Helmpolster aus 3D-Druck

Riddell ist die allgegenwärtige Marke für Helme und Schulterpolster, in jedem Team sieht man das Logo auf dem Großteil der Helme. Firmengründer John T. Riddell gilt als Erfinder des modernen Football-Helms, bestehend aus einer harten Schale aus Kunststoff und einem Federungs-System. Das Konzept wurde im 2. Weltkrieg auch für den M1-Helm der US-Armee eingesetzt.

Seit der Einführung des Speedflex-Helmes war es zuletzt relativ ruhig um den Hersteller aus Illinois geworden. Nun hat man vor einigen Monaten die mögliche nächste Generation von Football-Helmen eingeläutet. Von außen sind sie nicht von den gängigen Helmen wie dem Speedflex zu unterscheiden, doch bei einem Blick in das Innere wird der Unterschied offensichtlich: Die Polster sind keine "simplen" Gummi-, Schaumstoff- oder Kunststoff-Polster mehr, sondern eine Struktur, die aussieht wie ein Geflecht aus Gummi.

Die "Diamond Technology" genannte und aus dem 3D-Drucker stammende Polsterung wurde in Kooperation mit Carbon, einem Hersteller von industriellen 3D-Druckern, welcher auch mit Marken wie Adidas zusammen arbeitet, entwickelt.

Warum ist das jetzt so besonders?
Durch den 3D-Druck ist es möglich, die Polsterung im Helm individuell an den Kopf anzupassen. Jeder Helm wird dadurch zu einem Einzelstück mit einer optimalen Passform. Wenn der Helm - wortwörtlich - "wie angegossen" sitzt, wird auch der Schutz, den er bietet, effektiver und der Sport insgesamt sicherer.

Darüber hinaus kann die Polsterung auch "mitwachsen", ohne dass der ganze Helm ausgetauscht werden muss.

Die Produktion von Ersatzpolstern ist theoretisch sogar ohne eine Fabrik oder einen eigenen Standort möglich. Händler in Deutschland könnten die Polster mit der entsprechenden Hardware vor Ort drucken und bei Bedarf anpassen - auch wenn die Anschaffung des dafür nötigen Equipments zu Beginn noch immens teuer sein wird.

Über eine App oder andere Programme kann der Kopf ausgemessen und die optimale Passform ermittelt werden.

Dieses gesamte System wird noch eine Weile brauchen, bis es marktreif und etabliert ist. Dennoch ist es erfreulich zu sehen, dass weiterhin an verbesserten Komponenten gearbeitet wird, welche noch dazu zahlreiche andere Anwendungen ermöglichen könnten. Der Football-Sport wird in Zukunft also noch viel sicherer werden!

Informationen zur Diamond-Technologie von Riddell: hier

Unlimited Football - 05.09.2019

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