Alles oder Nichts an Thanksgiving

Am kommenden Thanksgiving-Day-Wochenende finden, von einer Ausnahme abgesehen, die letzten Regular-Season-Spiele vor den Conference-Finals statt, und das heißt für all jene Teams, die noch Ambitionen auf Conference-Titel und/oder die Teilnahme an den nationalen Playoffs haben, dass nur noch der Sieg zählt. Die Mehrzahl der Plätze in den Endspielen der Power Five Conferences ist zwar schon vergeben, aber es gibt noch genug brisante Spiele mit "playoff implications". Nachfolgend ein Überblick über die Situation in den Power Five Conferences und deren Chancen, ihre Champions, die am 6. und 7. Dezember ermittelt werden, in die Playoffs durchzubringen.

SEC: Drei wollen in die Playoffs

Die SEC ist eine von zwei Power Five Conferences, in denen das Finale bereits feststeht, dennoch gibt es hier die meisten Playoff-Optionen, weil mit Alabama sogar ein Team die Playoffs erreichen kann, das das Conference-Endspiel verpasst hat. Im Championship Game trifft Georgia, das sich schon in der Woche zuvor Platz eins in der East Division gesichert hatte, auf LSU, das nach dem 56:20 gegen Arkansas nicht mehr von der Spitze der West Division verdrängt werden kann. Am einfachsten ist die Sache bei Georgia. Die Bulldogs, die eine Niederlage auf dem Konto haben, müssen am Samstag bei Georgia Tech und am 7. Dezember im SEC-Finale gegen LSU gewinnen, um in die Playoffs einzuziehen. LSU hat noch Spielraum. Bei Siegen gegen Texas A & M und Georgia ist klar, dass die Tigers Erster der Playoff-Rangliste bleiben. Würden die Tigers am Samstag gegen Texas A & M die erste Niederlage der Saison kassieren, könnten sie mit einem Sieg gegen Georgia doch noch in die Playoffs einziehen, weil sie von allen Playoff-Kandidaten das schwerste Programm gespielt haben. Und selbst, wenn sie ausgerechnet im SEC Championship Game ihre erste Niederlage kassieren würden, könnte es wegen des starken Programms immer noch für den Einzug in die Playoffs reichen, auch wenn sich das Playoff Selection Committee gewiss schwer damit tun würde, ein Team, das gerade sein Conference-Finale verloren hat, unter den Top-Vier seiner Rangliste zu platzieren.

Der dritte Playoff-Kandidat ist, wie gesagt, Alabama. Der Rekordmeister, im Moment Fünfter der Playoff-Rangliste, braucht aber Hilfe. Vorausgesetzt, man gewinnt am Samstag beim Lokalrivalen Auburn, könnte man mit einer 11-1-Bilanz als zweites SEC-Team in die Playoffs einziehen, wenn der Verlierer des SEC Championship Games mehr als eine Niederlage auf dem Konto hätte. Vor zwei Jahren war Alabama schon einmal in die Playoffs eingezogen, ohne überhaupt das Finale der eigenen Conference erreicht zu haben. Beliebt ist diese Konstellation allerdings nicht. Die Frage ist, ob das Playoff Selection Committee Alabama tatsächlich den Vorzug vor Power Five Champions mit einer Niederlage in der Bilanz geben würde.

ACC: Wer darf gegen Clemson ran?

In der ACC hatte Clemson seinen Einzug in das Conference-Finale schon vor zwei Wochen klargemacht, aber der letztjährige National Champion hat natürlich noch größere Ziele. Das letzte Spiel am Samstag beim Lokalrivalen South Carolina sollte die Tigers vor keine größere Herausforderung stellen. Offen ist noch, gegen wen die Tigers in Charlotte (North Carolina) um den Titel spielen werden. Virginia Tech sorgte mit dem 28:0-Sieg gegen Pittsburgh am letzten Samstag dafür, dass es am Freitag mit dem Gastspiel der Hokies beim Lokalrivalen Virginia ein echtes Endspiel in der Coastal Division geben wird. In dem ist Virginia Tech nach den Entwicklungen der letzten Wochen leicht favorisiert. Die Hokies waren Ende September, nach einer 10:45-Heimniederlage gegen Duke, drauf und dran, eine weitere enttäuschende Saison zu spielen. Dann tauschte man den Stamm-Quarterback aus, und mit der neuen Nummer eins, Hendon Hooker, hat das Team noch kein Spiel verloren. Bei der einzigen Niederlage seither, einem 20:21 bei Notre Dame am 2. November, hatte Hooker gefehlt. Aber hätte Virginia Tech auch die Qualität, um im Erfolgsfall gegen Clemson zu bestehen? Eher nicht. Die ebenfalls zuletzt wiedererstarkte Abwehr der Hokies würde es den Tigers vermutlich nicht leicht machen, aber die Offensive dürfte trotz Hooker gegen Clemsons starke Abwehr nicht genug Punkte erzielen.

Big Ten: Ohio State ist drin

Auch in der Big Ten ist ein Platz im Championship Game vergeben. Ohio State sicherte sich mit dem 28:17-Erfolg gegen Penn State Platz eins in der East Division. Das Spiel beim Erzrivalen Michigan am kommenden Samstag ist in diesem Punkt also nicht mehr wichtig. Aber weil die Buckeyes als aktueller Zweiter der Rangliste des Playoff Selection Committees noch mehr wollen, hat das Duell in Ann Arbor natürlich richtig Feuer. Dem Rivalen die Playoff-Tour zu vermasseln, wäre für Michigan gewiss ein kleiner Trost dafür, dass man selbst wieder nicht ins Championship Game einziehen konnte. Unmöglich ist ein solcher "Upset" nicht. Seit der Niederlage bei Penn State Mitte der Saison ist Michigan in der Offensive immer stärker geworden, und viele Punkte wird man wohl brauchen. Für Ohio State wäre eine Niederlage bei Michigan im Übrigen noch nicht das Aus in Sachen Playoffs. Ein mit einer Niederlage belasteter Big Ten Champion bliebe ein Kandidat für die Playoffs, auch wenn er davon abhängig wäre was in den anderen Power Five Conferences passiert. Der Gegner von Ohio State wird am Samstag im Spiel Minnesota gegen Wisconsin ermittelt. Ganz gleich, wer das Spiel gewinnt, der Sieger wird im Conference-Endspiel Außenseiter sein. Wisconsin hat in dieser Saison bereits gegen Ohio State gespielt und klar verloren.

Big Twelve: Baylor will die Revanche

In der Big Twelve Conference steht das Finale schon vor den letzten Spielen fest. Nach Oklahomas 28:24 gegen TCU und Baylors 24:10 gegen Texas kommt es im Championship Game zu einem erneuten Duell Oklahoma gegen Baylor. Die Beiden hatten am 16. November in Waco eines der dramatischten Spiele dieser Saison abgeliefert. In dieser Partie hatte Baylor zwischenzeitlich mit 25 Punkten geführt (28:3), Oklahoma am Ende aber mit 34:31 gewonnen. Vor dem "Rückspiel" müssen Beide am Samstag nochmal auswärts ran - wobei Oklahoma mit dem Gastspiel beim Lokalrivalen Oklahoma State die schwerere Aufgabe vor sich hat als Baylor bei Kansas. Klar ist: Playoff-Chancen hat der Big Twelve Champion nur, wenn er kein weiteres Spiel verliert. Und wegen des relativ leichten Programms der beiden Kandidaten könnte es für den Big Twelve Champion dennoch nicht für die Playoffs reichen.

Pac-12: Letzte Hoffnung Utah

Auch die Pac-12 Conference muss - mal wieder - um die Playoff-Teilnahme ihres Champions bangen. Das Gesamt-Niveau der Conference gilt als das schwächste der Power Five Conferences. Drei Viertel ihrer Teams haben schon jetzt mindestens fünf Niederlagen auf dem Konto und das wertet die Bilanzen der Playoff-Kandidaten der Pac-12 natürlich ab. Und die Chancen verringerten sich am letzten Samstag weiter, weil sich das in der Playoff-Rangliste am höchsten platzierte Team, Oregon, einen 28:31-Ausrutscher bei Arizona State leistete. Oregon hatte schon vor diesem Spiel als Erster der North Division und Teilnehmer am Conference-Finale festgestanden, ist nach der zweiten Niederlage aber raus aus dem Rennen um die Plätze in den Playoffs. Der letzte Playoff-Kandidat der Pac-12 ist jetzt Utah, das am Samstag bei Arizona mit 35:7 gewann. Die Utes müssen allerdings noch ihr letztes Spiel gegen Colorado gewinnen, wenn sie gegen Oregon um den Titel spielen wollen. Sollte Utah gegen Colorado verlieren, würde USC als Erster der South Division ins Finale einziehen. In dem Fall hätten Utah und USC die gleiche Bilanz in Conference-Spielen, USC hat aber den direkten Vergleich gewonnen. Das Thema Playoffs hätte sich für die Pac-12 dann aber erledigt.

Group of Five: Vier Kandidaten

Interessant ist natürlich auch noch, wer als bestes Team aus den Group of Five Conferences die Chance bekommt, in einem der New Year’s Six Bowls gegen ein Top-Team aus den Power Five Conferences spielen zu können. Vier Kandidaten gibt es: Memphis und Cincinnati aus der American Athletic Conference, Boise State aus der Mountain West Conference und Appalachian State aus der Sun Belt Conference - alle aktuell mit 10-1-Bilanzen. Die größten Chancen, am Ende der Beste aus diesem Quartet zu sein, hat Boise State. Die Broncos spielen am Freitag bei Colorado State und eine Woche später im Conference-Finale gegen das Überraschungsteam von Hawaii und sollten beide Spiele gewinnen. Appalachian State ist ebenfalls für das Finale seiner Conference qualifiziert, sollte sowohl dieses (gegen Louisiana-Lafayette) als auch am Freitag bei Troy gewinnen. Das Problem der Mountaineers: Trotz des Sieges gegen den Georgia-Bezwinger South Carolina ist ihr Programm im Vergleich mit den Programmen der anderen drei deutlich leichter. Am schwersten wird es für Cincinnati und Memphis. Die Beiden treffen am Freitag in Memphis und eventuell eine Woche später im Conference-Finale ein zweites Mal aufeinander. Cincinnati ist für dieses Finale nach dem 15:13-Erfolg gegen Temple bereits qualifiziert. Wenn Memphis am Freitag gewinnt oder Navy am Samstag bei Houston verliert, käme es zu diesem "Rematch". Wenn Cincinnati gewinnt und Navy bei Houston siegt, wäre Navy der Gegner der Bearcats im Finale.

Hoch - 24.11.2019

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