championship Games, Oklahoma oder Baylor, und ein mit einer Niederlage belasteter Pac-12 Champion Utah Vierter werden können, aber wegen der vergleichsweise leichten Programme dieser Drei und der Qualität der Gegner, gegen die die vier Kandidaten ihre Niederlagen kassiert hatten (Alabama gegen LSU, Utah bei USC, Oklahoma bei Kansas State und Baylor gegen Oklahoma), hätte das 13-köpfige Playoff Selection Committee gewiss Alabama den Vorzug gegeben, und das wäre dann auch okay gewesen.

Auburn macht den Weg frei

Diese Konstellation hat sich mit Alabamas zweiter Saisonniederlage bei Auburn aber erledigt, und das hat zur Folge, dass das Erreichen von Platz vier für Oklahoma, Baylor und Utah mehr als nur theoretisch möglich ist - allerdings nur, wenn Georgia im SEC Championship Game gegen LSU verliert. Gewinnt Georgia und gewinnen, wie erwartet, Ohio State und Clemson, dann werden diese vier Teams in die Playoffs einziehen, mit der wahrscheinlichen Reihenfolge 1. Ohio State, 2. Clemson, 3. Georgia und 4. LSU. Die Halbfinals am 28. Dezember wären dann Ohio State gegen LSU und Clemson gegen Georgia. Gewinnt - worauf Oklahoma, Baylor und Utah hoffen müssen - LSU das SEC-Finale, dann würde Georgia mit zwei Niederlagen in der Bilanz aus den Top-Vier herausfallen. Die ersten Drei der abschließenden Playoff-Rangliste wäre dann, in dieser Reihenfolge, Ohio State, LSU und Clemson. Die Vergabe des vierten Platzes würde dann vom Ausgang der Finals von Big Twelve und Pac-12 abhängen. Das einfachste Szenario: Würde Utah in der Pac-12 am Freitag gegen Oregon verlieren, wäre der Sieger der Big Twelve Vierter der Rangliste. Wenn aber Utah gewinnt, wird es knifflig und so oder so auch kontrovers. Müsste sich das Playoff Selection Committee letztlich zwischen Utah und Baylor entscheiden, würde die Wahl wahrscheinlich auf Utah fallen, wenn es sich zwischen Utah und Oklahoma entscheiden müsste, wahrscheinlich auf Oklahoma. In letzterem Fall würde es gewiss ordentlich Gezeter geben (von Seiten Utahs), weil das Playoff Selection Committee dazu neigt, traditionelle "Powerhouses", zu denen auch Oklahoma gehört, vorzuziehen. Die Teams wollen sich mit solchen Gedankenspielen freilich nicht beschäftigen. "Wir versuchen jetzt erst einmal, nächste Woche Baylor zu schlagen", sagte etwa Oklahomas Head Coach Mike Riley nach dem 34:16-Sieg bei Oklahoma State zur Frage nach den Playoff-Chancen seines Teams.

Natürlich ist das alles im Moment Spekulation. Möglich ist ja auch, dass entweder Ohio State oder Clemson oder auch Beide ihre Conference-Finals verlieren. Vor allem wenn Clemson verlieren würde, könnte das den Weg sowohl für den Big Twelve Champion als auch den Pac-12 Champion unter die Top-Vier ebnen, weil auch Clemson kein allzu anspruchsvolles Programm absolviert hat, was im Falle einer Niederlage gegen Virginia, ein Team mit drei Niederlagen auf dem Konto, gewiss ein Herausfallen aus den Top-Vier zur Folge hätte. Wahrscheinlich ist das freilich nicht, weil Clemson in allen Mannschaftsteilen potenziell deutlich besser ist als Virginia. Dennoch gibt sich der klare Außenseiter kämpferisch. "Wir haben nicht die Absicht, nur dort hinzufahren, um zu sehen, wie es so ist. Wir werden versuchen, das Spiel zu gewinnen. Das ist unser Ziel und darauf werden wir hin arbeiten", so Head Coach Bronco Mendenhall nach dem Sieg gegen Virginia Tech.

Etwas besser stehen die Chancen für Wisconsin gegen Ohio State, weil die Badgers in den letzten Wochen deutlich besser spielten als Mitte der Saison, als sie an aufeinander folgenden Spieltagen zunächst bei Illinois und dann bei Ohio State verloren hatten. Wenn etwas gehen soll für Wisconsin, dann nur, wenn es gelingt, sich mit Hilfe der Läufe von RB Jonathan Taylor einen deutlichen Vorteil beim Ballbesitz zu verschaffen. Dazu muss die Offensive Line der Badgers das Spiel ihres Lebens machen - und das könnte gegen die starke Abwehr der Buckeyes mit dem besten Verteidiger dieser Saison, DE Chase Young, immer noch zu wenig sein.

Hoch - 01.12.2019

Leser-Bewertung dieses Beitrags:

zur mobilen Ansichtmehr News Collegewww.ncaafootball.comfootball-aktuell-Ranking College
RegistrierenKennwort vergessen?

Login:

Kennwort:

dauerhaft:

betway sports - sportwetten seite 152x40
www.AutoTeileXXL.DE